Auf den Spuren der jüdischen Geschichte

Der Rundgang zu den jüdischen Spuren der Buttenwiesener Geschichte führte auch zum israelitschen Friedhof. Dieser wurde, so Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein (Mitte), 1632 angelegt und befindet sich im Unterschied zu den meisten anderen jüdischen Friedhöfen in der Ortsmitte. Foto: Michael Hahn


Bei einer Führung auf den Spuren der jüdischen Geschichte Buttenwiesens konnten sich die Besucher davon überzeugen, dass der Ort zahlreiche historische Besonderheiten besitzt, die mit der jüdischen Vergangenheit zusammenhängen. Wie in jedem Jahr beteiligte sich die Gemeinde Buttenwiesen wieder am europaweit veranstalteten "Tag der jüdischen Kultur". Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein lud einheimische und auswärtige Teilnehmer zu einem Dorfrundgang durch die jüdische Geschichte ein.

Eine der historischen Besonderheiten ist der Marktplatz im Zentrum des Zusamtaldorfes. Auf den ersten Blick gleicht er den Marktplätzen vieler anderer Orte. Allerdings: Die Bezeichnung "Marktplatz", so Dr. Mordstein, ist relativ jung. Der historische Name des Platzes lautet "Judenhof" und verweist darauf, dass nahezu alle Gebäude rings um den Platz früher von jüdischen Buttenwiesenern bewohnt wurden. Gleiches gilt für die Donauwörther Straße, dessen enge Bebauung mit stattlichen Gebäuden einen eher kleinstädtischen Charakter besitzt.

In Buttenwiesen haben sich die drei wichtigsten Institutionen einer jüdischen Gemeinde bis zum heutigen Tag erhalten: Synagoge, Ritualbad und jüdischer Friedhof befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft - ein kulturgeschichtliches Ensemble von überregionaler Bedeutung. Die von der Gemeinde Buttenwiesen angestrebte Sanierung des Ritualbads macht gute Fortschritte. Nach langwierigen und aufwändigen Untersuchungen liegt mittlerweile ein Sanierungskonzept vor. (pm)
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