Prächtige Exkursionen

Startpunkt der drei Routen des Kirchen- Und Kapellenwegs bei der Pfarrkirche Heilig Dreifaltigkeit (Bild) an der Hauptstraße in Buttenwiesen. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Die Kirche St. Anna in Frauenstetten: Sie wurde 1352 erstmals bezeugt. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Weite Ebenen, bewaldete Hügel, romantische Bachläufe und einsame Lichtungen – so präsentiert sich das Zusamtal. Reizvoll, abwechslungsreich, kurz: ein faszinierendes Naturerlebnis. Mitten drin ist der Kirchen- und Kapellenweg Buttenwiesen. Hervorragend geeignet für Wanderer und Radfahrer, für Menschen die Natur und Kunst miteinander verbinden wollen.

Der Rundweg macht seinem Namen alle Ehre. Er führt zu allen 22 Kirchen und Kapellen im Gemeindegebiet. Dabei stehen drei Routen zur Auswahl.
Die erste führt rechts der Zusam und ist rund 14 Kilometer lang. Im Laufe der Wanderung lernt man neun Gotteshäuser kennen, darunter die Filialkirche St. Johannes der Täufer in Vorderried, die Kapelle bei der Stehlesmühle und St. Georg in Wortelstetten.
Die zweite Route, ebenfalls rechts der Zusam und knapp 15 Kilometer lang, führt unter anderem an der Kapelle St. Marien in Illemad sowie der Stephanskirche und der Lindenkapelle in Lauterbach vorbei. Die dritte Strecke, diesmal links der Zusam, weist circa zehn Kilometer auf. Sie beinhaltet Gotteshäuser wie den „Zusamdom“ und die Grasi-Kapelle aus dem 18. Jahrhundert in Pfaffenhofen, aber auch die Salzbeinbach- und Dreifaltigkeitskapelle in Unterthürheim, letztere außerhalb des Dorfes an der Straße nach Wertingen. Startpunkt der Exkursionen ist jeweils der Parkplatz bei der Pfarrkirche Heilig Dreifaltigkeit an der Hauptstraße in Buttenwiesen.

Schmucke Juwelen

Einige der Gotteshäuser sind weit über die Region hinaus bekannt. Dazu gehört die Kirche St. Martin in Pfaffenhofen, die in der Bevölkerung auch den Namen „Zusamdom“ trägt und von Experten zu den schönsten Dorfkirchen in Schwaben gezählt wird. Die Kirche wurde in den 1720er-Jahren durch den Wessobrunner Baumeister und Stuckateur Joseph Schmuzer erbaut, der auch die Klosterkirchen von Irsee und Ettal schuf.
Oder das Kirchlein in Vorderried mit seiner berühmten Tonmadonna, die ein unbekannter Meister im 14. Jahrhundert geschaffen hat. Erwähnenswert ist auch die 1399 erstmals urkundlich erwähnte Kapelle St. Stefan in Hinterried. Sie weist ein spätgotisches Schnitzwerkrelief auf, das die Anbetung der Heiligen Drei Könige darstellt. Die im Stil des Barock errichtete Kirche St. Anna in Frauenstetten punktet mit ihrer herrlichen Aussicht auf das Zusamtal.
Nicht zu vergessen: St. Nikolaus. Die Kirche steht erhöht am Nordrand von Oberthürheim und grüßt mit ihrem stattlichen Zwiebelturm. Herausragend sind unter anderem der Hochaltar, die gotische Muttergottes im Strahlenkranz mit dem Jesuskind auf dem Arm, die um 1500 geschnitzte Darstellung des Heiligen Ulrich und der Taufstein aus der Zeit um 1680.
Aber auch die anderen Kirchen und Kapellen sind sehenswert und verdienen einen interessierten Blick. So erzählt beispielsweise ein barocker Gemäldezyklus in der Buttenwiesener Pfarrkirche die Lebensgeschichte des Heiligen Leonhard.

Bestens ausgeschildert

Der Kirchen- und Kapellenweg wurde im September 2008 eröffnet. Alle drei Routen sind vollständig ausgeschildert. An allen Kirchen und Kapellen erläutern Informationstafeln die Entstehungsgeschichte und die Kunstschätze der einzelnen Bauwerke.
Eigentlich weist Buttenwiesen 23 Gotteshäuser auf. An der Staatsstraße von Lauterbach nach Mertingen befindet sich in der Nähe des Stadelhofs noch eine weitere Kapelle. Da die Straßenquerung an dieser Stelle allerdings gefährlich ist, wurde diese aus Sicherheitsgründen für die Wanderer und Radfahrer nicht in den Kirchen- und Kapellenweg aufgenommen.
Flyer zur Rundtour liegen im Rathaus Buttenwiesen sowie in vielen Kirchen und Kapellen aus. (spr)
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