Schöne Aussichten

Felix Weinholds gesamtes Werk ist von einem Ineinandergreifen verschiedener Kunstgattungen geprägt: hier eine Mischtechnik mit dem Titel „Kopf“. Foto: pm
 
Patrick Fauck ist Druckgrafiker aus Passion. Das Bild - ein Lichtdruck - ist „Waldgeistermeister“ betitelt. Repro: spr

Die in der Städtischen Galerie in Wertingen, Schulstraße 10, gezeigten Werke sind kein schmückendes Beiwerk. Vielmehr sind es Kompositionen, die in Bann ziehen und faszinieren. Die ausstellenden Künstler sind Patrick Fauck, Yvonne Schneider und Felix Weinold. Vernissage ist am Sonntag, 6. März, um 11.15 Uhr.

Patrick Faucks Metier ist die Druckgrafik. Und das mit Passion, wie er meint. Dieses Genre ist für ihn kein „schmückendes“ Beiwerk, keine Erweiterung des Repertoires wie bei einem Maler oder Bildhauer. Für ihn stellt sich das künstlerische Drucken vielmehr als Hauptweg, Laboratorium und Experimentierfeld zugleich dar.
Der Künstler, 1970 im Saarland geboren, studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Mannheim Grafik-Design, danach an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Kunstgeschichte und Philosophie. Von 2006 bis 2008 absolvierte er ein Aufbaustudium an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle, für Freie Grafik. Danach noch ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Heute lebt und arbeitet er in Leipzig.
1996 erhielt er den Preis der Stadt Mannheim, fünf Jahre später den Luxemburger Prix du Ministère de la Jeunesse. 2013 wurde er Preisträger des Druckgrafik-Wettbewerbs zur Leipziger Buchmesse, kurz darauf bekam er den
Anerkennungspreis „Screening 2014“.

Im Spiel von Davor und Dahinter

Charakteristisch für Yvonne Schneiders Schaffen ist die Kombination von Siebdruck und Malerei auf transparenten oder dichten Materialien. „Die Motive für den Druck beziehe ich aus dem Spektrum der Kunstgeschichte, den Printmedien und der Natur“, teilt die Künstlerin mit. Ihren Siebdruck webt sie In gemalte Farbschichten in Öl und Tempera ein. Dabei wird er individuell strukturiert und durch Muster rhythmisiert. Transparenz und Durchblick treffen so auf Verschleierung und hermetisch verdichtete Flächen. Die Geschichte des Bildes bleibt dennoch sichtbar.
Yvonne Schneider wurde 1963 in Stuttgart geboren. Von 1984 bis 1992 studierte sie Kunstgeschichte, italiensiche Philologie und Kunstpädagogik an den Universitäten München und Bologna. Seit 1991 ist sei freischaffende Künstlerin. Auch sie hat einige Preise eingeheimst, so 2004 den Förderpreis Hollfeld, 2009 den zweiten Kunstpreis der Stadt Starnberg und ein Jahr später den Kunstpreis der Stadt Detmold.

Keine durchgängige Handschrift

Dritter im Bunde ist der 1960 in Augsburg geborene Künstler Felix Weinold. Er zeigt Malereien und Fotografien. Von 1982 bis 1988 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit rund 15 Jahren ist er auch für Kunst am Bau tätig.
Weinolds Gesamtwerk ist von einem Ineinandergreifen verschiedener Kunstgattungen geprägt. Er ist unter anderem dafür bekannt, sich fremder Motive als Ausgangsmaterial zu bedienen. Diese Fundstücke arbeitet er in seine Bilder ein. Dabei verfremdet er sie teilweise bis zur Unkenntlichkeit. So kommt es zum interessanten Stilmix, zu Brüchen und Kontrasten.
Die Ausstellung läuft bis einschließlich Sonntag, 3. April. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie zusätzlich von Montag bis Donnerstag und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. (spr)
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