Wertvolles Zeitzeugnis

Die Buttenwiesener Ortsteile Frauenstetten und Hinterried haben nun eine eigene Dorfchronik. Darin wird Zeitgeschichte von rund 770 Jahren lebendig. Unser Bild zeigt die Pfarrkirche St. Anna in Frauenstetten. Foto: pm

Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart: Die "Dorfchronik Frauenstetten und Hinterried" macht auf 200 Seiten alle Facetten der Geschichte lebendig sichtbar.

Die Dorfchronik der Ortsteile Frauenstetten-Hinterried ist fertig. Über zwei Jahre Planung, Recherche, Layout und Schreiben waren dazu notwendig. Herausgekommen ist kein sprödes wissenschaftliches Werk, sondern ein lesenswertes Buch, das das Bewusstsein für die historische Entwicklung der beiden Orte nachhaltig stärkt.

Die 100-Jahr-Feier der Eustachiusschützen im Jahr 2012 war der letzte Auslöser, die Geschichte von Frauenstetten und Hinterried in einem Buch zusammenzufassen. Damals sollte die Chronik in die Festschrift einfließen. Doch rasch wurde klar, dass eine solche Publikation eine vollständige Ortsgeschichte nicht umfassend darstellen kann. Sie hätte nur stark gekürzt erscheinen können, was der Historie nicht gerecht geworden wäre.

In diesem Zusammenhang regte der Schützenverein an, für die Dorfchronik ein eigenes Buch zu erstellen. Ortsvereine und Kirchenverwaltung begrüßten dieses Vorhaben. Sie erklärten sich bereit, die Druckkosten zu finanzieren.

Hans Eppinger übernahm daraufhin federführend in ehrenamtlicher Funktion die Erstellung des Buches. Ihm stand ein engagiertes Team zur Seite. Alfred Sigg aus Wertingen und Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein ergänzten die geschichtlichen Themen mit zahlreichen Informationen. Die Lehrerin Bianca Buchholz übernahm die Überarbeitung der Texte. Thomas Bartelt kümmerte sich um das Layout. Andreas Uffinger trug umfangreiche Bilddokumente zusammen.

Zuweilen mühevolle Arbeit

Zweieinhalb Jahre nahm die Arbeit in Anspruch. Die umfangreichen Texte über geschichtliche, dörfliche und kirchliche Begebenheiten mussten gesammelt und geordnet werden, ebenso die Vereinsgeschichten aus diversen Protokollen und Niederschriften. Hinzu kamen Angaben zu Gewerbe und Handel sowie wertvolle Erzählungen der älteren Generation. Alle diese Materialien seien gesichtet und schließlich zu einem Buchkonzept geschnürt worden, so Eppinger. Dies sei zuweilen mühevoll gewesen. Doch das Ziel, mit der Chronik ein gutes Stück Historie für alle Leser zu sichern, habe alles wettgemacht.

Dank an "zweite Heimat"

Eppinger hatte mit der Erstellung der Chronik aber nicht nur den Erhalt und die Erinnerung an Vergangenes im Fokus. Die Dorfchronik sei ein Dank für das, was ihm beide Dörfer, die Großgemeinde Buttenwiesen, die Region Zusamtal und der Landkreis Dillingen an Wertschätzung in der Kommunalpolitik und im gesellschaftlichen Leben in seiner "zweiten Heimat" entgegengebracht haben. Eppinger lebte bis zum Alter von neun Jahren im Sudetenland. Im März 1946 wurde er mit seiner Familie vertrieben. Es war, wie er es nannte, "ein Abschied von der Heimat ohne Wiederkehr". Das Zusamtal wurde schließlich seine neue "zweite Heimat". Dort heiratete er auch und gründete eine Familie mit zwei Kindern.

Historischer Streifzug

In der Dorfchronik beschreibt Eppinger ausführlich die Orts- und Kirchengeschichte. Dabei unternimmt er einen Streifzug von den frühesten Zeugnissen der Besiedelung über die erstmalige urkundliche Erwähnung der Orte bis hin ins 21. Jahrhundert. Das Schulwesen und die Landwirtschaft kommen ebenso zur Sprache wie Vereine und Verbände, Handel und Gewerbe. Abgerundet wird das Buch mit Ortsneckereien in der Gemeinde.

Fazit: Hier ist ein Werk geschaffen worden, das die Geschichte der heute 250 Haushalte umfassenden Orte in beeindruckender Weise lebendig widerspiegelt. Bürgermeister Norbert Beutmüller spricht von einem "wertvollen Zeitzeugnis". Recht hat er!

Die "Dorfchronik Frauenstetten-Hinterried" ist bei Georg Fendt, Waldstraße 6 in Frauen-stetten und im Bürgerbüro des Rathauses in Buttenwiesen für erhältlich.
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