Ehrgeizig und geradlinig

Norbert Beutmüller (Bild) wurde aus seinem Amt mit viel Lob verabschiedet. Er habe ein funktionierendes Gemeinwesen hinterlassen, hieß es unisono. Foto: privat

Bei der offiziellen Verabschiedungsfeier von Buttenwiesens Bürgermeister Norbert Beutmüller erhielt er nicht nur mit Gstanzln einen Rückblick auf seine zwölfjährige Amtszeit, sondern auch viel Lob und Anerkennung. Zweiter Bürgermeister Christian Knapp beurteilte ihn als geradlinigen Demokraten, der der Großgemeinde seinen persönlichen Stempel aufgedrückt habe.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit habe Beutmüller die Bevölkerung zu einer umfassenden Zukunftsdiskussion aufgerufen, erinnerte Knapp. Darin sei es um die weitere Entwicklung der Ortsteile, aber auch um die Großgemeinde im Ganzen gegangen.
Auf Initiative des Bürgermeisters sollte mit dem Modellprojekt „Miteinander Zukunft gestalten“ ein Weg gefunden werden, wie sich Buttenwiesen auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten kann. Dabei wurde die Gemeindeentwicklung mit einer gleichzeitigen Dorfentwicklung aller Ortsteile verbunden. Dies sei ein ungewöhnlicher und mutiger Schritt des Gemeinderats und des Bürgermeisters gewesen, meinte damals Ralf K. Stappen, der erfolgreich Leitbildprozesse in Bayern betreute. Eine Folgerung daraus war schließlich die Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsverfahren in Lauterbach, Pfaffenhofen sowie Ober- und Unterthürheim.

Sparsamer Umgang mit Ressourcen

Beutmüller wurde bei der festlichen Verabschiedung aber auch für sein ehrgeiziges Projekt einer Energie autarken Gemeinde gelobt. Zum Zweck der Konkretisierung und Fortentwicklung des im Jahre 2006 beschlossenen Leitbilds hatte sich die Gemeinde darüber hinaus eine Umweltleitlinie gegeben.
Sie verfolgt bis heute das Ziel, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Zu den Handlungsmaximen gehört der sparsame Umgang mit Ressourcen und Energie. So wird bei Neu- und Umbauten auf eine zeitgemäße und wirtschaftliche Energieeffizienz geachtet. Zudem motiviert die Gemeinde ihre Bürger zum effizienten Umgang mit Energie und zur Schonung von Trinkwasser. Weiter ist die Gemeinde bestrebt, im Rahmen einer ausgewogenen Gesamtentwicklung eine nachhaltige Energieversorgung auf der Basis von regenerativen Energien wie Sonne, Wind und Biomasse zu entwickeln und sicherzustellen.
Weiter kamen zahlreiche Hoch- und Tiefbauprojekte unter der Führung von Norbert Beutmüller zur Durchführung. Die umfangreiche Liste beinhaltet Maßnahmen wie der Neubau der Ortsdurchfahrt Unterthürheim, die Generalsanierung der Lauterbacher Turnhalle, die Nahwärmeversorgung in Buttenwiesen und Ober- und Unterthürheim, den Umschluss der Kläranlage Stehlesmühle, die Kanalisierung in fast allen Ortsteilen, die Sanierung der Hochbehälter für Trinkwasser und die Beschaffung von Fahrzeugen für die Freiwilligen Feuerwehren in Unterthrüheim,, Lauterbach, Pfaffenhofen und Wortelstetten.

Personen und Sachthemen gleich wichtig

Norbert Beutmüller, am 5. Juli 1956 geboren, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern, war von 1982 bis 2004 Beamter in der Stadtverwaltung Augsburg. Dort war er zuletzt Leiter der Kommunalen Verkehrsüberwachung. Er löste im Oktober 2004 Leo Schrell als Bürgermeister ab, der nach dem Tod von Anton Dietrich zum Landrat gewählt wurde.
2010 musste Beutmüller in einer Stichwahl gegen Reinhard Badke (CSU) antreten. Hier erhielt er 54,9 Prozent der Wählerstimmen. Für ihn seien Personen und Sachthemen gleich wichtig, meinte er nach der Wahl. Man müsse die kommunalpolitischen Themen sachlich für die Menschen abarbeiten.
Beutmüller erhielt im vergangenen Jahr die Dankurkunde für die Verdienste um die Kommunale Selbstverwaltung des Landes Bayern.

Vorausschauende Gemeindepolitik

Der Wertinger Bürgermeister Willy Lehmeier bezeichnete seinen Amtskollegen als „Zeichenkünstler, der seinen Stift mit klaren Linien und Ausdrucksformen geführt“ und viele Projekte angepackt habe.
Landrat Leo Schrell hob die „vorausschauende Gemeindepolitik“ Beutmüllers hervor. Dabei verdeutlichte er, dass ein Bürgermeister es nie allen Bürgern recht machen könne.
Dem pflichtete auch der Angesprochen bei. Er habe in seiner Karriere etliche Fehler gemacht, manches sei ihm aber auch gut gelungen, resümierte Beutmüller. In diesem Zusammenhang trat er Meinungen im letzten Bürgermeisterwahlkampf entgegen, bei dem er von Bewerbern als „Verwalter“ klassifiziert wurde. Er habe sich stets als Gestalter verstanden, hielt er ihnen entgegen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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