Ein streitbarer Schützer

Der Heimatdichter, Landwirt und Kreisheimatpfleger Alois Sailer (Bild) wurde von der Gemeinde Buttenwiesen zum Ehrenbürger ernannt. Archivfoto: privat

Als man Alois Sailer einmal nach seinem Beruf fragte, antwortete er vielsagend: „Dichter und Bauer“. Doch der 80-Jährige war und ist weit mehr als das. Sein Metier ist die Kultur, sein Einsatz für den Denkmalschutz, sein Engagement für den Erhalt historischer Gebäude und das lyrische Schaffen. Dabei zeigte er sich in Sachen Natur und Landschaft immer wieder streitbar. Für diese Lebensleistung und Überzeugung wurde er von der Gemeinde Buttenwiesen nun zum Ehrenbürger ernannt.

Alois Sailer wurde vor knapp einem Jahrzehnt im Bayerischen Fernsehen so charakterisiert: „Er ist im Donauried geboren und aufgewachsen, er hat sein Leben lang da gearbeitet, und bis heute bewohnt er das alte Bauernhaus, das er von seinen Eltern geerbt hat. Lange Jahre hat er die kleine Landwirtschaft bewirtschaftet, die dazugehört, noch länger war er Heimatpfleger des Landkreises Dillingen, und immer noch schreibt er Bücher.“
Der Geehrte wurde Anfang Januar 1936 in Lauterbach geboren. Er besuchte die Landwirtschaftsschule in Wertingen und übernahm 1970 das elterliche Anwesen. Er sieht sich als Kämpfer und streitbarer Zeitgenosse. Vor allem dann, wenn es seiner Meinung nach um unsinnige Großprojekte geht, die gegen Natur und Landschaft gerichtet sind. Und so ist er ein Wahrer der Heimat, einer, der die künftigen Generationen vor Unverstand und Technologien bewahrt muss.

Widerstand und Protest

Widerstand haben er und seine Mitstreiter viel geleistet. Bürgerprotest ist ihm beileibe nicht fremd. Denn sein geliebtes Donauried war in den letzten Jahrzehnten vielen Gefahren ausgesetzt. Als Beispiel dafür seien geplante Projekte wie ein Bombenabwurfplatz, ein Militärflughafen, eine Versuchsstrecke für die Magnetschwebebahn und ein zweites Atomkraftwerk neben Gundremmingen genannt. Immer hat er Stellung bezogen, sich für Brauchtum und Tradition eingesetzt.
Neben diesen Aktivitäten hat er sich früh als Lyriker und Erzähler einen Namen gemacht. Dabei hat er sein Schaffen – wie könnte es anders sein – eng mit dem Hügelland und dem Donauried verwurzelt. So entstanden unter anderem „Der Wasserbirnenbaum“ (1969), „Wallfahrt ond Doaraschleah“ (1977), „Heigoländer Hoigelbeer“ (1986), „Hutzelbriah ond Nudla“ (1991) und „Späte Amsellieder“ (2003).
1966 wurde er Heimatpfleger, zunächst für den Landkreis Wertingen, nach der Gebietsreform ab 1972 für den Landkreis Dillingen. Für sein Wirken erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Preis „Pro Suebia“.
Bei der Feierstunde in Lauterbach überbrachten ihm Bürgermeister Norbert Beutmüller und sein Stellvertreter Christian Knapp die Wertschätzung der Großgemeinde. Die Laudatio hielt der ehemalige Bezirksheimatpfleger Hans Frei. (spr)
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