"Inakzeptable Kritik" an Buttenwiesener Gemeinderat

Der Gemeinderat hatte seinerzeit auch für die komplette Neugestaltung der Außenanlage des Kindergartens Regenbogen votiert Foto: privat
 
Bürgermeister Norbert Beutmüller verurteilte die öffentliche Diskreditierung des Gemeinderats. Die Kritik, in der dem Gremium "der gesunde Menschenverstand" abgesprochen wird, bezeichnete er als "unsachlich" und "unbegründet". Zum Beweis dafür nannte er über 20 in Lauterbach durchgeführte Projekte. Foto: privat

Bürgermeister Norbert Beutmüller stellt sich hinter den Gemeinderat. Im letzten Jahrzehnt seien sehr wohl viele und wichtige Projekte für Lauterbach umgesetzt worden, betont er.

Bürgermeister Norbert Beutmüller wurde im Rahmen der fehlenden Baugenehmigung für das Lauterbacher Freibad von Bürgern öffentlich kritisiert. Unter anderem wurde dem gesamten Gemeinderat "der gesunde Menschenverstand" abgesprochen. Nun konterte das Gemeindeoberhaupt. "Ich persönlich kann mit Einzelmeinungen gut leben", meinte Beutmüller in der aktuellen Ausgabe des "Rathausbriefs". "Aber ein ganzes Gremium öffentlich zu diskreditieren ist aus meiner Sicht unverantwortlich und inakzeptabel."

Beutmüller betonte auch, dass er zu keinem Zeitpunkt das Lauterbacher Freibad kritisiert und schon gar nicht das ehrenamtliche Engagement in Frage gestellt habe. Vielmehr stehe fest, dass für das dortige Bad- und Sportheim und das Freibad keine Baugenehmigungen vorliegen, obwohl dies auch vor 40 Jahren unabdingbar zum Betrieb einer öffentlichen Anlage vorgeschrieben war. Zur gleichen Feststellung sei auch die Bauverwaltung des Landratsamts Dillingen gekommen.

Die Gemeindeverwaltung sei beauftragt worden, schnellstmöglich die Genehmigungsunterlagen zusammenzustellen, so Beutmüller weiter. Für die Erstellung notwendiger Planungsunterlagen sei ein bautechnisches Büro beauftragt worden. "Für die Sicherstellung des diesjährigen Badebetriebs wurde eine vorzeitige Betriebserlaubnis beantragt."

Auf die ihm entgegen gebrachte Kritik, in der es sinngemäß auch hieß, dass unter seiner "Herrschaft" in Lauterbach nicht viele Projekte auf den Weg gebracht worden seien, konterte Beutmüller nun. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte daran, dass die Großgemeinde bei seinem Antritt über kein Guthaben verfügt habe. Der Schuldenstand habe Ende 2004 rund 8,6 Millionen Euro betragen. "In zehn Jahren wurden diese Schulden auf 5,6 Millionen Euro reduziert", rechnete er vor.


21-Punkte-Paket


Weiter stellte der Bürgermeister die durchgeführten Maßnahmen des letzten Jahrzehnts für den Ortsteil Lauterbach heraus. Dabei kam er auf 21 Projekte. Unter anderem erwähnte er den Neubau des Radwegs von Lauterbach nach Mertingen entlang der Staatsstraße, die komplette Neugestaltung der Außenanlage des Kindergartens Regenbogen , die Aufwertung des früheren Schulsportplatzes zum ständig nutzbaren Festplatz, die grundlegende Sanierung der Schulturnhalle, der Neubau des Domizils für den Obst- und Gartenbauverein, den Umbau einer alten Halle zu einem Dorfladen, verbunden mit der Absicherung einer gemeindlichen Bürgschaft, der Austausch der maroden Wasserleitung im Lindenfeld, die Erschließung eines neuen Wohngebiets am Hexenberg, der Neubau einer Kinderkrippe im Kindergarten mit eigener Außenanlage sowie die Anschaffung eines größeren neuen Feuerwehrfahrzeugs.

In diesem Zusammenhang verwies der Rathauschef auch auf den umfassenden Planungsauftrag für die Ortsumfahrung Lauterbach und auf die Flurneuordnung für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft. Letztere sei auf der Zielgeraden, so Beutmüller.

Mit durchschnittlich mehr als zwei Maßnahmen jährlich - dabei seien die zusätzlichen Investitionen zum Lauterbacher Faschingsumzug, die neuen Urnenwände im Friedhof und der Trinkwassernotverbund noch gar nicht hinzugerechnet - müssen Bürgermeister und Gemeinderat seit 2005 keinen Vergleich mit Vorgängergremien scheuen, resümierte Norbert Beutmüller. Das alles sei insbesondere dem Wohl der Lauterbacher Bevölkerung zu Gute gekommen und allesamt auf Entscheidungen des gesamten Ratsgremiums basiert. Die öffentliche Kritik fasste Beutmüller dementsprechend als "unsachlich" und "unbegründet" zusammen.

"Längst verjährt"


Der Bürgermeister erhielt zum Thema rund um das Freibad aber auch verbale Unterstützung. "In der gesamten Sache trägt doch die Bauaufsichtsbehörde des Landratsamt Dillingen die alleinige Verantwortung", bilanzierte Rudi Blaschke aus Pfaffenhofen. "Wenn kein Bauplan vorgelegt wird, hätte das Amt das Vorhaben seinerzeit einstellen müssen. Aus seiner Sicht sei die Sache längste verjährt, so Blaschke. "Ein nachträglicher Plan ist zwar erforderlich, für Fertigung und Kosten ist aus meiner Sicht jedoch das Landratsamt zuständig", so der Pfaffenhofener Bürger zu unserer Zeitung.
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