Resturlaub am Stück

Bürgermeister Norbert Beutmüller (Bild) verabschiedet sich bis Oktober in einen Langurlaub. Foto: Siegfried P. Rupprecht
 
Christian Knapp (Bild) vertritt Norbert Beutmüller bis zum Amtsantritt von Hans Kaltner als neuer Bürgermeister. Archivfoto: Siegfried P. Rupprecht

Bis einschließlich Freitag, 8. Juli, will Buttenwiesens Bürgermeister Norbert Beutmüller (Freie Wähler) noch seine Amtsgeschäfte führen. Danach ist es für ihn gelaufen. Er nimmt seine vielen aufgelaufenen Urlaubstage in den letzten Jahren an einem Stück. Am 10. Oktober übernimmt dann der neugewählte Rathauschef Hans Kalter (CSU) das Ruder. Bis dahin wird Beutmüller vom zweiten Bürgermeister Christian Knapp vertreten.

Einige wenige Termine will Beutmüller während seines Langzeiturlaufs allerdings noch erledigen. Doch die dürften eher sporadisch ausfüllen.
Sein Resturlaub an einem Stück kommt in der Bürgerschaft scheinbar nicht gut an. Beutmüller seile sich ab und stecke den Kopf in den Sand, heißt es. Oder: Damit mache er keinen guten Abgang. Lieber noch so, meint eine andere Bürgerstimme. Der Bürgermeister tue ja eh nichts mehr.
Mit dem Kompakturlaub macht Norbert Beutmüller einen Schlussstrich unter eine Legislaturperiode, die für ihn nicht besonders gut gelaufen war. Immer wieder wurde er in den letzten Jahren für seine politischen Handlungen von der Bevölkerung kritisiert. Teilweise so heftig, dass dies in persönliche Angriffe und Beleidigungen gegen seine Person mündete. Immer wieder wurde ihm vorgehalten, dass er seine Mitbürger vor den Kopf stoße und man bei ihm das Miteinander vermisse. Zudem sei er ein Verwalter, als Gestalter – der für eine Gemeinde wie Buttenwiesen notwendig wäre - tue er sich schwer. Doch Beutmüller war keiner, der diese Kritiken und Anfeindungen schulterzuckend wegsteckte.
Zwangsläufig dann auch sein Verzicht, bei der letzten Bürgermeisterwahl nicht mehr anzutreten. Nach zwölf Jahren Gemeindeoberhaupt sei es genug, meinte er. Für den Verzicht auf die Kandidatur nannte er neben Alters- als Gesundheitsgründe.

Vermehrte Kritik

Norbert Beutmüller, am 5. Juli 1956 geboren, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern, war von 1982 bis 2004 Beamter in der Stadtverwaltung Augsburg. Dort war er zuletzt Leiter der Kommunalen Verkehrsüberwachung. Er löste im Oktober 2004 Leo Schrell als Bürgermeister ab, der nach dem Tod von Anton Dietrich zum Landrat gewählt wurde.
2010 musste Beutmüller in einer Stichwahl gegen Reinhard Badke (CSU) antreten. Hier erhielt er 54,9 Prozent der Wählerstimmen. In dieser Legislaturperiode drehte sich für ihn jedoch der Wind. Immer mehr Kritik wurde laut. So verstanden es viele Bürger nicht, dass Beutmüller 40 Jahr nach Errichtung des Freibads in Lauterbach öffentlich bekannt gegeben habe, dass der Badespaß damals ohne Baugenehmigung erstellt worden sei.
Vorgehalten wurde ihm auch, dass er als Bürgermeister nicht seinen Hauptwohnsitz in der Großgemeinde habe. Ein andermal reichten Bürger aus Wortelstetten gegen ihn eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein, weil er seit längerer Zeit keine Teilbürgerversammlung durchgeführt habe. Das Landratsamt Dillingen gab der Beschwerde statt.

Sozialer Friede in Gefahr

Irgendwann wendete sich das Blatt mehr und mehr gegen das Gemeindeoberhaupt. Unbestritten hatte er viele Projekte durchgeführt, veranlasst und auf den Wege gebracht – und doch hielten Bürger ihm vor, dass er nicht viele Maßnahmen auf die Beine gestellt habe. Da half es auch nicht mehr, dass er diese Vorwürfe als unsachlich und unbegründet bezeichnete. Die Bürgerschaft hatte sich längst auf ihn eingeschossen. Was ihm nicht gelang, war, den sozialen Frieden in der Gemeinde und vor allem in den Ortsteilen wieder herzustellen.
Mit Christian Knapp übernimmt ein langjähriger Wegbegleiter von Beutmüller als Vertreter die Amtsgeschäfte. Und danach wehe in Buttenwiesen sowieso ein neuer Wind, sind sich viele Bürger sicher. Hans Kaltner zieht als neuer Chef ins Rathaus ein. Er hat bereits eine Parole vorgegeben: „Buttenwiesen braucht jetzt einen Gestalter.“ Und in diesen Schuh will Kaltner schlüpfen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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