Es kommt auf die Minute an

Große Freude bei den "Helfern vor Ort" im Schmuttertal, als sie eine Spende der Kreissparkasse in Höhe von 10 000 Euro für ihr neues Einsatzfahrzeug entgegen nehmen durften. Mit dabei waren Richard Fank, Kreissparkasse, Tobias Förster, Leiter Helfer vor Ort Schmuttertal, Landrat Martin Sailer, Elke Baumgärtner, Bürgermeister Peter Högg, Viktor Partsch, Thomas Haugg, Geschäftsführer des BRK-Kreisvorstands Augsburg und Paul Steidle. (von links). Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Die "Helfer vor Ort"-Gruppe im Bereich Schmuttertal ist für die Gemeinden Diedorf, Gessertshausen und Kutzenhausen seit dem Jahr 2013 im Einsatz und rettet Leben.

Bei vielen medizinischen Notfällen kommt es auf die Minute an. Wenn auch das Rettungsnetz in Deutschland eng gestrickt ist und Notarzt, Rettungswagen oder Rettungshubschrauber meist innerhalb von 15 Minuten vor Ort sind, so reicht diese Zeit dennoch oft nicht aus, um wirkungsvolle Hilfe zu leisten. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger sind der Heilungsverlauf und desto kürzer die nachfolgende notwendige Behandlungszeit. So hat eine Wiederbelebung nach Atemstillstand nach zehn Minuten bereits nur noch eine Erfolgsaussicht von fünf Prozent. Geschulte Ersthelfer sind deshalb so ungemein wichtig. Aus der Erkenntnis heraus, dass der organisierte Rettungsdienst oft zu lange zum Einsatzort benötigt, um schwere gesundheitliche Schäden von Notfallpatienten abzuwenden, ist diese Einrichtung entstanden. In den letzten Jahren haben sich zunehmend auf örtlicher Ebene so genannte Ersthelfergruppen gebildet, welche sich meist aus Mitgliedern einer Freiwilligen Hilfsorganisation oder einer Freiwilligen Feuerwehr zusammensetzen. Sie leisten im Vorfeld des Rettungsdienstes Erste Hilfe.

Ziel der Ersthelfer ist, das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des offiziellen Rettungsdienstes mit der ersten medizinischen Versorgung zu verkürzen. Um qualifizierte Hilfe leisten zu können, haben die Ersthelfer eine geregelte, sanitätsdienstliche Ausbildung absolviert. Die "Helfer vor Ort" im Bereich Schmuttertal sind seit Januar 2013 ehrenamtlich in Diedorf, Gessertshausen und Kutzenhausen im Einsatz. Das Team umfasst zehn aktive Helfer mit guter notfallmedizinischer Ausbildung. "Da der Notarzt im ländlichen Gebiet sehr lange braucht, besitzen wir ein voll ausgestattetes Einsatzfahrzeug mit Notfallrucksack, Kindernotfalltasche, Sauerstoff, Defibrillator, Feuerlöscher und mehr. Kommt es nun in unserem Einsatzgebiet zu einem medizinischen Notfall, beispielsweise einem Herzinfarkt, werden wir mit einem Rettungswagen und einem Notarzt parallel zu diesem Einsatz alarmiert", erklärt der Leiter der Helfer vor Ort Schmuttertal, Tobias Förster. Auf diese Weise konnte die Organisation bereits einige Leben retten. Die Helfer vor Ort Schmuttertal arbeiten eng mit der Rettungswache zusammen und übernehmen auch ehrenamtliche Dienste auf dem Rettungswagen. Seit Anfang des Jahres haben die Helfer vor Ort ein neues Einsatzfahrzeug für 30 000 Euro. Finanziert wird all dies durch Spenden der Bevölkerung, Unterstützung der Gemeinden sowie Sonderspenden wie erst kürzlich der Kreissparkasse in Höhe von 10 000 Euro.
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