Bei Geistern und Dämonen im Diedorfer Maskenmuseum

Der ehemalige Landtagsbabgeordnete Max Strehle (links) und Landrat Martin Sailer (rechts) lassen sich vom "Herrn der Masken", Michael Stöhr (Mitte), bei ihrem Rundgang durch das Maskenmuseum in Diedorf die Bedeutung der verschiedenen Exponate erklären. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


"Von einem der auszog das Fürchten zu lernen", so könnte man den Besuch von Landrat Martin Sailer im Maskenmuseum von Michael Stöhr in Diedorf überschreiben. Gemeinsam mit dem ehemaligen Landtagsabgeordneten Max Strehle und begleitet von Herbert May von der Marktgemeinde Diedorf wagte er mitten an einem ganz normalen Wochentag den Sprung in eine höchst mysteriöse Welt mit Hexen- und Dämonenlarven, Teufelsmasken und Gespensterköpfen.

Max Strehle warnte diejenigen Besucher vor, die bisher das Museum noch nicht besucht hatten: "Jetzt gibt es was zum Gruseln, aber vor allen Dingen auch zum Staunen". Und es ist tatsächlich gigantisch, was hier von einem Mann aus der ganzen Welt zusammen getragen wurde. Ursprung des privaten Museums war die Sammelleidenschaft des Museumsleiters Michael Stöhr und seiner Frau, die von zahlreichen Reisen die Objekte mitgebracht haben und teilweise ganze Sammlungen dazu gekauft hatten.

"Irgendwann wurden die Exponate aber zu viel, um sie zuhause unterzubringen", erklärt der ehemalige Kunstlehrer des Neusässer Justus-von-Liebig-Gymnasiums. Somit wurde verzweifelt nach einem geeigneten Haus gesucht und mit dem Objekt in der Lindenstraße vor vier Jahren gefunden. Hier sind nun etwa 8000 Exponate aus aller Welt zu sehen. Das bedeutet aber auch, dass bereits schon wieder viel zu wenig Platz vorhanden ist.

Die Masken und andere Exponate sind nach Ländern und Erdteilen gegliedert. Ziel des Sammlers ist, fremde Kulturen zu verstehen und diese zusammen zu bringen mit heimischem Brauchtum, mit Masken von Krampussen sowie Perchten- und Alpenmasken. Interessant an einem Besuch im Maskenmuseum ist vor allem, dass man die Exponate auch anfassen oder aufsetzen darf, schließlich war das ja der ursprüngliche Sinn der Masken. Hier folgt Stöhr einem jungen Trend, um die Dinge für die Museumsbesucher wahrnehmbar und begreifbar zu machen. Rücksicht gilt es allerdings auf besonders alte oder wertvolle Masken zu nehmen.

Zu jedem Objekt weiß Stöhr natürlich dessen ganz eigene und persönliche Geschichte. Dieses durch Erzählungen der Einheimischen überlieferte Wissen hat er sich in allen Herren Länder angeeignet. In die jährlichen Wechselausstellungen bindet er gerne Künstler aus dem Umkreis mit ein. So stellt der Diedorfer Künstler Norbert Kiening seine Bilder in der derzeitigen Ausstellung zum Thema Gestik aus. Aber auch Helme und kuriose Kopfbedeckungen sind zu sehen. Auch eine Stuhlsammlung ergänzt die Ausstellung.

Dann aber führt der Weg über eine enge Treppe in den Gruselbereich unters Dach. Masken mit allen möglichen Gesichtsausdrücken, den Gesichtern von Teufeln, Dämonen und Gespenstern grinsen den Besuchern dort an. "Auch großspurige Jugendliche werden von Angesicht zu Angesicht mit Teufelsfratzen und furchterregenden Gesichter oftmals kleinlaut. "Kinder im Alter von acht, neun Jahren zeigen sich in dieser Abteilung des Museums aber stets besonders mutig", hat der "Herr der Masken" in den langen Jahren erfahren.

Integriert in das Museum ist auch eine gut sortierte völkerkundliche Bibliothek. Dort können an einem Monitor auch Filme und Fotos angesehen werden. Landrat Sailer zeigte sich sehr beeindruckt von der Fülle der Ausstellungsstücke und ließ sich von Museumsleiter Stöhr intensiv über die Herkunft der Exponate aufklären. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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