Eine private Galerie in Lettenbach/Diedorf auf Erfolgskurs

Künstlern eine Plattform geben, will Veronika Thum-Köglowitz in ihrer privat geführten Galerie in Diedorf-Lettenbach. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

In der Kunstszene des Landkreises Augsburg gibt es seit einem halben Jahr interessanten Zuwachs. Auf drei gut besuchte und erfolgreiche Ausstellungen kann das Galeristin Veronika Thum-Köglowitz, die von ihrem Ehemann Andreas kräftig unterstützt wird, bereits zurück blicken. So unterschiedlich wie die bisherigen Ausstellungen, so unterschiedlich sind auch die Besucher ihrer Vernissagen.

"Es war jedes Mal spannend, wer kommt", erzählt die Galeristin, die stets für ein außergewöhnliches Rahmenprogramm sorgt, passend zugeschnitten auf die jeweiligen Künstler. Die Eröffnungsausstellung bestritt der Künstler Petrus aus Friedberg, der Kunst in Bild und Holz präsentierte. Als Clou der Veranstaltung hatte Thum-Köglowitz Christian Ritter eingeladen, der mit Poetry Slam der Eröffnung seinen ganz besonderen Stempel aufdrückte. Die passende Umrahmung der Vernissage der folgenden Künstler Klaus D. Strahlendorf und Sylvia Meier fand die Galeristin in einem Akkordeonisten aus Weißrussland, der die Gäste musikalisch begeisterte.

Galerie war "kein Schnellschuss"

Dabei besteht die "kleine aber feine" Galerie, die den Kunstinteressenten nicht zuletzt auch eine Begegnung mit den Künstlern auf privater Ebene ermöglichen soll, erst seit einem halben Jahr. "Es war kein Schnellschuss", blickt Thum-Köglowitz zurück. Seit vielen Jahren hatte sich das Ehepaar, das in Augsburg bereits ein privates Kulturhaus vor allem im Hinblick auf ihre kulturpädagogische Arbeit führte, bereits mit diesem Gedanken getragen. Passende Räume zu finden, war aber schwierig. Ein Anbau am Familienwohnsitz aus privaten Gründen ließ schließlich die Idee aufkommen, die geplante Galerie ebenfalls auf dem Grundstück in der Dieselstraße in Lettenbach zu platzieren.

Galerie bietet jungen Künstlern Platz

Es geht den beiden Kulturschaffenden - Andreas Köglowitz führt einen Verlag - vor allem darum, bildenden Künstlern eine Plattform zu bieten. "Es ist oft schade, wenn Künstler ihre Werke nicht öffentlich präsentieren können", erklärt die Kulturpädagogin, warum es ihr wichtig war, den privat geführten Kulturraum einzurichten.
Dabei geht es ihr nicht allein darum, Kunstwerke renommierter Künstler zu präsentieren. Sie freut sich auch über ganz junge Künstler, die ansonsten keine Möglichkeit haben, ihre Arbeiten zu zeigen. Vier bis fünf Veranstaltungen sind während des Jahres geplant. Allerdings ist das Ausstellungsbuch bereits gefüllt.

Durch ihre Arbeit als Kulturpädagogin ist über viele Jahre hinweg ein Netzwerk mit vielen Künstlern entstanden. "Das ist mein Pool, das ist meine gewachsene Familie", erklärt die Galeristin. Dabei ist sie stets offen für Neuzugänge. Noch bis zum 26. Mai ist die Ausstellung der Künstlerin Renata Messing "Köpfchen, Köpfchen" mit Keramikplastiken zu sehen. "Renata Messing ist aus München. Eine Schauspielerin, eine Künstlerin und ein richtiger Tausendsassa, die mit unterschiedlichen Materialien wie Keramik, Stein, Stoff und Holz arbeitet", erklärt Thum-Köglowitz. Im Rahmen der Finissage in der Galerie D1 bietet die Künstlerin von 16 bis 17 Uhr eine "künstlerische Mußestunde" an, bei der den Gästen die Möglichkeit gegeben wird, sich ihren eigenen Kopf zu gestalten. Von 17 bis 18 Uhr soll die Ausstellung dann gemütlich ausklingen.

Die nächste Ausstellung ist ab 26. Juni. Dann wird die Künstlerin Steff Richter unter dem Titel "Des Geistes Deserteure" im lichtdurchfluteten Ausstellungsraum der Galerie D1 Gedankensprünge in Holz und Leinwand präsentieren.
(Jutta Kaiser-Wiatrek)
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