Kerzenlicht erhellt die Diedorfer Nacht für den Frieden

Für Minuten verweilten die Teilnehmer der Lichterkette in der Lindenstraße, um für den Frieden in der Welt zu demonstrieren. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Nur kurz war die Distanz zwischen der katholischen "Herz Mariä"-Kirche und der benachbarten evangelisch-lutherischen Immanuelkirche und doch bildeten die Christen beider Konfessionen auf dieser Strecke auf der Diedorfer Lindenstraße eine beeindruckende Lichterkette für den Frieden in der Welt.

Bereits zum vierten Mal hatten die beiden Kirchengemeinden zu einer ökumenischen Friedensnacht eingeladen unter Mitwirkung des Marktes Diedorfs, der Volkshochschule Augsburg-Land, dem Theater Eukitea, dem Heimatgeschichtlichen Verein Diedorf sowie dem SKV-Biburg. Gemeinsam wollten die Christen beider Konfessionen um den Frieden in der Welt beten. Erstmals allerdings bildeten die Teilnehmer eine Lichterkette. Frieden ist ein hohes Gut, die meisten Menschen möchten ohne Konflikte und Gewalt in Frieden leben. Doch Frieden fängt bei jedem Einzelnen an. Frieden erfordert von allen Toleranz und Verständnis füreinander und gegenüber anderen. Musikalisch wurden die Teilnehmer bereits vor dem gemeinsamen Einzug im Schein zahlreicher Kerzen in die "Herz Mariä"-Kirche auf die folgenden Feierlichkeiten eingestimmt. "Wir müssen feststellen, dass der Fanatismus in der Welt neu erwacht ist. Kompromissloses Überzeugtsein einmal gefasster Meinungen verbunden mit dem Abwerten und Niederkämpfen alles Andersgerichteten beherrscht zunehmend unser Leben", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Soldatenkameradschaftsvereins Diedorf, Willi Schmid, in seiner Rede in der Kirche. Die Verhaltensforschung zeige aber, dass es einen Widerspruch im menschlichen Handeln gibt. Nehmen wir den Anderen nur distanziert wahr, seien wir geneigt, ihn als Feind zu bekämpfen. In persönlichen Kontakt gekommen, beginne die angeborene Agressionshemmung entsprechend dem biologischen Normenfilter anzusprechen. Schmid forderte seine Zuhörer auf, dies bewusst zu beachten, um wenigstens in ihrer eigenen Umgebung ein menschliches humanes Miteinander zu schaffen. Nach einem gemeinsamen Friedensgebet zogen die Christen mit brennenden Kerzen angeführt von Fahnenabordnungen Diedorfer Vereine über die Lindenstraße zur Immanuelkirche.

"Wir sind wieder zu einer Friedensnacht zusammengekommen. Blicken wir aber ein Jahr zurück, so müssen wir erkennen, dass auch heute Frieden nicht wirklich spürbar ist", bedauerte Diedorfs Erster Bürgermeister Peter Högg. Er forderte seine Zuhörer auf, jeden Tag als neue Herausforderung wahr zu nehmen.

Mit berührenden Gospelsongs bewegte der Diedorfer Gospelchor die Teilnehmer an der Lichterkette während der spirituellen Feier in der evangelischen Kirche. Olaf Dröge, Mitglied des Theaters Eukitea, freute sich auch diesmal wieder bei der Friedensnacht dabei sein zu dürfen. Lange habe er überlegt, was er in diesem Jahr vortragen solle und war zu dem Schluss gekommen die wahre Geschichte seiner eigenen Familie zu erzählen. Die Geschichte erzählte von Krieg, Elend und Flucht und von einem guten Ende in einem neuen Land, wo seine Vorfahren ein Leben in Wohlstand und Frieden beginnen konnten. Nach einem gemeinsamen Friedensgebet ließ man den Abend bei guten Gesprächen ausklingen.
(Jutta Kaiser-Wiatrek )
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