Kommissar Behringer ermittelt

Das Schmuttertal-Gymnasium wird gerade in Betrieb genommen und schon ist es Schauplatz eines schaurigen Mordes. Autor Ralf Kragler brachte seinen Erstlingskrimi "Phosphorsäure" heraus.

Eigentlich ist er ein handfester Handwerker, der gerne zupackt und sich im Arbeitsalltag vor keiner Arbeit scheut. In seiner Freizeit aber kommt seine feinsinnige Seite zum Vorschein. "Ich habe immer gerne gelesen und mich mit verschiedenster Lektüre beschäftigt", erzählt der gebürtige Diedorfer Ralf Kragler, der inzwischen mit seiner Familie in der Nachbargemeinde Gessertshausen lebt. Seit seiner Kindheit war er Mitglied in einem Theaterverein, dem er von Kindes- bis ins Erwachsenenalter treu war. Als er mit Anfang zwanzig sein erstes Theaterstück selber schrieb, gründete er gleichzeitig einen eigenen Theaterverein. "Das ist jetzt über zwanzig Jahre her" erinnert sich Kragler. "Wohin bloß mit dem Geld", hieß sein Debütstück, das damals in Willishausen uraufgeführt wurde.

"Ich habe immer wieder Kleinigkeiten geschrieben, auch wenn davon nichts veröffentlicht wurde". Dafür war er sehr aktiv auf der Theaterbühne. "Heuer habe ich mich ausgeklinkt, um mein Buch zu veröffentlichen", so Kragler.

Vor ein, zwei Jahren habe er gemerkt, dass er sich als Autor wieder fordern müsse, schmunzelt er. Sein größter Wunsch war, ein Buch zu schreiben. Ein Krimi sollte es, der direkt vor seiner Haustüre spielen sollte, um damit den direkten Kontakt zu den Orten und Personen zu haben. "Hier kenne ich Land und Leute, hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich daheim", ist sich der Autor sicher.

Wie er auf die Idee kam, das Schmuttertal-Gymnasium, das jetzt gerade bezogen wird, als Tatort herzunehmen, weiß er nicht mehr, "es war eine Bauchentscheidung". Eineinhalb Jahre dauerte es, bis sein Krimi "Phosporsäure", in dem Kommissar Behringer einen Mordfall im damals noch nicht fertigen Gymnasium aufzuklären hat.

Manchmal habe er nachts "Schreibanfälle" bekommen, aber auch "Schreibblockaden" kennt Kragler. Handlungen von Fernsehkrimis blendete er aus. "Es musste mein eigenes Ding bleiben", betont er. Dabei überlegte er, wie er selbst als Kommissar handeln würde, seine Figuren lehnte er an Originale an. Seine Frau, Tochter und Mutter kommen in dem Buch vor. "Die Handlung ist aber frei erfunden. Bekannte und Familienmitglieder amüsieren sich, weil sie aus einigen Eigenschaften der Figuren Rückschlüsse ziehen können", meint er. Allerdings achtete Kragler darauf, dass es nicht zu viel wurde. "Schließlich spielen alle unfreiwillig mit", lacht er.

Der Augsburger Wißner-Verlag brachte den Diedorf-Krimi im Juni heraus. 200 Bücher seien in den ersten beiden Monaten verkauft worden - laut Verlag ein ordentliches Ergebnis. Die Idee für einen neuen Kommissar Behringer-Krimi ist schon vorhanden: Die Westlichen Wälder werden blutrünstiger, als sie bisher waren.
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