Seit dem Jahre 1150 bekannt

Auf stolze 300 Jahre kann die Kirche St. Adelgundis in Anhausen zurück blicken. Das Kirchenjubiläum wird unter anderem mit verschiedenen festlichen Konzerten begangen. Foto: privat


Sichtbarer Ausdruck lebendigen Glaubens ist die Kirche St. Adelgundis im Diedorfer Ortsteil Anhausen bereits seit 300 Jahren. Jetzt wird das Jubiläum mit einem vielseitigen Festprogramm begangen. Zum Auftakt der Festwochen gab sich Bischof Konrad Zdaras die Ehre und hielt den Festgottesdienst. Er ist der erste Bischof, der die St. Adelgundis-Kirche besuchte.

Die Kindergartenkinder bereiteten ihm mit einem Ständchen eine besondere Freude. Wie wohl alle alten Kirchen wurde auch sie in all den Jahren mit viel Liebe, Kraft und Geldmitteln erhalten. Man schreibt das Jahr 1150, als die Pfarrkirche erstmals urkundlich erwähnt wird. Seither waren die Anhauser stolz auf ihre Pfarrkirche, die in all den Jahren Zeuge des kirchlichen Lebens ihres Ortes war. Natürlich traten auch hier im Laufe der langen Jahre bauliche Mängel auf, welchen durch regelmäßige Erneuerungsarbeiten und Restaurierungen begegnet wurde. Neu eingefügt in die Kirche wurde im Jahr 1575 ein Choraltar zu Ehren der Heiligen Maria, der Heiligen Anna und der Heiligen Adelgundis. Im Jahr 1708 erfolgte die Erneuerung und Erhöhung des Chorraumes sowie der Anbau einer Sakristei durch Baumeister Hans Georg Mozart, einem entfernten Verwandten des Musikgenies Wolfgang Amadeus Mozart. Drei Jahre später setzte dieser auf den vorhandenen Turmunterbau einen achteckigen Aufsatz mit Zwiebelhaube. Ebenfalls zugeschrieben wird dem Baumeister der Neubau des Langhauses, der im Jahr 1716 erfolgte. Die restaurierte Kirche wurde am 11. November des gleichen Jahres vom Augsburger Weihbischof Franciscus Theodoricus Freiherr von Guttenberg geweiht.

Erneuerungsarbeiten unter anderem am Chorbogen sowie eine umfassende Innenrestaurierung, bei welcher auch die Bilder im Chor und Langhaus erneuert und sämtliche Fresken und Stuckaturen übermalt wurden, folgten auch im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1903 wurde die Wandbemalung in der Kirche erneuert. 1911 folgte die Erweiterung der Sakristei.

Nach einem Beschuss durch die amerikanische Artillerie an Turm und Kirchenschiff waren in den Jahren 1945 bis 1947 erneute Sanierungsarbeiten an der Kirche St. Adelgundis zwingend erforderlich. Im Zuge dieser Arbeiten wurden im Jahr 1946 auch alle Übermalungen der letzten Restaurierungen entfernt. 1960 wurde die obere Empore entfernt, es erfolgte der Neubau der Orgel. Nach weiteren fünf Jahren hatte man sich zur Umgestaltung des Chorraumes mit Entfernung des Chorgestühls entschlossen. Umgestaltet wurden die Seitenaltäre und ein provisorischer Zelebrationsaltar sowie neue Beichtstühle wurden aufgestellt.

Nur zwei Jahre später war die Renovierung des Kirchturms notwendig geworden. In den Jahren 1992 bis 1994 entschloss man sich zu einer umfassenden Außen- und Innenrestauration von Turm und Langhaus sowie einer Dachsanierung der Kirche. Saniert wurden dabei ebenfalls die Altäre und Stuckaturen und gleichzeitig wurden ein neuer Zelebrationsaltar und ein Ambo aufgestellt. Auch in den vergangenen Jahren wurde stets mit liebevollem Auge auf die Kirche geschaut. So wurde im Jahr 2010 der aus dem 19. Jahrhundert stammende Taufstein restauriert und vor vier Jahren erfolgte die Sanierung der unteren Raumschale in Chor und Langhaus mit Säuberung der Altäre.

Der Bau des Pfarrheims fiel in die Amtszeit des heutigen Pfarrers der Kirchengemeinde St. Adelgundis, Manfred Gromer. Denn das Pfarrheim ist Treffpunkt der Kirchengemeinde und somit lebendiger Mittelpunkt des Gemeindelebens geworden. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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