Chaos um Diedorfer KiTa und Bauamt

Wie geht es weiter mit dem Großprojekt? "Wir wollen uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, um das Projekt fertigzustellen", so Diedorfs Bürgermeister Högg. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Der Neubau der KiTa im Diedorfer Ortsteil Hausen wird deutlich teurer. Ist die Verzögerung des Projekts nur die Spitze des Eisbergs?

Der geplante Bau eines neuen Kindergartens im Ortsteil Hausen sollte eigentlich schon in diesem Jahr ein wesentlicher Beitrag zur Kinderbetreuung in Diedorf sein. Bereits im Februar vergangenen Jahres wurde der viergruppige Kindergarten, mit je zwei Kinderkrippen- und Kindergartengruppen, beschlossen. Mit der Entwurfs- und Eingabeplanung war im August ein Architektenteam beauftragt worden. Der für den Bau notwendige Förderantrag ging vor Ende 2016 bei der Regierung von Schwaben ein. Auch Gespräche mit dem Träger, der katholischen Kirche Willishausen, waren bereits auf einem guten Weg.

Der notwendige Bebauungsplan sollte in den nächsten Wochen genehmigt werden und mit den Erschließungsarbeiten für die neue Straße, den Holunderweg, im Frühjahr begonnen werden. Nun spricht Bürgermeister Peter Högg allerdings davon, dass das "sehr ehrgeizige Projekt" erst bis Ende 2018 statt wie geplant September 2017 verwirklicht sein soll. Zuletzt hatte es geheißen, die Pläne würden komplett auf Eis liegen.

Grund ist eine massive Verteuerung der Kindertagesstätte: 2,96 Millionen Euro, so lauteten die ersten Kostenschätzungen des Planungsteams für den Neubau. Weitere Entwürfe und verschiedene Faktoren ergaben bei einer erneuten Kostenberechnung dann allerdings Kosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro - ohne Garantie, ob es bei diesem Betrag bleiben würde.

Dieser Betrag war für Diedorf aber nicht mehr darstellbar und der Marktgemeinderat zog in einer nichtöffentlichen Sitzung vor Weihnachten die Notbremse. "Schlimmstenfalls müssen wir von Neuem beginnen", waren sich die Räte einig, ein neues Büro zu suchen, das in das Projekt in Hausen die Vorstellungen, Vorgaben und Erkenntnisse, die bis jetzt gewonnen wurden, einfließen lässt und die Kosten überschaubar hält.

Über die Höhe der entstandenen Kosten wollte sich Bürgermeister Högg nicht äußern. Der Rechnungsprüfungausschuss der Marktgemeinde prüft derzeit, wer die Verantwortung trägt.

Zusammen mit dem Träger, dem Marktgemeinderat und der bischöflichen Finanzkammer, sollen nun Gespräche geführt werden, damit bis spätestens Ende des Jahres 2018 eine bedarfsgerechte und bezahlbare Kindertagesstätte in Hausen eröffnet werden kann.

Bis es so weit ist, müssen Container als Provisorium dienen, um den steigenden Betreuungsbedarf abzudecken. Die Kosten dafür beziffert Högg mit 50 000 Euro pro Jahr.

In einem Schreiben hatte Bauamtsleiter Florian Rödel bereits im August 2016 den Bürgermeister auf eine massive Überlastung des Bauamts aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass es dringendere Projekte als Neubauvorhaben gäbe. Dieses Schreiben sei nicht für die Öffentlichkeit gedacht gewesen, zeigt sich Högg überrascht, dass der Inhalt dennoch bekannt wurde. Er habe in einer nichtöffentlichen Sitzung dazu dem Gemeinderat gegenüber ausführlich Stellung genommen. Alle Fragen seien beantwortet.

Legionellen in den Wasserleitungen der Grund- und Mittelschule

Der Bauamtsleiter führte in seinem Brief neben dem baufälligen Anbau der Mehrzweckhalle in Anhausen, dessen Sanierung kürzlich beschlossen wurde, auch das Vorhandensein von Legionellen in den Wasserleitungen der Grund- und Mittelschule an. Högg erklärte dazu, dass im Mai 2016 erhöhte Werte gemessen worden seien, die im Grenzbereich lagen. Es wäre damals sofort reagiert worden, zu keinem Zeitpunkt hätte es eine Gefährdung gegeben.

Der Bauamtsleiter hat inzwischen gekündigt und ist ab 1. März nicht mehr für die Marktgemeinde tätig. Der Bürgermeister rechnet, dass der Posten ab Juli wieder besetzt sein wird. Ein technischer Mitarbeiter soll das Bauamt personell verstärken.

Mit den Problemen der Kindertagesstätte hätte das Ausscheiden des Mitarbeiters nichts zu tun, betont indes Högg. Er habe sich beruflich neu orientieren wollen. (Jutta Kaiser-Wiatrek)
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