Noch immer Ärger um den Bullenstall in Diedorf

Auf der 1,8 Hektar großen Fläche zwischen der Gärtnerei Wörner in Lettenbach und dem Seniorenzentrum in Diedorf möchte der Junglandwirt Johannes Rittel eine Hofstelle mit Bullenstall und eine Maschinenhalle mit Pferdeboxen und Koppeln entstehen lassen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Etwa 100 Zuhörer wollten bei einem Termin der CSU Neues hören zum Vorhaben von Alois und Johann Rittel, einen Bullenstall in Diedorf zu bauen. Auf dem Aussiedlerhof zwischen Lettenbach und Diedorf sollen inzwischen, so die Pläne und Informationen von Johann Rittel, 160 Bullen und nun auch zwölf Pferdeboxen und ein Reitplatz untergebracht werden.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Verwaltung der Gemeinde Diedorf mit dem ursprünglichen Vorhaben der Antragsteller Alois Rittel und dessen Johann, die ein riesiges landwirtschaftliches Anwesen mit einem Bullenstall für 160 Tiere zu bauen. Dazu gehören soll auch ein Betriebsleiterhaus mit Doppelgarage und Lehrlingswohnung, ein Direktvermarkterladen mit Nebenräumen, Fahrsilo und Güllegruben und eine Mehrzweckhalle. Bürgermeister Peter Högg erklärte dazu, dass die Gemeinde diesen Antrag abgelehnt und an das Landratsamt zur Prüfung verschiedener Verfahren weitergeleitet habe. Bestimmte Voraussetzungen seien bis heute nicht geklärt. So bestünden immer noch Zweifel, da nicht klar sei, ob noch eine Hofstelle vorhanden ist. Zwischenzeitlich war ein alternativer Standort an der Schmutterstraße im Gespräch, auch dieser wurde von der Gemeinde abgelehnt aus Gründer der gleichen noch offenen Fragen. "Seither gab es keine weiteren Bescheide, so dass die Gemeinde Diedorf davon ausgeht, dass der Antrag nicht genehmigt wird", so der Bürgermeister.

Bis heute ist der Bauausschuss der Marktgemeinde der Meinung, dass der von Johannes Rittel und seinem Vater ins Auge gefasste Standort zwischen Wohnbebauung im Ortsteil Lettenbach, dem neu entstandenen Wohngebiet "Westlich der Lindenstraße", in dem zahlreiche junge Familien sich niedergelassen haben und nicht zuletzt dem Seniorenzentrum der Gemeinde, kein geeigneter Standort sei.

Die betroffenen Anwohner wehren sich, eine Bürgerinitiative hat gegen das Vorhaben bereits 600 Unterschriften gesammelt. Sie befürchten für die Wohngegend eine nicht hinnehmbare Belästigung durch Geruch und verstärkten Verkehr durch Lastkraftwägen und eine Zersiedelung. In der damaligen Bauausschusssitzung wurde der Bullenstall wegen einer ungesicherten Erschließung des Grundstücks, einem zu geringen Abstand zur Wohnbebauung und der Frage, ob die Familie überhaupt noch landwirtschaftlich tätig sei, einstimmig abgelehnt. Wenn auch der junge Landwirt der Meinung ist, dass ein modern gebauter Hof kein Störfaktor für Diedorf sei, so ist Bürgermeister Peter Högg der Ansicht, dass Belastungen durch Emissionen und Immissionen für die benachbarten Anwohner nicht zu vermeiden sein werden.

Ein anderer Standort komme für die Rittels nicht mehr in Betracht. Jetzt wartet sie auf eine Entscheidung und Genehmigung durch das Landratsamts.

Ein Landwirt aus Stadtbergen, der seit einigen Jahren dort einen Aussiedlerhof betreibt, in der Versammlung von seinen Erfahrungen. Horst Heinrich, Gemeinderat und Vorsitzender der Diedorfer CSU, bot abschließend den Anwesenden an, gemeinsam den Stadtberger Hof zu besichtigen und vor Ort offene Fragen zu diskutieren. Die CSU, so stellte er klar, wolle sich nicht mit der Veranstaltung positionieren sondern lediglich informieren. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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