„So und nicht anders“ verlaufe die zukünftige Umgehungsstraße Diedorfs

Täglich rollen tausende Fahrzeuge mitten durch die Marktgemeinde Diedorf. Hier, entlang der jetzigen Dammstraße, soll laut Planung die Umgehungsstraße verlaufen. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Die Umgehung der B 300 in Diedorf könnte nun tatsächlich gebaut werden. Die Planungen dazu wurden vom staatlichen Bauamt aus der Schublade geholt und wieder aufgenommen. Damit sollte ein langgehegter Wunsch der Marktgemeinde in Erfüllung gehen. Allerdings wird es noch einige Jahre, wahrscheinlich bis zum Jahr 2023, dauern, bis die Trasse verwirklicht wird.

Während die Anwohner der Durchgangsstraße dann endlich aufatmen können, trifft das Vorhaben ihre Mitbürger im Unterdorf massiv, denn künftig soll die Umgehungsstraße direkt vor ihrer Haustüre vorbei führen. Dies führt zu Kopfschütteln und heftiger Ablehnung bei den Anwohnern, die in der Trasse eine autobahnähnliche Straße direkt vor ihrer Haustüre sehen.

Unmut der Anwohner über neue Planung

Sie haben den Eindruck, dass diese Planung nicht optimal gelaufen ist und keine Umfahrung, sondern eine Durchschneidung des Ortes darstellt. Dabei fürchten sie zudem, unter vermehrten Abgasen und Feinstaub leiden zu müssen und leiten daraus gesundheitliche Schäden für sich und nicht unerhebliche Nachteile für die Wertentwicklung ihrer Immobilien ab. Einige Anwohner laufen gar Gefahr durch die Straßenbaumaßnahmen Häuser und Grundstücke zu verlieren. Auch eine etwa 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand fand keineswegs Gefallen.

"Das ist keine Umfahrung, sondern eine Mogelpackung", wurde über die derzeitige Planung geklagt. Dass die Bürger des Unterdorfs versuchen noch eine Wendung herbei zu führen, ist verständlich und wurde bei einem gemeinsamen Informationsabend, der Marktgemeinde und des Staatlichen Bauamts, bei dem klare Erwartungen formuliert wurden und die Emotionen hochkochten, mehr als deutlich. Die betroffenen Anwohner plädierten in einer hitzigen Debatte dringend entweder für eine Untertunnelung oder für eine völlig andere Trasse.

Lärmschutz: Tunnel zu teuer

Hier machten die Vertreter des staatlichen Bauamts Uwe Fritsch und Stefan Heiß aber deutlich klar, dass die Pläne seit 20 Jahren so stehen und auch nicht mehr geändert werden. "So und nicht anders", war die klare Aussage, die eigentlich keinen Raum für weitere Überlegungen für Änderungen oder Verbesserungen ließ. Die Fachleute erklärten, dass eine Untertunnelung praktisch unwahrscheinlich sei, da der Bund nicht bereit sein werde, die daraus resultierenden hohen Kosten zu tragen. Die Baukosten würden sich dadurch etwa verdreifachen, abgesehen von zahlreichen Folgekosten. Zunächst müsse man sich aber mit der Bahn hinsichtlich des Baus des dritten Gleises abstimmen, erst dann könne das staatliche Bauamt weiter an der Planung der Umgehungsstraße feilen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Umfahrung B 300 der Marktgemeinde Diedorf könnten sich eine mögliche Verbesserung der Situation vorstellen, wenn die Marktgemeinde sich entschließen würde hinsichtlich des Lärmschutzes auf eigene Kosten nachzubessern. Bürgermeister Peter Högg sieht eine Akzeptanz dieser Trasse bei der Mehrheit der Bürger. Um die Probleme der betroffenen Minderheit im Unterdorf müsse man sich noch kümmern.

Planung: der lange Weg zur Umfahrung

Ende 2016 erfolgte die Verabschiedung der Ausbaugesetze und die Ortsumfahrung Diedorf/Vogelsang gelangte nach langen und intensiven Bemühungen der Marktgemeinde Diedorf in den "Vordringlichen Bedarf". Die neue Trasse soll eine Baulänge von 5,1 Kilometern haben, die Gesamtkosten sollen 62,1 Million Euro betragen. Dabei ist ein höhenfreier Anschluss der Biburger Straße vorgesehen sowie ein bestandsorientierter Verlauf im Bereich des Ortsteils Vogelsang.

Die Anbindung der Staatstraße 2510 soll über einen großen Kreisverkehr erfolgen. Des Weiteren sind zwei Anschlussstellen im Bereich Oggenhof und Diedorf Süd vorgesehen. Geplant ist eine weitgehende Bündelung der Trassen von Straßen und Schiene.

Berücksichtigt werden muss dabei der Ausbau der Bahnstrecke Augsburg-Ulm um ein drittes Gleis. Zurzeit befindet sich das staatliche Bauamt in Abstimmungsgesprächen mit dem Markt Diedorf, der Stadt Neusäß und der Bahn. (Jutta Kaiser-Wiatrek)
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