Wird's Feldweg oder Straße?

Das westliche Teilstück der Ortsstraße, das von Anhausen nach Gessertshausen führt, ist auf einer Strecke von 645 Metern total marode. Für die Marktgemeinde Diedorf stellt sich die Frage: Rückbau zu einem Wald- und Feldweg oder teure Sanierung? Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Aufgrund starker Beschädigungen soll nach Überlegungen der Marktgemeinde Diedorf das letzte Teilstück der Gessertshauser Straße, die vom Diedorfer Ortsteil Anhausen in den Nachbarort Gessertshausen führt, in einen Wald- und Feldweg umgewidmet werden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie mit der Straße verfahren werden kann. Zum einen der von der Gemeinde angedachte Rückbau der Straße, die dann weiter für den landwirtschaftlichen Verkehr, nicht aber mehr für den Durchgangsverkehr zu nutzen wäre, zum anderen die komplette Sanierung des kaputten Straßenteils. Dies wäre aber, so Bauamtsleiter Florian Rödel, mit immensen Kosten verbunden.

Da es vier Möglichkeiten gibt, um vom Diedorfer Ortsteil Anhausen auf die B300 zu gelangen, sieht die Marktgemeinde keinen zwingenden Grund, das westliche Straßenstück der Gessertshauser Straße, das auf einer Strecke von 645 Metern höchst marode ist, für teures Geld sanieren zu lassen. "Anhausen ist auch ohne die Gessertshauser Straße gut angebunden und keineswegs von der B 300 abgeschnitten", so Rödel. Die Sanierung der Straße müsste westlich nach der Einmündung in die Herdstraße, der Verbindungsstraße zwischen Anhausen und Hausen, bis zur Einmündung in die B 300 auf einer Strecke von 645 Metern erfolgen, da die Straße im derzeitigen Zustand für den Verkehr nicht mehr geeignet ist. Für den Bauamtsleiter ist klar, dass es hier nur eine einzige Lösung geben kann: den Rückbau der Straße. Dafür würden lediglich zehn Prozent der Kosten des Ausbaus der Straße anfallen. Ein Neubau aber würde für die Gemeinde einen immensen Kostenaufwand bedeuten, und so sieht der Fachmann keine andere Möglichkeit, zumal aus seiner Sicht die Reparatur der Straße verschiedene weitere Probleme nach sich ziehen würde.

Der frühere Forst- und Landwirtschaftsweg war einfach nur asphaltiert worden, ohne Rücksicht auf einen dringend erforderlichen Unterbau und eine sichergestellte Entwässerung. Somit würde es keine langfristige Lösung ohne äußerst umfassende Sanierungsmaßnahmen geben. Damit wäre das Problem der Straße noch lange nicht gelöst. Bei einem Neubau der Straße müsste des Weiteren der Mündungsbereich auf die B 300 völlig neu gestaltet werden, da der Einmündungswinkel nicht den einschlägigen Richtlinien entspricht. Dies alles spricht gegen eine Komplettsanierung, um die Strecke für den Durchgangsverkehr zu erhalten. Die Marktgemeinde als Straßenbaulastträger plant deshalb auf dem Feld- und Waldweg nur für einen ordentlichen Zustand zu sorgen und keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Ab dem 30. September soll dieser so hergerichtet werden, dass ein normaler landwirtschaftlicher Verkehr problemlos möglich ist.

Vorteil für die Anhauser Bürger wird dann sein, dass sie vom morgendlichen und abendlichen Schleichverkehr sowohl von unangepassten Geschwindigkeiten der Autofahrer entlastet werden. Es wird angenommen, dass der Verkehr insgesamt durch die neue Wegelösung künftig abnehmen wird. Auch die Herdstraße soll nach Ansicht des Bauamtleiters nicht groß als Ersatz für die Anhauser, die in Richtung Gessertshausen fahren wollen, ausgebaut werden. Sie soll aber so in Stand gehalten werden, dass sie den zu erwartenden vermehrten Verkehr durch Busse und Kraftfahrzeuge problemlos aufnehmen kann.

Der Marktgemeinderat hat die Auslegung beschlossen, denn der Marktgemeinde ist zu diesem Thema vor allem die Meinung der Bürger wichtig. Ein Beschluss über Rückbau oder Neubau wird dann nach Ablauf der Auslegungsfrist erfolgen. Diese konnten sich bis zum 12. September mit Fragen und Anregungen an die Marktverwaltung wenden. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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