Klare Linien für Dinkelscherbener Gemeindezuschüsse

Dinkelscherben soll zukünftig seine Zuschüsse klar strukturiert verteilen. Gemeinderat Morten Prohm entwickelte dazu eine Vorlage. Foto: mick

Um freiwillige Leistungen in Zukunft transparenter verteilen zu können, soll nach Vorstellung des Gemeinderats Morten Prohm Dinkelscherben einheitliche Richtlinien einführen.

In der Gemeinde Dinkelscherben sollen Vereinszuschüsse künftig gerechter und nach Richtlinien vergeben werden. Seit einem Jahr arbeitet Gemeinderat Morten Prohm (Unabhängige Wählergruppe) an dieser komplexen Aufgabe. Ein Entwurf soll nun von Ausschussmitgliedern beraten werden.

Für das Jahr 2016 seien bislang Zuschussanträge der vielen Ortsvereine in Höhe von knapp 250 000 Euro eingegangen. Das sei keine leichte Aufgabe für die Gemeinde, erklärte Kämmerer Günther Hierse. Hier setzt Prohms Konzept an: Ein bestimmter Prozentsatz definierter Haushaltseinnahmen solle das Zuschussbudget bilden. Der Verwaltung seien die Einnahmeprognosen im November für das Folgejahr bekannt, was eine Planungssicherheit schaffen würde. Vom Budgettopf würden dann im ersten Schritt vertraglich fixierte Defizit- und Zuschussvereinbarungen abgezogen werden. Beispielsweise der Defizitausgleich für das Waldfreibad Dinkelscherben, Kindergärten oder Mietkostenübernahmen für Vereine in der Turnhalle. Bei den Mieten, der sich in Gemeindehand befindenden Gebäude, wie Vereinsheime, schlägt er vor, dass die Mieter pro Quadratmeter jährlich eine festgelegte Summe für Instandhaltungen zurücklegen sollen.
Das verbleibende Budget für freiwillige Leistungen könne für Vereinszuschüsse nach einem zu vereinbarenden Schlüssel verwendet werden. Dabei werde nach
Um freiwillige Leistungen in Zukunft transparenter verteilen zu können, soll nach Vorstellung des Gemeinderats Morten Prohm Dinkelscherben einheitliche Richtlinien einführen.

Projekt-, Investitions- und allgemeinen Zuschüssen unterschieden. Feste Sätze für Vereinsjubiläen und pro Teilnehmer und Tag im Bereich Jugendarbeit und Soziales regeln die Projektgelder. Bei Investitionen schlägt Prohm sieben Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 50 000 Euro, vor. Am Ende sei ein Nachweis zu erbringen, damit die Fördermittel nicht höher als die tatsächlichen Kosten ausfallen. Kirchliche Institutionen fielen schon seit langem unter die Sieben-Prozent-Regelung und hier solle nur eine Investition je Pfarrgemeinschaft gefördert werden. „So müssen auch die Institutionen vorab intern planen, welche Fördermaßnahme sie beantragen wollen“, meint Prohm. Bei den allgemeinen Zuschüssen schlug er vor, schwerpunktmäßig die Jugendarbeit zu unterstützen.

Die Gelder seien mittels einer Formel an die Mitgliedsbeiträge der Vereine gekoppelt, damit „zu günstige Beiträge von der Gemeinde nicht subventioniert werden“.

Eine Besonderheit stelle die Bläserschule dar. Hier sieht das Konzept vor, Jugendliche für fünf Jahre mit einem bestimmten Betrag pro Person zu bezuschussen. Ausgenommen aus der Förderung seien politische Vereinigungen sowie Vereine und Organisationen die vorwiegend wirtschaftliche Zwecke verfolgen.
Ein Vorbild für seinen Entwurf waren die Zuschussrichtlinien des Marktes Diedorf.

Michael Kalb
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.