Wenig Geld und große Projekte in Dinkelscherben

Die Sanierung der Reischenausporthalle wird mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt. Foto: Michael Kalb

Trinkwasserversorgung und Sporthalle sind nur zwei von vielen Projekten in der Marktgemeinde Dinkelscherben. Welche Projekte wann und wie angegangen werden, soll ein Investitionsplan klären.

Der Haushalt 2015 wird eine harte Nuss für die Gemeinde Dinkelscherben. Viele Projekte sollen in den nächsten Jahren realisiert, angeschoben oder abgeschlossen werden. Doch der Markt in der Reischenau steht finanziell nicht so gut da wie andere Gemeinden im Landkreis. Bürgermeister Edgar Kalb (Unabhängige Wählergruppe) bat deshalb die Gemeinderäte und Fraktionen in der vergangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung, sich Gedanken über die Prioritäten der Projekte und über Einsparmöglichkeiten zu machen. Weiterhin stellte er eine Einnahmen- und Ausgabenplanung sowie einen Investitionsplan bis 2020 vor. "Diesen gilt es nun gemeinsam abzustimmen, damit wir am Ende alle an einem Strang ziehen", meinte Kalb. Denn nur so seien die anstehenden Aufgaben der Gemeinde zu bewältigen.

Und natürlich mit dem nötigen Kleingeld. Für 2015 schätzt die Verwaltung Einnahmen in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von neun Millionen Euro. Knapp eine Million davon bestünden aus Tilgungen und Zinsen der bestehenden Schulden. Diese betragen in etwa acht Millionen Euro. Wenn man die anstehenden Projekte der Gemeinde betrachtet, könnten es aber auch mehr werden. Die größten Brocken sind die verpflichtende neue Trinkwasserversorgung des Marktes. Zwischen ein und drei Brunnen könnten im Schmellerforst bei Ettelried gebaut werden. Einer davon soll nach geplanter Fertigstellung Ende 2016 die alten Brunnen am Kaiserberg und in Oberschöneberg teilweise ersetzen. Die geschätzten Kosten dafür werden um die vier Millionen Euro betragen. Die Sanierungskosten für die in die Jahre gekommenen Brunnen und Hochbehälter kommen noch dazu. Finanziert muss das Projekt durch Beiträge und Gebühren werden. Ein gerechtes System dafür wird derzeit noch ermittelt. So übrigens auch in der Nachbargemeinde Zusmarshausen, die vor kurzem erst einen Brunnen ans Netz genommen hat.

Auch die Sanierung der Reischenausporthalle mit Mensaanbau könnte nach aktuellen Schätzungen mit 4,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Abzüglich des Zuschusses von Seiten des Landkreises (1,3 Millionen Euro) und Fördermitteln vom Staat verbleiben die Kosten beim Markt.

Doch auf der Projektliste der Gemeinde stehen noch zahlreiche weitere Vorhaben wie Straßensanierungen, Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten, Entlastungsstraße, Zusambrücke und vieles mehr. Auch die Sanierung des Eingangsbereiches des Freibades ist derzeit in aller Munde in Dinkelscherben. Denn Gebäude und Infrastruktur im idyllischen Bad erfordern eine Erneuerung. Kalb schlug vor, dafür jährlich etwa 50 000 Euro zu investieren. 2007 wurde das Becken saniert. "Als Aushängeschild und tolle Freizeitattraktion unseres Marktes möchte ich das Bad unbedingt erhalten", meint Kalb. Deshalb riet er dazu, zu investieren und das defizitäre Bad (etwa 100 000 Euro pro Jahr) attraktiver zu machen.

Wenn man aber nun die freie Finanzspanne der Gemeinde betrachtet, die sich aus Einnahmen abzüglich der Ausgaben ergibt, so ist ganz klar, dass das Geld für 2015 nicht reichen wird. "Wir brauchen einen gut durchdachten Investitionsplan für die nächsten fünf Jahre, dann kann Dinkelscherben ein gutes Stück voran gebracht und attraktiver gemacht werden", ist sich Kalb sicher. Bis Ende März soll der Haushalt 2015 verabschiedet werden.
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