Ortsnamen als kulturelles Erbe

Nicht nur Wertingen, sondern auch viele andere Orte in der Region enden auf "-ingen". Regina Kempter, die ihr Buch über die Ortsnamen des Altlandkreises im Festsaal des Schlosses vorstellt, weiß warum. Foto: spr

Regina Kempter stellt ihr Buch "Wertingen. Der ehemalige Landkreis" vor. Darin geht sie umfassend auf die Entstehung und Entwicklung der dortigen Ortsnamen ein.

Erst kürzlich fand im Festsaal des Schlosses die Vorstellung von Jürgen Fiedlers "Wertinger Geschichte(n)" statt. Der Autor breitet darin einen bunten Bilderbogen unterschiedlichster Facetten der örtlichen Stadtgeschichte aus. Nun lädt die Stadt für Montag, 16. März, um 19 Uhr in die gleiche Örtlichkeit zu einer weiteren Präsentation ein. Diesmal geht es um Dr. Regina Kempters historisches Ortsnamenbuch von Wertingen.

Während die "Wertinger Geschichte(n)" auf unterhaltsame und informative Weise zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit entführt, ist das Ortsnamenbuch in erster Linie mit Informationen und Hinweisen gespickt.

Das 368 Seiten umfassende Buch fußt auf eine Dissertation im Rahmen der von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte herausgegebenen Reihe der Historischen Ortsnamenbücher von Bayern. Regina Kempter betrachtet darin alle 196 Siedlungsnamen sowie die Flussnamen Laugna, Schmutter und Zusam. Dabei legt sie die Kreisgrenzen der 1950er-Jahre, als vor der Gebietsreform von 1972, zugrunde.

Für jeden Ortsnamen hat die Autorin den ältesten Beleg seines Erscheinens ermittelt. Von da ausgehend beschreibt sie die sprachhistorische, aber auch mundartliche Entwicklung jedes Namens. Zugleich gibt sie eine Namensdeutung. So zieht sie Rückschlüsse auf die Siedlungsgeschichte. Auffallend ist dabei, dass in der Region mit Wertingen, Meitingen, Erlingen, Hettlingen, Ehingen und Ortlfingen viele Ortsnamen die charakteristische Endung "-ingen" aufweisen. Aber auch darauf hat Regina Kempter eine Antwort.

Typologische Auswertung

Zentraler Bestandteil der Bucheinleitung sei das Kapitel zu Ortsnamenkonstituenten mit ihrer siedlungsgeschichtlichen Relevanz, in dem eine typologische Auswertung auf der Grundlage der Ergebnisse aus den Ortsartikeln vorgenommen wird, so Evelyn Balder-Kirschbauer von der Kommission für bayerische Landesgeschichte in München. "Die Autorin hat neben einer dünnen, jedoch siedlungsgeschichtlich höchst bedeutsamen vorgermanischen Namenschicht eine Vielzahl von germanischen beziehungsweise alemannischen Ortsnamentypen in ihrer spezifischen Zeitstellung herausgearbeitet."

Der Band enthält auch eine großformatige Kartenbeilage. Bürgermeister Willy Lehmeier beurteilt die Publikation als "ein herausragendes Buch für die Geschichte von Stadt und Altlandkreis Wertingen".

Zur Buchpräsentation im Festsaal des Schlosses steuert Landrat Leo Schrell ein Grußwort bei. Dazu gibt es Vorträge von Professor Dr. Ferdinand Kramer, Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte, zum Thema "Ortsnamen als kulturelles Erbe" und von Professor Dr. Werner König, Lehrstuhl-Inhaber für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Augsburg. Sein Referat steht unter dem Motto "Historische Ortsnamenbücher im Regierungsbezirk Schwaben".
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