Rückblick: Tag des offenen Windrads in Riedheim

  Am 22. September 2017 fand bei strahlendem Sonnenschein und absoluter Windstille der Tag des offenen Windrads in Riedheim-Nähe Holzheim statt. Bei Blasmusik, Infoständen und Infotafeln konnte sich Jedermann über den Windenergiepark Riedheim informieren. Seit ca. 1 Jahr können die drei Windräder 21 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Damit läßt sich der Stromverbrauch von ca. 6000 Dreipersonenhaushalten vollständig decken. Die Gemeinde Holzheim leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine umweltfreundliche und dezentrale Energieversorgung in der Region.

Die meisten Besucher waren sehr erfreut und interessiert, aber es gab auch negative Stimmen. Eine Frau aus der Umgebung meldete sich zu Wort und beschwerte sich über die Lautstärke der Windräder. Die Betreiberfirma versicherte, sich an die gesetzlichen Vorgaben gehalten zu Haben, was auch in den Gutachten nachzulesen wäre. Ich selbst war am Infostand der Bürgerintiative Rain eingeteilt und unterhielt mich mit ein paar anderen Windkraftgegnern. Ein Herr sagte zu mir: Die Windräder sollten im Norden gebaut werden-weit weg-Hauptsache nicht hier. Das fand ich persönlich nicht richtig, denn ich kann auch nicht sagen, dass Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke weit weg gebaut werden sollen-Hauptsache es betrifft mich damit nicht mehr. Ich vertrete immer noch die Meinung, was ich nicht vor meiner Haustüre haben möchte, das sollte ich auch keinem Anderen zumuten. Wir wurden in unserer Diskussion von einem anderen Windkraftgegner böse unterbrochen, der dem wohl nichts Intelligenteres, außer Beschimpfungen entgegenzusetzen hatte. Auch im Gespräch mit einer Grünen-Delegierten stellte sich die Frage, wie glaubwürdig die Windkraftgegner wirklich sind. Sie wollte sich von der angeblichen Lautstärke selber ein Bild machen und bot an, innerhalb einer halben Stunde vor Ort zu sein. Dieses Angebot wurde aber nicht angenommen.

Solche Begegnungen werfen nicht gerade ein gutes Licht auf die Gegner der Windkraft und lassen mich persönlich an deren Objektivität zweifeln. Als Erstes war es immer der Rotmilan, der als Hauptargument herhalten mußte-seit dieser von der roten Liste genommen wurde, weil er jetzt wohl nicht mehr als gefährdet gilt (konnte er sich vielleicht erst durch die Windräder so gut fortpflanzen?), werden andere dubiose Gründe aufgeführt. Ein alternatives Konzept zur Energiegewinnung oder sachliche Diskussionen habe ich in diesem Zusammenhang leider noch nie gehört. Es ist schade, dass manche Menschen ihre Energie nur in das "Dagegen" stecken, anstatt sich für eine gute Sache einzusetzen. Ich persönlich hoffe, dass die Betreiber von Windkraftanlagen offener auf die Anwohner zugehen und Ihnen auch mehr in Form von Bürgerbeteiligungen anbieten. Selbst wenn es die Ein oder Andere Einschränkung geben sollte, so wäre das ein Anfang, den ich durch die teils massive Lärmbelästigung der B2 (Bundesstrasse) in meiner Umgebung wohl sicher nie bekommen werde. Die Windräder in meiner Umgebung stören mich nicht, denn sie sind mir tausend mal lieber als das marode AKW in Gundremmingen oder Tihange!
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