Bürgermeister Schafnitzel informiert Bürger

Blick auf das Ellgauer Rathaus. Foto: rogu

Rosmarie Gumpp

Der Ellgauer Rathauschef Manfred Schafnitzel freute sich über eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung. Derzeit leben in der Lechgemeinde 1073 Menschen, 62 Bürger zogen 2015 nach Ellgau, 55 Personen verließen die Gemeinde, acht Paare "trauten" sich, sieben Kinder erblickten das Licht der Welt und sieben Todesfälle gab es zu beklagen. Diese aktuellen Daten übermittelte der Bürgermeister aus dem Einwohnermeldeamt.

Ellgaus wichtigsten Einnahmequellen sind die Einkommenssteuer, die Schlüsselzuweisung, die Gewerbesteuer, die Grundsteuer aus A (alle landwirtschaftlichen Gebäude und Fluren) und B (alle anderen Gebäude und Grundstücke) und die Umsatzsteuer.

Bürgermeister Manfred Schafnitzel berichtete über 15 abgehaltene Gemeinderatssitzungen, in denen das 13-köpfige Gremium 221 Tagesordnungspunkte bearbeitete. Die VR-Bank bot der Gemeinde das alte Lagerhausgebäude mit 810 Quadratmeter Fläche zum Kauf an. Die politische Gemeinde kaufte das Gebäude in der Auenstraße für 79 000 Euro, die Verwendung ist noch offen. Der Aufstellungsbeschluss für die Erweiterung des Gewerbegebietes "Süd-West" war am 25. Februar 2015, mit dem Grunderwerb kann der Bebauungsplan rechtskräftig werden. Der Straßenausbau im Baugebiet Vogtgarten II wurde vergeben, in der Mehrzweckhalle fanden erforderliche Reparaturarbeiten an.

Das Gemeindeoberhaupt erläuterte die Bearbeitung der Anträge aus der Bürgerversammlung 2015. Beispielsweise wurde der Beitritt zur Initiative "Kommunen gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost" im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt, die Parkbuchten im Ulrichsweg werden nicht durchgehend gestaltet, der Pavillon (Bushaltehäuschen) wurde beleuchtet, die Verlegung der Wertstoffinsel wurde abgelehnt, ein Verkehrsspiegel beim Anwesen Baumann wird nach Rücksprache mit der Polizei abgelehnt. Es wird das Verkehrszeichen 102 (Kreuzung vor Einmündung) empfohlen.

Auch die Gemeinde Ellgau spürt den Druck des Landkreises, eine Möglichkeit für Asylsuchende zu schaffen. Bis in den Herbst waren noch 21 Kommunen ohne entsprechendes Angebot. Deshalb wurden die Bürgermeister vorgeladen mit dem Auftrag, in ihren Gemeinden Wohnmöglichkeiten für Asylbewerber zu schaffen. Zwei private Investoren werden durch einen Neubau in Ellgau diese geforderten Unterkünfte für circa 30 Asylbewerber anbieten. In den nächsten Wochen wird sich ein Helferkreis zur besseren Integration dieser Menschen bilden.

In der Ellgauer Schule wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen. Die überörtliche Rechnungsprüfung bescheinigte der Gemeinde eine gewissenhafte Führung. Die Prüfungsjahre waren von einer sehr hohen Investitionstätigkeit geprägt. Dabei wurden rund 4,5 Millionen Euro investiert bei einer Verschuldung von 376 000 Euro.

Durch das große Engagement der Bürger, einer vorausschauenden Bodenpolitik der Gemeinde, konnte eine neue Kindertagesstätte, das Rathaus mit Mehrzweckfunktion, ein Vereinszentrum und die Neugestaltung des Dorfplatzes geschaffen werden. Die Haushaltsführung der Gemeinde wurde als wirtschaftlich und sparsam bezeichnet. Als größere Baumaßnahme steht der Feuerwehrhausumbau an.

Ein eigener Tagesordnungspunkt war die Straßenbauplanung der Ortsverbindungsstraße Nordendorf - Ellgau. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderatsgremien von Nordendorf und Ellgau wurde der Ausbau von beiden Gemeinden beschlossen. Die Straße soll mit einer Breite von sieben Metern ausgebaut werden, die Straße wird nach Süden hin erweitert. Für die entnommenen Bäume sind standortnah Ausgleichsflächen vorzuhalten, für die Alleebäume wurde ein Baumgutachten erstellt. Das Büro Eibel in Donauwörth erhielt den Zuschlag für die Planungsleistung, die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1 150 000 Euro (außerorts 880 000 Euro, innerorts 270 000 Euro).

Beim Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge meldeten sich verschiedene Bürger zu Wort, die dafür plädierten, einige Ellgauer Fußwege heller zu beleuchten. Einige Anfragen beschäftigten sich auch mit dem Winterdienst. Besorgte Eltern äußerten sich zur Thematik "Asylanten", denn auch in Ellgau werden im Frühsommer Asylbewerber unterzubringen sein. Bürgermeister Manfred Schafnitzel richtete einen Appell an die Solidarität der Bürger und baut auf den Helferkreis, der sich in den nächsten Wochen formieren wird. Einige Personen meldeten sich bereits am Ende der Bürgerversammlung, die bereit sind, im Helferkreis aktiv mitzuarbeiten.
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