Schwäbischer Energiegipfel und schwimmende PV-Anlagen

Schwäbischer Energiegipfel der Freien Wähler
 
schwimmende PV-Anlagen bei Oliver Klauser

Zum schwäbischen Energiegipfel hatten die FreienWähler nach Mertingen geladen. Das Motto lautete " Sichere Energie für unsere Wirtschaft-Regenerative und regionale Wertschöpfung!"

Der Fraktionsvorsitzende Fabian Mehring moderierte durch den Abend und begann mit den Worten: Die ganze Welt schaut auf Deutschland, wie wir den Atomausstieg meistern. Es folgten Grußworte von Markus Brehm (Bezirksvorsitzender), Reinhold Bittner (stellv. Landrat Donau-Ries) und Kurt Niebler (stell. Bgm. Mertingen).

Leo Schrell, Landrat aus dem Landkreis Dillingen war persönlich gekommen, um für die Energiewende als kommunalpolitische Chance zu werben. "Energiewende - JA, aber...- wir wollen kein Endlager, keine verschandelnden Windräder, keine PV mit Speicher usw.. Dabei steht das Thema Energiewende in seiner Wichtigkeit außer Frage. Egal ob aus ökologischer, ökonomischer oder politischer Sicht - das kann sich jeder selbst aussuchen, was einem am Wichtigsten erscheint. Es werden früher oder später nur 3 Punkte für die Menschheit von größter Bedeutung sein: Lebensmittel, Trinkwasser und Energie. Dies zeigt sich auch jetzt schon an den Klimaflüchtlingen. Schon deshalb sollte sich Deutschland soweit als möglich vom Ausland energetisch unabhängig machen. Leo Schrell beendete seine Ausführungen mit den Worten: "Wir brauchen die Energiewende!"

Positive Aspekte von Erneuerbaren Energien

Dr. Johannes Strasser (MdL a.D.) sprach in seinem Kurzreferat über die Notwendigkeit in Erneuerbare Energieprojekte zu investieren und nannte als Beispiel die 20-jährigen gesicherten Gewerbesteuereinnahmen einer Photovoltaik-Anlage. Dies unterstützte auch Herr Steinbach (Steinbacher Consulting), der von der Abregelung von EE-Anlagen sprach. Dies sei nicht nur eine Stromvernichtung, sondern auch eine Geldvernichtung. Heinrich Gärtner von GP-Joule aus Buttenwiesen wies in diesem Zusammenhang auf die heute sehr niedrigen Erzeugungskosten von Erneuerbaren Energien-Anlagen hin. Vor ein paar Jahren musste man noch 40 Cent/KW rechnen, heute liegt man bereits unter 5 Cent/KW. Technisch ist Vieles easy - politisch jedoch schwierig!

Mobile Photovoltaikanlage

Davon konnte auch Oliver Klauser (Firma Klauser-Wensauer) ein Lied singen. Schon vor 5 Jahren hat er ein System einer schwimmenden PV-Anlage mit Schwimmbeton entwickelt. Das System könnte auf jedem See, Kieswerk usw. installiert werden und Sonnenstrom liefern, ohne wichtige Freiflächen zu verbauen oder das optische Bild zu stören. Doch die politischen Mühlen mahlen sehr langsam.

Unpraktische Bürokratie erschwert Energiewende

Robert Hecht (Energieunternehmer) zeigte die deutsche Bürokratie auf: Für die Installation und Inbetriebnahme einer kleinen PV-Anlage musste er 13 Meldungen und 16 Formulare ausfüllen. Auch andere Teilnehmer konnten den bürokratischen Wahnsinn bestätigen und sahen in ihm ein großes Hindernis im Vorankommen der Energiewende.

Energiewende soll wieder mehr im Mittelpunkt stehen

Hubert Aiwanger (MDL) wünschte sich ein eigenes Ministerium für die komplexen Bereiche Energiewende und Digitalisierung. Die Energiewende müsste endlich wieder in den Mittelpunkt rücken - alles Andere ist politisch verantwortungslos. Es sagte, es gebe große Kräfte in Richtung Zentralisierung und verwies dabei auf das unsinnige Bauvorhaben der HGÜ-Trassen. 1000 Euro pro Bürger verlassen unser Land für Öl und Gas jährlich - dieses Geld sollte besser für regenerative Energien im eigenen Land verbleiben und die regionale Wertschöpfung fördern.

Mehr Aufmerksamkeit über Kontroverse in der EU

In der anschließenden Podiumsdiskussion verwies die EU-Abgeordnete Ulrike Müller (FW) auf die unterschiedlichen Vorstellungen der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Viele wollen gar nicht aus der Atomkraft aussteigen und rüsten sogar auf. Darauf zielte auch die Frage von Michaela Hermann (Bürgerinitiative Rennertshofen) ab, denn die geplante Süd-Ost-Trasse ist als PCI-Projekt ausgewiesen - ein europäisches Pilotprojekt. In Deutschland schaltet man die Atomkraftwerke ab, bezahlt den Konzernen Milliarden Euro, die dafür dann wieder neue AKW's an den Grenzen unserer Nachbarländer bauen können, um diesen Strom dann über die HGÜ-Trassen durch Deutschland zu leiten. Auch Anita Dieminger (Bürgerinitiative Megatrasse-VG-Nordendorf) drückte ihren Unmut über die politischen Versprechungen aus, die ja dann doch nicht gehalten würden. Daher bestärkte sie die Anwesenden nicht auf die Politik zu Warten und nicht zu Fragen: Was kann die Energiewende für mich tun, sondern was kann ich für die Energiewende tun? Dazu sagte Frau Müller: Energiewende muss von Unten stattfinden!

In diesem Sinne beschloss Fabian Mehring diesen gelungenen Energiegipfel, der vor Allem wieder Eines gezeigt hat: Energiewende ist kein Modethema, es ist lebenswichtig und sollte deshalb bei jeder Partei ganz oben auf der Agenda stehen!
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