So funktioniert das Bestäuben

Beim Nektarsammeln bleiben die Blütenpollen im Haarkleid der Bienen hängen. Fotos: oh


Schon im zeitigen Frühjahr, wenn die Natur erwacht, schwärmen die Bienen aus, um Pollen und Nektar zu sammeln. Dabei bestäuben sie etwa 80 Prozent aller bunt blühenden Wild- und Nutzpflanzen. So erklärte es die Hobby-Imkerin und Biologin Manuela Barnardi in dem Vortrag "Der bienenfreundliche Garten". Eingeladen hatte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Fischach in die Erkstuben nach Willmatshofen. Und so bestäuben die Bienen: Beim Sammeln der Nahrung saugen die Insekten, also auch Hummeln, den Nektar aus dem Blütenkelch. Dabei bleiben die männlichen Geschlechtszellen der Pflanzen, die Blütenpollen, im Haarkleid der Bienen hängen. Besucht die Biene die nächste Blüte, verteilt sie die Blütenpollen. Die Pollen gelangen auf die Narbe und befruchten die weibliche Eizelle. Die Bestäubung ist so gesichert, die Frucht kann wachsen, Samen für die nächsten Aussaaten können entstehen.

Laut Barnardi haben es paradoxerweise gerade auf dem Land die Bienen schwer, ihre Ernährung das ganze Jahr über zu sichern. Dies hänge damit zusammen, dass auf große Massenblüten, zum Beispiel gleichzeitig blühende Löwenzahnwiesen, Obstbäume und Rapsfelder auch Monate folgen, in denen nur wenige Pollen- und Nektarspender zu finden sind. "Diese Lücke können und sollen Hausgärten schließen." Denn auch wenn die Flächen klein seien, so machten diese in der Summe mehr aus, als alle Naturschutzgebiete in Deutschland zusammen, so Barnardi. Sie stellte viele Pflanzen vor, wann sie blühen und welche Standorte sie lieben. Sie zählte viele, hier heimische Zierpflanzen wie Zaubernuss, Winterlinge, Krokus und Märzenbecher, auf die auch in Wintermonaten für Nahrung sorgen. Im Spätsommer können dies Dahlien, Astern und Erika übernehmen. Überhaupt dürfe durchaus ein bisschen "Unordnung" im Garten sein. "Warum also beim Rasenmähen nicht kleine Inseln stehen lassen, um bestimmten Blumen das Aussamen zu ermöglichen?" Auch Phacelia, Tagetes und Senf, Pflanzen mit doppeltem Nutzen - für Bienen und Boden - finden laut Barnardi mehr und mehr Freunde.

Die Referentin gab auch Tipps zu Blumen und Kräutern in der Küche, etwa für Salate und Soßen. Sie informierte über sinnvolle Düngung und Pflanzenschutz-Möglichkeiten im naturnahen und bienenfreundlichen Garten.

Zum Schluss erhielt jeder Gast eine Tüte mit Samen für den "bienenfreundlichen Garten" - und eine Kostprobe heimischen Honigs. Denn, so die Referentin, Allergieschutz könne nur heimischer Honig bringen, da Pollen von heimischen Pflanzen enthalten ist.

Nun ziehen die Mitglieder des OGV viele Jungpflanzen heran, die bei der Pflanzentauschbörse am 21. Mai auf dem Rathaus-Parkplatz in Fischach stattfindet. (pm)
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