„So muss Weihnachten sein“

Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr Andreas Magg feierte mit den 92 Kindern und Jugendlichen aus dem Josefsheim in Reitenbuch und dem Marienheim in Baschenegg den Advents- und Weihnachtsgottesdienst. Foto. Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.
 
Lange mussten die Kinder und Jugendlichen auf ihre Geschenke warten, die in Scheune versteckt hinter einem Vorhang für sie bereit lagen. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.
Fischach: Josefsheim Reitenbuch |

Gersthofener Verein Kinderweihnachtswunsch erfüllte Wünsche aus Reitenbuch und Baschenegg


Reitenbuch/Gesthofen, 20.12.2017 (pca). Zu Weihnachten hat jedes Kind einen Wunsch auf den Lippen, auch jeder Erwachsener. Denn Weihnachten zu feiern ohne Geschenke, ist für jeden Christen eigentlich undenkbar, gilt doch die Geburt Christi als ein Freudensfest für die Menschen. Der Gersthofener Verein Kinderweihnachtswunsch hat nun den Kindern und Jugendlichen des Josefsheims in Reitenbuch und des Marienheims in Baschenegg des Christlichen Kinder- und Jugendhilfe e. V. diese Freude bereitet. Alle 92 Kinder und Jugendlichen konnten am Montagabend ihre Geschenke entgegennehmen.

Lange hatten sie darauf gewartet. „Wir laden die Kinder und Jugendlichen ein, ihre Wünsche im Wert von bis zu 30 Euro entweder zu malen, zu basteln oder mit Worten zu beschreiben. Dann laden wir Spender ein, sich ein Geschenk auszuwählen, das er schenken möchte“, so Tanja Schnepp, die Vorsitzende des Vereins Kinderweihnachtswunsch. Dann konnte der Spender entweder das Geschenk selber besorgen und beim Verein vorbeibringen oder er überwies 30 Euro, damit der Verein das Geschenk besorgte. Jeder Spender erhält dann das Bild, die Bastelarbeit oder den Text für den Wunsch, den er erfüllt hat. Bis schließlich alles festlich eingepackt war, vergingen Wochen vergingen, bis es endlich soweit war.

Am Montag schließlich mussten sie zusätzliche Geduld aufbringen. Gemeinsam mit Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg, der auch Vorsitzender des Christlichen Kinder- und Jugendhilfe e. V. ist, feierten sie ihren Advents- und Weihnachtsgottesdienst in der Kapelle des Josefsheims in Reitenbuch. In seiner Predigt lud Dr. Magg die Kinder und Jugendlichen ein, „gute Menschen zu sein, die möglichst viel verstehen lernen wollen“ und dann auch das Vertrauen zu haben, das, was man begriffen habe, auch als richtig zu erkennen. Sie waren allerdings nicht mehr ganz Ohr, wollten sie doch auf ihren Weihnachtsmarkt im Hof. Dort hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sechs Stände aufgebaut, verkauften Kinderpunsch, Bratwürstel und Basteleien, um Spenden für die Heime zu erhalten.

Die Wünsche sind bescheiden, so Schnepp. In den beiden Heimen leben über das Jahr Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen zumindest vorübergehend nicht in ihren Familien leben können. In den beiden Heimen des Christlichen Kinder- und Jugendhilfe e. V. leben sie in Gruppen, begleitet von Gruppenleitern. Die Gruppen bilden eine Art Zweitfamilie. Reichtum ist ihnen fremd. Schnepp zeigte sich deshalb bewegt von den Wünschen. „Sie sind alles andere als überzogen“, erzählt sie. Es sind Wünsche nach Dingen, die eigentlich so selbstverständlich zum Alltag gehören. Da wünschte sich einer die „guten Gummi-Bärchen von Haribo“. Auch Nutella, eine ganz besondere Limonade, eine elektrische Zahnbürste, eine DVD, Schienbeinschoner für das Fußballspielen, ein Bild von einem Mercedes zählten zu den Weihnachtswünschen ebenso wie ein Waveboard und für Jungs etwas „Ferngesteuertes“.

Die Vorfreude war auf jeden Fall riesig. Nach dem Gottesdienst gingen alle Kinder und Jugendlichen zunächst zur Scheune, dorthin, wo alle Geschenke hinter einem Vorhang aufgebaut waren. Doch Carmen Fink, die stellvertretende Leitung des Josefsheims, forderte noch Geduld ein. „Jetzt stärkt erst euch einmal.“ Fast 45 Minuten galt es dann noch zu warten. Und als es hieß, „jetzt geht’s los“, standen sie ganz schnell vor der Scheune. „So ist das mit dem Christkind, man muss warten können“, sagte Fink. Sie war jedenfalls glücklich über das vorweihnachtliche Fest. „Das ist eine sehr gute Einstimmung.“

Dann endlich wurden alle Gruppen nacheinander aufgerufen, und die Kinder stürmen auf die Bühne. Dort verteilten Tanja Schnepp und Yvonne Rentemenn alle Geschenke an die insgesamt 92 Kinder und Jugendlichen. Schnell musste es gehen, denn niemand brachte mehr viel Geduld mit sich. Dank des Spendenerfolgs des Vereins konnte er auch den neun Gruppen der beiden Heime jeweils einen Gruppenwunsch im Wert von über 100 Euro erfüllen.

Ein Mädchen, die vierzehnjährige Judith aus dem Josefsheim, fand die Idee des Schenkens so toll, dass sie sich in der Vorbereitung auf den Abend gedacht hatte, andere beschenken zu wollen. So machte sie gebrannte Mandeln und verpackte sie in kleine Beutel. Beim Reitenbucher Weihnachtsmarkt am Montagabend warb sie in ihrem Stand um Spenden für die Mandeln. Sie plant nämlich einen kleinen Ausflug mit den Flüchtlingskindern in Reitenbuch. Innerhalb von einer halben Stunde hatte sich ihre Spendenbox gefüllt – und alle Mandeln waren weg, nicht nur wegen der guten Idee, sondern auch weil sie sehr gut geschmeckt haben. Auch Caritasdirektor Dr. Magg war begeistert von der Idee: „So muss Weihnachten sein.“


Kontakt und Info:
Verein Kinderweihnachtswunsch
Dresdener Straße 5
86368 Gersthofen
Tel. 0821 298098
www.kinderweihnachtswunsch.de

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