Das kann teuer werden: In Friedberg wird ein "Super-Blitzer" installiert

In Frankfurt am Main hält er bereits Rotlicht- und Tempoverstöße fest: Der "Super-Blitzer". Bald wird eine solche Messsäule auch an der Kreuzung Chippenham-Ring und B300 in Friedberg stehen. (Foto: Vitronic GmbH; Stefan Gröpper)

Mehr als 80 Mal hat es an der Kreuzung Chippenham-Ring und B 300 in den vergangenen Jahren gekracht. Alle Tempobegrenzungen und baulichen Maßnahmen haben nichts bewirkt. Deshalb soll ab Ende Oktober an der Friedberger Kreuzung ein "Super-Blitzer" zum Einsatz kommen.

Die "hoch belastete Kreuzung" sei schon länger im Fokus der Unfallkommission, berichtet Alois Rager, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Augsburg. "Man hat an dieser Stelle nicht das Gefühl, ortsnah zu sein. Das verleitet viele zum Rasen", erklärt er, warum es auf der Kreuzung zu so vielen Unfällen kommt. Außerdem sei durch den überregionalen Verkehr Richtung Norden das Verkehrsaufkommen insgesamt sehr hoch. Alle bisherigen Versuche, durch bauliche Maßnahmen und Tempobegrenzungen die Kreuzung sicherer zu machen, sind gescheitert.

Jetzt soll eine neue digitale Technologie helfen. Diese benötigt keine Induktionsschleifen mehr in der Fahrbahn. "Die Anlage scannt stattdessen mit einem Laser die Umgebung", erläutert Rager die "faszinierende Technik". So können mehrere Fahrzeuge und Fahrspuren gleichzeitig überwacht werden. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord ist die Friedberger Kreuzung der erste Standort mit einer solchen Messsäule. Der 100 000 Euro teure Blitzer wird zu Beginn aber erstmal nur den Verkehr in Richtung Süden erfassen.

Die Vorbereitungen seien bereits abgeschlossen, so der VPI-Chef. Nun stünden noch einige tiefbauamtliche Maßnahmen an, wie die Stromversorgung zu gewährleisten und die neue Anlage mit der Ampel zu verbinden. Ende Oktober oder Anfang November soll der "Super-Blitzer" den Betrieb aufnehmen.

Wer dann zu schnell oder bei Rot über die Kreuzung fährt, wird zur Kasse gebeten. Und das kann teuer werden: Mindestens 90 Euro kostet eine Fahrt über die rote Ampel, bei Gefährdung 200 Euro, bei einem Unfall 240 Euro. Je länger die Ampel Rot zeigt, umso höher steigt das Bußgeld. Außerdem kommt noch ein Monat Fahrverbot hinzu. Auch wer rast, muss zahlen: Bis zehn Kilometer pro Stunde zu schnell kosten zehn Euro, 20 Kilometer pro Stunde 30 Euro, 30 Kilometer pro Stunde 80 Euro. Ab 40 Kilometer pro Stunde zu viel, gibt es ebenfalls einen Monat Fahrverbot.

Die Daten, die in der Messsäule abgespeichert werden, werden von Zeit zu Zeit ausgewertet. Alle Tempo- und Rotlichtsünder bekommen dann Post von der Zentralen Bußgeldstelle in Viechtach.

Von Kristin Deibl
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Sebastian Summer aus Aystetten | 30.08.2016 | 17:36  
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