Defekt in Biogasanlage bei Ried: Badegraben, Eisenbach und Paar verseucht - Fische sterben

In einem Fischweiher, der an den Eisenbach grenzt, sind Fische gestorben. (Foto: Symbolbild, lexxizm - 123rf.de)

Gewässer der Region sind in der Nacht von Montag auf Dienstag, 28. und 29. August, derart verunreinigt worden, dass darin Fische starben. Der Badegraben, der Eisenbach und die anliegenden Fischweiher waren von der Verunreinigung betroffen.

Zunächst hatte die Polizei vermeldet, dass aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Holzburg circa 50 Kubikmeter Gülle ausgetreten wären. Doch bald darauf präzisierte das Landratsamt Aichach-Friedberg: "Durch einen technischen Defekt ist aus einer Biogasanlage Gärsubstrat ausgetreten und hat den Badengraben wie den Eisenbach und die Paar verschmutzt."

Den Betreibern der Biogasanlage fiel Montagfrüh gegen 7.30 Uhr der Defekt an der Biogasanlage auf. Aufgrund eines defekten Schiebers konnte das Gärsubstrat austreten und über ein Feld in die Gewässer gelangen. Der Betreiber reagierte prompt, verständigte die zuständigen Behörden und errichtete zwei Schutzwälle, um das weitere Auslaufen des Substrats zu verhindern. Der Rest des abgehaltenen Substrats wird nun abgebaggert und auf Äckern entsorgt, da es als ideales Düngemittel gilt.

Nachdem an der Biogasanlage der Schieber erneuert und die gesamte Anlage gereinigt wurde, ging die Anlage wieder in Betrieb. "Eine Rückhalteeinrichtung, die präventiv vor solchen Auslaufunfällen schützt, wird in den nächsten Wochen errichtet", versichert das Landratsamt. Besonders bitter dabei sei, dass die Teile für diese Volumenrückhaltungen bereits bestellt waren und in zwei Wochen geliefert werden sollten – "die Errichtung dieser Wälle war also schon lang geplant".

Anzeige wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung

Das Landratsamt Aichach-Friedberg als zuständige Behörde und das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth waren vor Ort und veranlassten die für die Gefahrenabwehr notwendigen Schritte. Das Wasserwirtschaftsamt entnahm am Montag und Dienstag Proben aus den Gewässern. "In einer Fischweiher-Anlage wurden tote Fische festgestellt, an den betroffenen Gewässern selbst wurden an beiden Tagen keine toten Fische festgestellt", berichtet das Landratsamt. Zusätzlich sprach das Wasserwirtschaftsamt eine Empfehlung aus, "in den nächsten Tagen kein Wasser aus den Flüssen zu trinken oder darin baden zu gehen".


Die Polizeiinspektion Friedberg wurde zu diesem Vorfall hinzugerufen. Wie die Polizei mitteilt, wird Anzeige an die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung erstattet.

Der genau entstandene Sachschaden kann momentan noch nicht beziffert werden.(pm)
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