Ehefrau erschlagen und zerstückelt: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 53-Jährigen

Im Internet waren Horst K. und seine Frau als glückliches Paar zu sehen. Foto: privat


Vor genau einem halben Jahr wurde Horst K. wegen Mordverdachts festgenommen: Er soll seine 37 Jahre alte Ehefrau in Friedberg umgebracht, ihre Leiche dann zerstückelt und in einem Augsburger Lagerhaus deponiert haben. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat jetzt Anklage erhoben. Sie will den 53 Jahre alten Ehemann des Opfers wegen Mordes belangen. Horst K. hatte die Tat bei der Vernehmung bereits eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft schließt Habgier als Motiv nicht aus. Eventuell wollte der Mann an das Geld auf dem Konto der Ehefrau gelangen. Kurz nach der Tat hatte der Anwalt des 53-Jährigen, Bernd Scharinger, allerdings Ehe- und andere innerfamiliäre Probleme als Hintergrund genannt, die dann zu einer psychischen Ausnahmesituation geführt hätten.

Ende November hat Horst K. seine Frau laut der Ermittlungen mit einem Hammer erschlagen, während sie schlief. Anschließend soll er die Leiche zerteilt, dann in Tüten und in Kartons verpackt haben, die er später in ein angemietetes Abteil eines Lagerhauses brachte.

Horst K. flog anschließend nach Thailand. Nachbarn dachten zunächst, das Paar sei im Urlaub. Mitte Dezember gab eine Bekannte der Ehefrau dann eine Vermisstenanzeige auf. Offenbar fanden die Polizeibeamten Hinweise auf eine Gewalttat in der Wohnung, allerdings keine Leiche. Deshalb warteten sie bis zur Rückkehr von Horst K. im Januar, ließen ihn einreisen und setzten ihn kurz danach fest. Schnell kam es dann zu einem Geständnis, Horst K. führte die Ermittler zu dem Lagerhaus.

Während die Verteidigung zeigen möchte, dass der 53-Jährige kein "Monster" ist, sondern auf die Umstände und Vorgeschichte der Tat hinweisen möchte, geht die Anklage gleich von vier Mordmerkmalen aus. Das könnte am Ende lebenslange Haft bedeuten. Auch ein psychiatrisches Gutachten wurde kurz nach dem Geständnis in Auftrag gegeben.

Horst K. sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Das Opfer stammte von den Philippinen, wo es auch bestattet wurde. Dort leben auch drei Geschwister, die im Prozess als Nebenkläger auftreten wollen. Ein Termin für das Verfahren steht noch nicht fest. (cal)
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