Friedberger See ist herzsicher

Anke Hebenstreit kam ganz schön ins Schwitzen bei der Einweisung in die Funktionsweise des Defibrillatoren. Foto: Sabine Roth
Friedberg: Friedberger Baggersee |

Lebensrettende Defibrillatoren sind nun an beiden Kiosken des Friedberger Sees zu finden. Am Derchinger und am Afrasee sollen zwei weitere folgen. Spenden ermöglichten die Geräte.

Zwei Reanimationsdefibrillatoren wurden vergangene Woche an die beiden Kioske am See übergeben. Finanziert wurden die lebensrettenden Geräte von Sponsoren und vielen Spendern. Seit Freitag ist auch klar, dass auch die anderen zwei Geräte finanziert werden können. Am Donnerstagnachmittag gab es vor Ort eine Einweisung in die Funktionsweise eines Defibrillators.

Das Projekt "Unser See wird herzsicher" komme sehr gut voran. Die Initiatorin Martha Reißner freut sich sehr, dass nun bereits nach kürzester Zeit 6700 Euro zusammengekommen sind, um zwei Reanimationsdefibrillatoren SAM 500P am Friedberger See in Betrieb nehmen zu können. Zu finden ist einer am Kiosk von Jürgen Koppold am Nordufer der Freizeitanlage und der andere an der Ostseite des Sees in der Nähe der Wasserwacht. Koppold versicherte, dass der Defibrillator an einer exponierten Stelle aufgehängt wird: "So kann ihn jeder gleich sehen und im Notfall schnell reagieren." Für die Mit-Initiatoren der Aktion Ulrike Sasse-Feile, Tom Schmid und Daniel Schindler ist diese Aktion eine Herzenssache: "Jeder kann Leben retten, auch unsere Kinder!"

Anfang Juli war ein Mann am Friedberger See zusammengebrochen und von Hand reanimiert worden. Einen Defibrillator gab es bis dato noch nicht am See. Das war der Grund für Friedbergs dritte Bürgermeisterin, der das Thema schon lange am Herzen liegt, eine Initiative für die Herzsicherheit der Badegäste ins Leben zu rufen.

In kürzester Zeit fanden sich zahlreiche Sponsoren für das Projekt, denn solch ein Gerät kostet mehrere tausend Euro - je nach Typ. Ein dritter Defibrillator soll nächste Woche am Afrasee und der vierte am Derchinger Baggersee übergeben werden kann.

Die Einweisung für die Defibrillatoren übernahm die Wasserwacht Friedberg am See. Die Geräte können von jedem in kürzester Zeit bedient werden. An Puppen wurde gezeigt, wie einfach die Benutzung eines Defibrillators ist. Und man bekommt von einer Computerstimme eine genaue Anweisung, was man tun muss.

Eine, die es gleich ausprobiert hat, ist die Friedberger Anwältin und Mediatorin Anke Hebenstreit. Sie ist selbst leidenschaftliche Taucherin am Friedberger See. Deshalb ist sie es gewohnt, für andere verantwortlich zu sein.

Die Badeunfälle, die sich in letzter Zeit sehr häuften, gaben ihr zu denken. Ihr letzter "Erste Hilfekurs ist bereits 30 Jahre her. Deshalb gibt sie zu: "Im Zweifel hätte ich nicht gewusst, was zu tun ist." Auf die Aktion wurde sie über die Facebookgruppe "Wittelsbacher Land" aufmerksam und für sie war klar, dass sie im Falle eines Notfalls nun gerüstet sein möchte: "Ich finde es klasse, dass es nun am Friedberger See zwei Defibrillatoren gibt.

In unserer Gesellschaft empfinde ich eine zunehmende Entsolidarisierung. Wir sollten Verantwortung füreinander übernehmen, ganz besonders dann, wenn jemand unsere Hilfe braucht."
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