Helfer vor Ort in Dasing: 60 Notfalleinsätze im vergangenen Jahr

Dasing: HvO |

Ein schöner Samstag. Herr K. möchte noch seinen Apfelbaum schneiden und legt die Leiter an und steigt hinauf. Da passiert es: Die Leiter gibt nach.

Er stürzt zu Boden und zieht sich eine Kopfplatzwunde zu. Benommen bleibt er liegen. Sein Enkel will den Opa zum Essen holen und findet ihn im Garten am Boden liegend. Er eilt ihm zu Hilfe und erkennt rasch, dass hier schnellstens der Notruf 112 abgesetzt werden muss. Dann bringt er Verbandmaterial und holt Hilfe im Haus. Zusammen mit dem jüngeren Bruder legt er einen Druckverband an. Das hat er in der Schule beim Kurs für die Schulsanitäter gelernt. Damals hat er nie gedacht, das Wissen mal daheim anwenden zu müssen. Herr K. ist benommen. Wenige Minuten nach dem Anruf ist der Helfer vor Ort (HvO) des BRK am Einsatzort. Er wurde gleichzeitig mit dem Rettungsdienst und Notarzt von der Leistelle alarmiert. Aufgrund der Nähe zum Einsatzort und auch der Ortskenntnis ist er als Erster da. Johannes S. hat heute Dienst. Der Rettungssanitäter erkundigt sich nach dem Unfallhergang, spricht mit dem Patienten und überprüft Puls und Blutdruck. Nachdem Herr K. eine normale Atmung hat und die Kopfplatzwunde bereits versorgt ist, legt der Sanitäter einen Stiffneck – eine Halsmanschette – an. Inzwischen treffen auch Rettungsdienst und Notarzt ein. Nach einer Übergabe an den Rettungsdienst hilft Johannes S. noch mit, den Patienten schonend zum Rettungswagen zu bringen. Nachdem er das Protokoll geschrieben hat ist er wieder einsatzklar. Diesmal war es ein ganz normaler Einsatz ohne Dramatik.
Doch mitunter atmet der Patient nicht mehr, oder es ist kein gut ausgebildeter Ersthelfer vor Ort. Dann sind die Maßnahmen der Helfer vor Ort oft lebensrettend. 60 Mal mussten die Rotkreuzler im vergangen Jahr ausrücken, 2.313 Einsatzstunden haben sie hierfür investiert – in ihrer Freizeit, für andere. Dazu kamen noch die Aus- und Weiterbildungen beim BRK in Friedberg.

Arbeit an der neuen Wache in Dasing


Neben den Einsätzen wurden von den Rotkreuz-Helfern auch viele Arbeiten an der neuen Wache in Dasing erledigt. So klopften sie in ehrenamtlicher Arbeit die Wände ab, verputzen und strichen sie neu, verlegten den Boden im Wachraum, entsorgten Gerümpel vom Dachboden und gestalteten die Decke mit Gipskartonplatten feuersicher. „Ein großer Vorteil ist“, so Michael Weiß vom HvO-Team, „dass wir für fast alle Arbeiten bei uns im BRK Kreisverband Aichach-Friedberg Fachleute haben, die uns hier ehrenamtlich unterstützen.“ Die Gruppe hofft, die neue Wache bald fertig stellen zu können. Zahlreiche Dasinger Firmen haben die Arbeit großzügig unterstützt und mit Sach- und Geldspenden gefördert. Thomas Winter, stellvertretender Kreisgeschäftsführer und Leiter des Rettungsdienstes des BRK im Landkreis, sprach ihnen und vor allem auch dem Förderverein First Responder Dasing, sowie der Gemeinde Dasing für die hervorragende Zusammenarbeit seinen besonderen Dank aus. „Die Arbeit des Fördervereins, der uns das hochmoderne Einsatzfahrzeug mit dem Material kostenlos zur Verfügung stellt und auch bei der Ausstattung immer wieder unterstützt, kann gar nicht intensiv genug gewürdigt werden.“ Die Gemeinde Dasing hilft ebenfalls mit finanziellen Mitteln.

Bildunterschrift: (v.l.n.r.): HvO-Teammitglied Andreas Higl beim Eintreffen am Einsatzort.
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