Unfall mit „Domino-Effekt“: 240.000 Euro Schaden

Ein Unfall auf der A8 mit einem Milchlaster hatte am Samstagnachmittag umfangreiche Bergungsarbeiten zur Folge. Im unfallbedingten Stau ereigneten sich weitere Unfälle. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 240.000 Euro.

Gegen 14.20 Uhr stießen auf der A8 zwischen Adelzhausen und Dasing ein Pkw und ein Lkw-Sattelzug (Milchtransporter) zusammen. Aufgrund von Unachtsamkeit geriet ein 77-jähriger Opel-Fahrer, der mit seinem Pkw auf der linken von drei Fahrspuren in Fahrtrichtung Stuttgart fuhr, ins Schleudern. Zunächst streifte er ein auf dem mittleren Fahrstreifen fahrendes Pkw-Gespann (BMW mit Anhänger) und schleuderte danach weiter auf die rechte Fahrspur und dort mit der Frontseite gegen die Sattelzugmaschine des Milchtransporters.
Der LKW-Fahrer verlor durch den Zusammenstoß mit dem schleudernden Pkw die Kontrolle über sein Fahrzeug, schrammte die rechte Außenschutzplanke auf 100 Meter entlang, durchbrach diese, im weiteren auch den Wildschutzzaun, und stürzte schließlich etwa zehn Meter eine Böschung hinab.

Der 77-jährige Unfallverursacher aus Göppingen kam mit seinem Fahrzeug nach dem Aufprall an der rechten Außenschutzplanke, quer zum Seitenstreifen, zum Stehen. Er wurde mit leichteren Verletzungen in das Krankenhaus Friedberg gebracht. Der bei dem Unfall mittelschwer verletzte LKW-Fahrer wurde, nach Erstversorgung am Unfallort, mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Augsburg geflogen.

Zur Bergung der Fahrzeuge und zur Absicherung des Unfallorts war ein Großaufgebot der Feuerwehren Dasing, Adelzhausen, Aichach, Odelzhausen sowie der Berufsfeuerwehr Augsburg vor Ort. Die Ausleitung des Verkehrs, die Absicherung durch Aufbau eines Geschwindigkeitstrichters sowie die Reinigung der Unfallörtlichkeit erfolgte durch den Autobahnbetreiber A+Service. Hierzu war die Autobahn in Fahrtrichtung Stuttgart zunächst für mehrere Stunden komplett gesperrt. Nach und nach wurden gegen etwa 17 Uhr zunächst die linke Spur und ab 19.30 Uhr auch der mittlere Fahrstreifen wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Bergung des Sattelzuges zog sich bis in die Abendstunden hinein. Zunächst mussten 12.000 Liter Rohmilch in einen angeforderten Tankzug umgepumpt werden. Zur Bergung des LKW war ein Bergekran-Fahrzeug am Unfallort. Da aus dem Lkw Dieselkraftstoff ausgelaufen war und ins Erdreich gelangte, wurde ein Sachverständiger des Wasserwirtschaftsamtes hinzugezogen. Die Bergungs-, Aufräum- und Reinigungsarbeiten waren um 21.15 Uhr beendet, so dass kurz darauf die Fahrbahn wieder komplett für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 185.000 Euro geschätzt: LKW-Sattelzug: 160.000 Euro, Unfallverursacher 4000 Euro, Pkw-Gespann: 500 Euro und die Leitplanken: 20.000 Euro.

Folgeunfall mit drei leicht Verletzten


Aufgrund des vorangegangenen Unfalls kam es wenige Minuten später, etwa in 800 Metern Entfernung, im Stau zu einem Folgeunfall. Der 33-jährige Fahrer eines Pkw, Audi A 6, bemerkte bei hoher Geschwindigkeit das Stauende zu spät. Trotz Vollbremsung und einer fast 100 Meter langen Bremsspur fuhr der 33-Jährige auf einen auf dem linken Fahrstreifen zum Stillstand gekommenen Pkw, BMW, auf. Durch die Wucht des Anstoßes wurde der BMW auf die mittlere Fahrspur und dort gegen einen Pkw, Toyota, aus der Schweiz gestoßen und dieser schließlich auf den davor stehenden Pkw, Opel, aus Rumänien geschoben.
Der Unfallverursacher und die Fahrer des BMW und des Toyota wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

Alle vier am Unfall beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Es entstand hier ein Gesamtschaden von 21.000 Euro.

Weitere Folgeunfälle


In der Folge zu den beiden anderen Unfällen ereigneten sich im Stau weitere, überwiegend kleinere Verkehrsunfälle. Um 17.15 Uhr, etwa ein Kilometer vom ersten Unfallort entfernt kam es zu einem Auffahrunfall auf dem Standstreifen: zwei Beteiligte, Schaden: 2000 Euro

Um 17.50 Uhr, etwa zwei Kilometer weiter, kam es zu einem weiteren Auffahrunfall mit ebenfalls 2000 Euro Sachschaden. Hier stieß ein Lkw gegen ein Wohnmobil.

Um 18.25 Uhr fuhr auf Höhe Adelzhausen ein 34-Jähriger aus Hessen mit seinem Pkw, Opel, auf der linken Fahrspur ungebremst auf einen im Stau stehenden Pkw auf. Der 34-Jährige war alkoholisiert (0,8 Promille). Es folgten Blutentnahme und Sicherstellung des Führerscheins. Der Sachschaden an beiden Pkw wird mit 8000 Euro angegeben. Dieser Unfall ereignete sich, obwohl in der Nähe sichtbar ein Sicherungs-Fahrzeug der Straßenmeisterei (a+) mit STAU-Warntafel auf das Stauende aufmerksam machte.

Unfall mit drei Verletzten


Um 19.30 Uhr fuhr ein 81-jähriger Pkw-Fahrer aus Böblingen nahezu ungebremst in das Stauende, kurz nach der AS Adelzhausen. Der betagte Pkw-Fahrer war an einem Polizeifahrzeug, das mit eingeschaltetem Blaulicht zur Stauabsicherung eingesetzt war, vorbeigefahren.

Der 81-Jährige wechselte mit seinem Opel, unbeeindruckt von stehenden und langsam rollenden Autos mit eingeschalteter Warnblinkanlage, auf die linke Fahrspur und prallte dort nahezu ungebremst auf einen Pkw, Audi. Dabei erlitt der 81-jährige Unfallverursacher mittelschwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungswagen ins Klinikum Augsburg gebracht. Die Insassen im Audi erlitten leichtere Verletzungen.

Die beiden unfallbeteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden wird auf etwa 23.000 Euro geschätzt.
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