1500 Stoffstücke in Friedberg

Der Künstler Thomas Weil wird zwischen St. Jakob und Archivgalerie Seile spannen. Die Stoffe sind beschriftet. Montage: Thomas Weil


Friedenswünsche auf der Leine und die Gewissensgewebe der Bürger: Die Stadt Friedberg macht an dem Kunstprojekt "Gewebe. Textile Projekte" mit. Die Eröffnung findet am Sonntag, 13. März, um 11.30 Uhr in Friedberg statt.

Das bayernweite Kunstprojekt "Gewebe. Textile Projekte" bietet 20 Ausstellungen und 40 Vorträge, Workshops, Modeschauen und Tanzaufführungen in den 25 Mitgliedsstädten von Stadtkultur - darunter Friedberg. Veranstalter ist das Netzwerk Stadtkultur, in Zusammenarbeit mit Museen, Galerien, Kunstvereinen, Kunstakademien und Designhochschulen.

So ist von Sonntag, 13. März, bis 30. Juni das Kunstwerk von Thomas Weil "Give peace a chance" zwischen St. Jakob und Archivgalerie aufgebaut. Nur durch das Mitwirken der Bürger kann Weils Kunstprojekt "Give peace a chance" Wirklichkeit werden. Weil spannt zwischen St. Jakob und der Archivgalerie mehrere Seile, an denen er Stoffstücke befestigt, auf die Friedberger zuvor ihre Friedensgedanken geschrieben haben. Die fertig geschnittenen Stoffstücke können Interessierte noch bis Freitag, 11. März, von 9 bis 11 Uhr im Bürgerbüro des Friedberger Rathauses und am Sonntag, 6. März, um 10 und um 11.15 Uhr in St. Jakob abholen. Jeder kann mitmachen, den Stoff "seiner" Farbe aussuchen und darauf seinen Friedenswunsch mit einem Filzstift verewigen - und es ist Platz für 1500 Stoffstücke. Nach der Eröffnung am 13. März haben Interessierte noch bis Juni die Chance, Stoffstücke zu beschriften. Wer den Künstler und seine Arbeit kennenlernen will, kann unter Telefon 08208/533 einen Termin vereinbaren.

Vier Stadien des Lebens, begleitet und umhüllt von der zweiten Haut, dem Gewebe, das Seidenraupen gesponnen und Menschen gewebt haben. Das ist "Mi Shu", eine Installation der Künstlerin Brigitte Kronschnabl. Der stille Raum der Stadtpfarrkirche St. Jakob bildet von Sonntag, 13. März, bis 30. Juni den Resonanzkörper für "Mi Shu".

Eine Malerei der Berliner Künstlerin Ulrike Dornis "Arabeske" ist von Sonntag, 13. März, bis 13. Mai in der Claudia Weil Galerie, Griesbachstraße 19, in Rinnenthal ausgestellt. Impulsgeber für die Bilderserie "Arabeske" ist ein Tuch mit floraler Ornamentik und zahllos verschlungenen Arabesken. Die Malerin hat es 1993 in Kairo erstanden, wo sie mehrere Jahre lebte. Geöffnet ist die Ausstellung Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Um "Gewissensgewebe und Gewerbung" geht es von 8. Mai bis 12. Juni in der Archivgalerie, Pfarrstraße 6. Dort sind zwei Installationen zu bestaunen. Die Eröffnung findet am Sonntag, 8. Mai um 11.30 Uhr statt. Der Friedberger Künstler Petrus zeigt seine "Gewissensgewebe": Über einen Rahmen aus Stahlrohr hat er ein Geflecht aus sieben Meter langen beschriebener Bändern geflochten - die Enden hängen an den Seiten herunter. Diese Papierbänder beschriften Gruppen: Schulen, Flüchtlinge, Bürger aus Friedberg - jeder darf seine Meinung niederschreiben. So soll das Bändergewebe ein verwobenes Sammelsurium der Gedanken werden: Angst und Hass, Zuspruch und Ablehnung.

Bei der Installation "Gewebung" von Hubert und Martina Brobst empfangen rund 80 hängende Gewebestreifen die Besucher im Raum. Geht jemand hindurch, geraten die Stoffbahnen in Bewegung, ihre Optik verändert sich. Informationen zum Thema Gewebe an den Wänden vervollständigen das Kunstwerk. Die Installationen sind zu sehen Freitag, 14 bis 18 Uhr, und Samstag, Sonntag und Feiertag, 11 bis 17 Uhr.

Von 4. Juni bis 4. August läuft die Gemeinschaftsausstellung "Network" in der Claudia Weil Galerie, Griesbachstraße 19, in Rinnenthal. Malerei und Skulptur, Punkte und Geflechte, Farbe und Material treffen aufeinander. Susanne Thiemann aus München bringt Gewebe in teils großformatige skulpturale Formen. Thomas Weil zeigt ein Spiel mit Punktrastern - ornamental und konkret. Die Ausstellung hat geöffnet Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. (pm)
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