20-jähriger Rinnenthaler rettet 48-jährigem Holländer das Leben

Der 20-Jährige Michael Bachmeir während seiner Stammzellenspende. (Foto: Privat)

Michael Bachmeir ist einer von 92 „potentielle Lebensspendern“, die sich am 15. Oktober 2016 in Rinnenthal bei der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, aufnehmen ließen. Kurz vor Weihnachten erhielt er einen Anruf. Aufgrund seiner Stammzellenspende war ein 48-jähriger Holländer kurz vor den Feiertagen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Mehrere Rinnthaler Vereine hatten die Aktion organisiert und auch Michael Bachmeir ließ sich wie viele seiner Team-Kollegen als Spender registrieren. Er habe eine Speichelprobe und einige persönliche Daten abgeben müssen, erzählt der 20-Jährige. Es sei „ganz einfach“ gewesen.
Schon ein halbes Jahr später habe er die Nachricht erhalten, dass er als passender Spender für einen an Blutkrebs erkrankten Holländer in Frage kommen würde. Nur das Alter des Mannes und seine Herkunft seien ihm mitgeteilt worden, schildert Bachmeier.
Anschließend wurde anhand von Blutproben geprüft, ob Spender und Empfänger ein hundertprozentiges „Match“ darstellten. „Das war glücklicherweise der Fall“, erinnert sich Bachmeir. Auch körperlich habe er bei einem Fitness-Test alle Anforderungen eines Spenders erfüllt. Für die folgende Stammzellenspende gäbe es für den Spender verschiedene Möglichkeiten, erklärt er. Beispielsweise kann bei einer unter Narkose durchgeführten Methode Knochenmark mit einer Punktionsnadel aus dem Hüftknochen des Spenders entnommen werden. Der Fußballer entschied sich allerdings für die „angenehmere und einfachere“ Variante.

"Es ist einfach ein gutes Gefühl, etwas Gutes getan zu haben"

In unter zwei Stunden konnten die nötigen Stammzellen aus dem Blut des Fußballers gefiltert werden. Eine „rundum positive Erfahrung“ nennt Bachmeir seine Spende, körperlich sei er nicht beeinträchtigt gewesen. Schmerzen habe er auch nicht gehabt.
Der 20-Jährige richtet sich damit vor allem an Menschen, die noch zögern, sich registrieren zu lassen: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, ich kann es nur jedem empfehlen.“
Auch der Vater des Spenders beschloss, sich zu engagieren: „Der Patient ist fast so alt wie ich, das geht einem schon nahe.“ Zu seinem 50. Geburtstag habe Hermann Bachmeir daher um Spenden, statt um Geschenke gebeten. 2000 Euro kamen so als Unterstützung der DKMS zusammen, damit noch weitere Spender wie Michael Bachmeir gefunden werden können.
Dieser möchte sich nun mit dem Empfänger seiner Spende in Verbindung setzen. In Holland würde die Stammzellenspende allerdings ganz anonym ablaufen, erzählt der Rinnenthaler. Er habe jetzt beschlossen, einen Brief zu schreiben: „Ich will einfach wissen, ob alles geklappt hat, wie es ihm geht...“ Der Brief geht dann über die DKMS an den 48-Jährigen in Holland. Für zwei bis drei Jahre ist Bachmeir nun auch für „seinen“ Patienten reserviert, sollte es zu einem Rückfall kommen, müssen seine Stammzellen zur Verfügung stehen.
„Danach möchte ich aber auf alle Fälle noch einmal spenden“, sagt der 20-Jährige bestimmt.
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