35 Jahre Friedberger Kammerorchester

Das Kammerorchester beim Festkonzert mit Werken von Ludwig van Beethoven in der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Friedberg. (Foto: Foto Behrbohm Augsburg)
 
Gereon Trier leitet das Kammerorchester Friedberg. 40 Jahre lang war der Friedberger 1. Flötist bei den Augsburger Philharmonikern. (Foto: Foto Behrbohm Augsburg)
 
Eine musikalische Familie: Gereon Trier und Tochter Catarina. (Foto: Foto Behrbohm Augsburg)
 
Das Friedberger Kammerorchester beim Adventskonzert in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg. (Foto: Foto Behrbohm Augsburg)

Das Friedberger Kammerorchester wurde 1982 gegründet. Die künstlerische Leitung und Organisation obliegt Gereon Trier. Im Jahre 1984 erhielt das Orchester die Anerkennung als gemeinnütziger Verein und dieser Zielsetzung entsprechend waren nun viele seiner Aktivitäten auch für wohltätige Zwecke bestimmt.

Das Friedberger Kammerorchester feiert im Jahr 2017 sein 35-jähriges Bestehen. Mit den verschiedensten Besetzungen von der Kammermusikgruppe bis zum Symphonieorchester wurden in diesem Zeitraum etwa 260 musikalische Umrahmungen, Festakte sowie geistliche und weltliche Konzerte gestaltet. Das Debütkonzert des Ensembles fand im Frühjahr 1982 in der Friedberger Wallfahrtskirche Herrgottsruh statt – bis heute eine lange, fruchtbare Zeit des Lernens, der kontinuierlichen Probenarbeit und der Auseinandersetzung mit anspruchsvoller Orchesterliteratur, auf die die Musiker nicht ohne Stolz zurückblicken können.


Gemeinnützig anerkannt

Die Anfänge des Orchesters lagen bei privaten Kammermusikkreisen aus Friedberg und der näheren Umgebung, die nach und nach immer mehr interessierte und musikalisch versierte Freunde und Bekannte – teilweise auch mit ihrem begabten Nachwuchs – in ihren Bann zogen.

So war und ist das Friedberger Kammerorchester grundsätzlich ein Orchester aus Laienmusikern, wenngleich mit einem teilweise sehr hohen instrumentalen Aus-bildungsstand und Können der einzelnen Mitglieder. Dem entspricht das Bemühen, Konzertprogramme so zu konzipieren, dass wichtige instrumentale Aufgaben gut aus den eigenen Reihen besetzt werden können. Begabtem Nachwuchs sowie ehemaligen Künstlerkollegen des Orchesterleiters von den Augsburger Philharmonikern schuf man ein oft und gern genutztes Podium für Soloauftritte. Im Jahre 1984 erhielt das Orchester die Anerkennung als gemeinnütziger Verein und dieser Zielsetzung entsprechend waren nun viele seiner Aktivitäten auch für wohltätige Zwecke bestimmt. Die Friedberger spielten zum Beispiel zugunsten der Indien- und Bosnienhilfe der Friedberger Pallottinerpatres, für die Sozialstation Friedberg, für den Erhalt und die Renovierung weltlicher und kirchlicher Baudenkmäler und oft auch für deren Orgeln, für den Weiterausbau des Goldenen Saales im Augsburger Rathaus, für das Augsburger Maximilianmuseum und die Generalsanierung des Theaters Augsburg, für die Aktionen PAX 2005 und 2007, für das Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg, für die Kinderkrebshilfe im Klinikum Augsburg, für die Aktion „Brot für die Welt“, ebenso aber auch für die Pfarrkirche in der Friedberger Partnergemeinde Völs in Südtirol, für „Humanitas“ Aichach, für das Caritas-Babyhospital in Bethlehem, für das Familienpflegewerk Aichach und die Musikschule Aichach.
Das Friedberger Kammerorchester ist auch der „Friedberger Tafel“ im Bereich „Kulturtafel“ angeschlossen und spendete im letzten Advent an die Flüchtlingshilfe der Diözese Augsburg. Seit 2003 kamen in Galakonzerten im Rittersaal des Wittelsbacher Schlosses bisher für das Museum im Schloss sowie den Ausbau des neuen Veranstaltungssaales etwa 17.000 Euro zusammen.

Der gesamte Reinerlös aus den Benefizveranstaltungen des Friedberger Kammerorchesters, seien es nun große Orchesterkonzerte oder Auftritte einzelner Instru-mentalgruppen, beträgt derzeit etwa 116.500 Euro. Hilfestellung dazu leisteten vor allem die Stadt Friedberg, die Stadtsparkasse Augsburg und viele treue heimische Unterstützer und musikbegeisterte private Spender.

Neben den schon zur Tradition gewordenen Auftritten mit einem festlichen Kirchenkonzert zum 1. Advent und sommerlichen Serenaden im Friedberger Schlosshof konzertierte das Ensemble im Lauf der Jahre ebenso in anderen Schlössern wie Leitheim, Oettingen, Kirchheim, Kaisheim und Haldenwang, bei der „Memminger Meile“ und den „Schwäbischen Kulturtagen“, in der Stadt und im Landkreis Augsburg, in Violau, Neusäß, Bobingen, Thannhausen, Gabelbach, in Aichach (auch in der Justizvollzugsanstalt), Kissing, Mering und Thierhaupten, in Klosterlechfeld, im Kloster Oberschönenfeld, in Füssen-Hohenschwangau und in Völs, Friedbergs Südtiroler Partnerstadt.

Erst- und Uraufführungen

Das Orchester kann neben der Vielfalt gängiger Klassikprogramme auch auf die deutsche Erstaufführung einer Messe des Haydn-Zeitgenossen J. Fierlinger und auf die Uraufführung von Franz R. Millers „Quattro capricci für Kammerorchester“ zurückblicken.

Oft zeichnete der BR auf (ehem. „Schwabenspiegel“), genauso auch TV Augsburg , z.B. 2011 das „Weihnachtsoratorium“ von J.S. Bach und viele Adventskonzerte in Folge. Als besonders anregend erwies sich die bisherige Zusammenarbeit mit 13 Chören der Region wie dem Kammerchor Friedberg, dem Kirchenchor der Friedberger Stadtpfarrei St.Jakob, dem Sängerverein Friedberg, dem KSC-Chor Kissing, den Kirchenchören Thierhaupten und Klosterlechfeld, dem Extrachor des Theaters Augsburg, dem Augsburger Vokalensemble, den Ensembles Cantio Augusta und Vox Augustana, der Liedertafel Aindling, dem Vokal-Ensemble Landsberg und dem Landfrauenchor des Wittelsbacher Landes.

Mitgewirkt bei den „Buddenbrooks“

In Kooperation mit anderen regionalen Orchestervereinigungen, zum Beispiel den Kammerorchestern Aichach und Bobingen konnten sogar große Chor-/Orchesterprojekte verwirklicht werden wie Bachs „Weihnachtsoratorium“ und „Magnificat“, Händels „Dettinger Tedeum“ und „Messias“ , Mozarts Kammeroper „Acis und Galathea“, Vivaldis „Gloria“ und „Magnificat“ sowie eine große „Milleniumsgala 2000“. Bei der Neuverfilmung der „Buddenbrooks“ wirkten ebenso Ensemblemitglieder mit.

Benefizkonzerte: 20.000 Euro für guten Zweck

Besondere – auch überregionale – Aufmerksamkeit erhielt das Kammerorchester durch drei Aufführungen des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn in der Augsburger Synagoge 2007, 2010 und 2017 sowie mit dem Festkonzert zur Feier „100 Jahre Grundsteinlegung“ im Jahr 2014, die als Benefizkonzerte zugunsten der Israelitischen Kultusgemeinde und des Jüdischen Kulturmuseums veranstaltet wurden und etwa 20.000 Euro einbrachten.

Orchesterleiter Gereon Trier

Allen, die das Friedberger Kammerorchester in den vergangenen Jahrzehnten wohlwollend, großzügig und tatkräftig begleitet haben – seien es aktive und ehemalige Musikerkollegen, Chorsänger, musikbegeisterte Freunde, Förderer und Unterstützer, die Stadt Friedberg, die Stadtsparkasse Augsburg und nicht zuletzt das aufgeschlossene und treue Publikum von nah und fern gilt unser ganz herzliches Dankeschön!
Orchesterleiter Gereon Trier wurde 1943 geboren; er stammt aus einer Musikerfamilie, die im Raum Köln-Bonn auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Sein Studium an der Musikhochschule Köln schloss er 1964 mit den Diplomen der Künstlerischen Reife und der Konzertreife sowie dem 1. Preis im Hochschulwettbewerb ab. Im gleichen Jahr nahm er ein Engagement als 1. Flötist bei den Augsburger Philharmonikern an, denen er dann vierzig Jahre angehörte. In dieser Zeit wirkte er auch als Dozent am Leopold-Mozart-Konservatorium und an der Universität Augsburg und erlebte große Erfolge als Leiter oder Mitwirkender verschiedener Kammermusikensembles.

Seit der Gründung des gemeinnützigen Vereins „Friedberger Kammerorchester“ hat Gereon Trier das Ensemble in etwa 260 Auftritten als künstlerischer Leiter, heute auch als Vorsitzender des Vereins und Organisator, zu bemerkenswerten Erfolgen geführt – wobei dem Orchester stets der Benefizgedanke ein vorrangiges Anliegen war.
Für sein soziales Engagement wurde Gereon Trier unter anderem vom Rat der Stadt Friedberg mit dem Innovationspreis „Friedberger Flügel“ in „Anerkennung seines hervorragenden innovativen und sozialen Wirkens als Gründer und Leiter des Friedberger Kammerorchesters e.V.“ ausgezeichnet. 2015 erhielt er die Goldene Ehrennadel des Goldenen-Saal-Vereins Augsburg und der Bayerische Ministerpräsident verlieh ihm das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt. Sämtliche Auszeichnungen waren und sind zugleich für das gesamte Ensemble Ehre und Ansporn.

Dank unermüdlicher Initiativen und der konsequenten Bereitschaft der Kammerorchestermitglieder konnten im Lauf der Zeit von 1982 bis heute rund 116.500 Euro gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden.

Adventskonzert: „Erwartung und Ankunft“

Sonntag, 3.12.17, 16.30 Uhr
Wallfahrtskirche Herrgottsruh, Friedberg

Das Friedberger Kammerorchester unter der Leitung von Gereon Trier besteht nun seit 35 Jahren und bietet zum Anfang des Kirchenjahres am 1. Adventssonntag, 3. Dezember 2017, in der Friedberger Wallfahrtskirche Herrgottsruh ein ganz ungewöhnliches Programm mit dem Titel „Erwartung und Ankunft“.
Im Zentrum stehen Orchesterwerke und Solostücke mit Holzbläsern und Harfe vor allem aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die den gesamten weihnachtlichen Festkreis umfassen.

Die Sopranistin Susanne Simenec vom Theater Augsburg interpretiert das zarte „Mariae Wiegenlied“ op.76 von Max Reger und die sechs Lieder op.8 von Peter Cornelius mit farbig bewegten und erinnerungsverklärten Bildern der heiligen Zeit.

Friedberger Kammerorchester
Susanne Simenec (Sopran)
Marlis Neumann (Harfe)
Tanja Grossmann, Gereon Trier (Flöte)
Rainer Oberauer (Klarinette)
Heinz Dannenbauer (Cembalo, Orgel)

Gesamtleitung: Gereon Trier

Eintritt: 15 Euro, Kinder und Jugendliche freier Eintritt
Vorverkauf: Firma Gerblinger und Buchhandlung „lesenswert!“, Friedberg
Konzertkasse: 15.30 Uhr – freie Platzwahl

Benefizmatinee für das Wittelsbacher Schloss

Friedberger Kammerorchester
Historischer Rathaussaal in Friedberg

Sonntag, 21.1.2018 – Beginn: 11 Uhr

Zum 75. Geburtstag von Orchesterleiter Gereon Trier:So schön ist Kammermusik!“

Werke aus Barock und Wiener Klassik

Es spielen Mitglieder und Freunde des Friedberger Kammerorchesters.

Gesamtleitung: Gereon Trier

Eintritt: 15 Euro

Vorverkauf: Firma Gerblinger und Buchhandlung „lesenswert!“, Friedberg
Konzertkasse: ab 10.30 Uhr.

Von Christine Wieser
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