85. Schulpartnerschaft

Dieter Weidner (von links), stellvertretender IHK-Regionalpräsident in Aichach-Friedberg, Albert Krzich, Personalleiter bei Federal Mogul, Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann, die Rektorin der Mittelschule Friedberg, Claudia Faßnacht, Landrat Klaus Metzger und Jürgen Jäger, Ausbildungsleiter bei Segmüller, freuen sich über die Unterzeichnung der Schulpartnerschaften. Foto: Peter Lütke-Wissing

Kürzlich unterzeichneten die Rektorin der Mittelschule Friedberg, Claudia Faßnacht, Jürgen Jäger, Ausbildungsleiter der Firma Hans Segmüller Polstermöbel GmbH & Co KG, und Albert Krzich, Personalleiter der Firma Federal Mogul GmbH, eine offizielle Schulpartnerschaft, die den Willen zum Engagement auf allen Seiten besiegelt.

Die IHK Schwaben, vertreten durch Dieter Weidner, stellvertretender IHK-Regionalpräsident in Aichach-Friedberg, organisiert diese seit einigen Jahren – die soeben unterzeichnete ist die 85. in Bayrisch-Schwaben. Neben der Wissensvermittlung und der Persönlichkeitsentwicklung ist die Berufsorientierung eine tragende Säule der Bayerischen Mittelschule. Die Schüler lernen in den Zweigen Technik, Wirtschaft und Soziales erste Grundlagen im praktischen Tun und können so herausfinden, was ihnen Freude bereitet und wo ihre Stärken liegen. Berufsorientierende Maßnahmen der Arbeitsagentur dienen der Berufsfindung der Jugendlichen. Im Fach AWT (Arbeit, Wirtschaft, Technik) erhalten sie Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt und lernen betriebliche Abläufe kennen – aber eben nur theoretisch.

Nichts ist jedoch so effektiv wie die echte Begegnung mit der realen Berufs- und Arbeitswelt. Wenn die Schüler bei einer Betriebserkundung Abläufe vor Ort erleben, dann werden betriebliche Zusammenhänge klarer. Es wird ein Grundverständnis für einen Betrieb angebahnt und Interesse an einer Firma geweckt. Schülerpraktika haben in der Berufsfindungsphase eine sehr hohe Bedeutung. Äußerst hilfreich ist es auch, wenn Vertreter aus der Wirtschaft an die Schule kommen, wie beim Berufsinformationsabend oder bei Bewerbertrainings.

Die Mittelschule Friedberg arbeitet schon seit Jahren erfolgreich mit der Firma Segmüller und der Firma Federal Mogul zusammen. Diese Zusammenarbeit wird nun noch weiter intensiviert und durch eine offizielle Schulpartnerschaft besiegelt. Die IHK initiierte die Schulpartnerschaften und leitete sie in die Wege. In den Kooperationsgesprächen verständigten sich die Gesprächspartner auf eine nachhaltige und auf Dauer angelegte Zusammenarbeit. „Ziel der Schule ist es, die Schüler ausbildungsreif zu entlassen und dass die Schüler eine passende Ausbildungsstelle finden. Andererseits brauchen die Betriebe ausbildungsreife Jugendliche. Somit bietet die Schulpartnerschaft eine Win-Win-Situation“, so die engagierte Rektorin Claudia Faßnacht.

Humorvoll begann Albert Krzich seine Rede mit der Frage an den Bürgermeister Roland Eichmann: „Wussten Sie als Jugendlicher schon, dass Sie einmal Bürgermeister sein würden? Es ist überhaupt nicht leicht, herauszufinden, was man werden will, wo die Stärken und Schwächen liegen.“ Deswegen sei es enorm wichtig, schon früh als Schüler einen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen. „Gerade die Mittelschüler bleiben uns als Mitarbeiter eher erhalten als Jugendliche mit höherem Schulabschluss, die inzwischen fast alle studieren wollen“, berichtet Krzich. „Mit dieser Partnerschaft können wir jungen Leuten im Vorfeld der Berufswahl bereits Orientierung geben. Das ist somit auch Prävention, um zu verhindern, dass die Azubis, wenn sie mit dem Arbeitsalltag konfrontiert werden, die Lehre frustriert abbrechen, weil sie erst jetzt feststellen, was von ihnen erwartet wird.“

Auch Jürgen Jäger, Ausbildungsleiter bei Segmüller, schätzt die Vorteile der Partnerschaft für beide Seiten: „Den direkten Kontakt zu zukünftigen Auszubildenden kann nichts ersetzen. Wir geben ihnen wertvolle praktische Tipps, zum Beispiel beim Bewerbertraining, und sichern gleichzeitig unseren Nachwuchs.“

von Peter Lütke-Wissing
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