Aus für den Friedberger Faschingsumzug?

Die letzten Einhörner? Geht es nach Stadtrat Roland Fuchs, wird es bereits im kommenden Jahr keinen Umzug in Friedberg mehr geben. Foto: Valterio D'Arcangelo

Soll der Friedberger Faschingsumzug abgeschafft werden? Über diese Frage hat der Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf einen Antrag von SPD-Mann Roland Fuchs hin diskutiert. Dieser würde den Umzug am liebsten bereits für 2018 absagen. Einige Stadträte teilen seine Meinung.

Zu wenig Besucher, kein Motto, zu teuer, nur viel Lärm und Abgase: So bewerten SPD und Freie Wähler den Faschingsumzug. Rund 8000 Zuschauer waren 2017 noch zu dem Umzug gekommen, der aus 38 Fußgruppen und Wagen bestand. Die Stadt steckt jährlich etwa 40 000 Euro in die Veranstaltung am Faschingsdienstag.

Bürgermeister Roland Eichmann verteidigt den Umzug. Er sehe gerade bei Familien durchaus Interesse. Außerdem habe der Ottmaring-Rederzhauser-Carneval-Club (ORCC) wohl bereits mit den Planungen für das kommende Jahr begonnen.

Der Faschingsverein wolle am Umzug festhalten und nun das Gespräch mit Fuchs und Eichmann suchen, sagt Markus Nowak vom ORCC. Dass es kein Motto gebe, liege daran, dass die meisten Wagen an mehreren Umzügen teilnähmen, wehrt sich Nowak gegen den Vorwurf der Stadträte. "Und meiner Meinung nach haben wir immer eine gute Mischung."

Was die Ausgaben der Stadt betrifft, müsse man auch bedenken, dass nicht nur der Umzug selbst, sondern auch das Programm am Marienplatz und die Tiefgaragenparty Geld kosten, argumentiert Nowak. Klar könne die Stadt an den Zulagen für die Teilnehmer des Umzugs sparen, die bekäme man bei anderen derartigen Veranstaltungen auch nicht. "Damit trifft man aber vor allem die kleinen Fußgruppen, wie Kindergärten, die sich schon lange im Voraus auf den Umzug freuen."

Auch in Bezug auf Alkohol und Musik sieht Nowak kein Problem. Die Stadt hatte zunächst ein Schnapsverbot für den Faschingsumzug ausgesprochen, seit diesem Jahr gibt es auch eine Lautstärkebegrenzung. "Wer sich an die Grenzen nicht hält, muss mit Sanktionen rechnen und bekommt zum Beispiel kein Geld mehr", sagt Nowak.

Für den ORCC habe der Umzug Tradition. "Eine Tradition, die es in Augsburg schon nicht mehr gibt. Man muss vielleicht das Konzept nachjustieren, aber es wäre schade, den Umzug gar nicht mehr stattfinden zu lassen."

Da das Thema nicht Teil der Tagesordnung im Kulturausschuss war, sondern der Antrag von Fuchs unter dem Punkt "Kulturveranstaltungen" eingebracht wurde, durfte der Ausschuss nicht abstimmen. Nun soll sich der Stadtrat in seiner Sitzung im November noch einmal damit befassen. (
Von Kristin Deibl)
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