AWO-Ortsverein hat Geburtstag

Im Seniorenheim am Rothenberg feiert die Friedberger AWO ihre Gründung vor 70 Jahren . Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Vor 70 Jahren wurde er in Friedberg gegründet

Peter Stöbich
Friedberg. Nach dem 40-jährigen Jubiläum des Seniorenheims der Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor wenigen Wochen wird jetzt am Friedberger Rothenberg erneut gefeiert: Am Samstag, 7. Oktober, gibt es es zum 70-jährigen Bestehen des Ortsvereins ein Fest für geladene Gäste und Mitglieder; auch Landrat, Bürgermeister und Vertreter des AWO-Bezirksverbands haben ihr Kommen zugesagt. Über die vergangenen sieben Jahrzehnte in Friedberg wird Peter Feile Bilanz ziehen. Außerdem steht ein buntes Programm mit Musik, Sportakrobatik und Zauberei auf dem Programm.
Der 1947 gegründete Ortsverein ist seit Jahrzehnten in vielen Bereichen sozialer Arbeit aktiv. Die Einrichtungen und Angebote stehen allen Menschen in und um Friedberg offen - unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität oder Konfession. Die meisten Leistungen werden aus öffentlichen Mitteln, Spenden oder Beiträgen finanziert. "Aber diese Gelder reichen vielfach nicht aus" stellt Vorsitzender Johannes Sasse fest. Derzeit hat der Ortsverein 134 Mitglieder.
Ein Prozent der Friedberger Bevölkerung würde Sasse gern für die AWO begeistern; der Altersdurchschnitt der Mitglieder liegt bei 45 Jahren, der Monatsbeitrag bei 2,50 Euro. Einen Grund für die mangelnde Attraktivität sieht er in der unbefriedigenden Öffentlichkeitsarbeit: Viele Leute wüssten gar nicht, was der Verband überhaupt mache. In Friedberg ruht die Arbeit auf drei Säulen: Kinderbetreuung, Seniorenarbeit und Asylarbeit.
In Friedberg betreibt die AWO einen Kinderhort und ein Haus für Senioren. Schon in den 1950-er Jahren versuchte man, ein eigenes Altenheim zu errichten. Aber erst 1976 gelang es, das in Konkurs gegangene Hotel "Stadt Friedberg" am Rothenberg zu kaufen. Nach Umbauten wurde es als Alten- und Pflegeheim eingeweiht.
„Wir waren sehr stolz, als wir im Juli 1977 ein Haus mit modernem Hotelstandard eröffnen konnten“, erinnert sich Peter Feile. Es sei aber kein einfacher Weg gewesen. Bis heute gab es immer wieder kleinere und größere Umbauarbeiten bis hin zur jetzigen Wohngruppenstruktur. Zwei Aufzüge führen in die Wohnbereiche mit Einzel- oder Doppelzimmern. Alle sind mit seniorengerechter Nasszelle, Notruf-, Telefon- und Fernsehanschluss ausgestattet und können nach Wünschen der Bewohner möbliert werden.
Jede Etage ist seniorengerecht konzipiert und verfügt über einen offenen Gemeinschaftsraum mit Küche. Im Herbst 2005 wurde der Grundstein für einen Anbau gelegt und im Jahr darauf mit der Sanierung der ersten Etage begonnen. Bis 2010 folgte bei laufendem Betrieb halbjährlich eine Etage nach der anderen.
Seit einiger Zeit engagiert sich der Ortsverein aquch in der Flüchtlingsarbeit. Gemeinsame Veranstaltungen mit Kindern oder Senioren gab es bereits, doch die Bemühungen um die Integration der Asylbewerber sollen ausgeweitet werden. Das Jahresprogramm der AWO umfasst Ausflugsfahrten, regelmäßige gesellige Treffen für Senioren, Fachvorträge und Informationsabende, Seniorengymnastik und Filmvorführungen. Außerdem gibt es ein Büro, in dem regelmäßig Rechtsberatung für Senioren angeboten wird.
Die Arbeiterwohlfahrt ist einer der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und mit rund 145.000 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber in Deutschland. Ihre Hauptaufgabe ist es, sozial schlechter gestellte Menschen zu unterstützen. Am 13. Dezember 1919 gründete Marie Juchacz, die Mitglied der Nationalversammlung war, die AWO als Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD. Zunächst versuchte sie, vor allem die Not der durch den Ersten Weltkrieg Geschädigten zu lindern, indem sie Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten zur Selbsthilfe und Beratungsstellen einrichtete. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die AWO 1946 in Hannover als parteipolitisch und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation neu gegründet.
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