Beste Akustik und schöne Strahler für das Friedberger Schloss

Im Friedberger Schloss soll modernste Technik wie Senk-Elektranten und WLAN-Anschlüsse Einzug halten. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Um viel Geld geht es wieder in der nächsten Sitzung des Friedberger Schloss-Ausschusses, der am Donnerstag, 16. Februar, das ehrgeizige Millionenprojekt besichtigen und sich vom Fortgang der Bauarbeiten überzeugen wird. Nach dem Rundgang über die größte und teuerste Baustelle der Stadt wird die Verwaltung die Ratsmitglieder über die aktuelle Kostenentwicklung informieren. Insgesamt sollen die umfangreichen Arbeiten am und im Wittelsbacher Schloss rund 20 Millionen Euro kosten.

Doch laut Baureferent Carlo Haupt ergeben sich im denkmalgeschützen Gemäuer immer wieder Situationen, bei denen unvorhergesehen Probleme besprochen und zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege gelöst werden müssen. Unter anderem ist für die geplante Landesausstellung eine Erweiterung der musealen Ausstellungsflächen erforderlich.

Der Einbau moderner Technik für ein WLAN-Netz und eine digitale Telefonanlage ist mit 67.000 Euro veranschlagt; auch darüber soll in der öffentlichen Sitzung am Donnerstag (Beginn 17 Uhr) diskutiert werden. Auch im Hinblick auf die Landesausstellung in drei Jahren will die Kulturabteilung den denkmalgeschützten Schlosshof bei Veranstaltungen stimmungsvoll beleuchten. Bisher mussten farbige Strahler gemietet werden und die Besucher zwischen den Arkaden über lästige Kabelstränge steigen. 34.500 Euro sind für den Kauf moderner LED-Bodenstrahler und sogenannte Senk-Elektranten vorgesehen, damit der Strom künftig nicht mehr von einer Quelle durch den ganzen Hof geführt werden muss.

Schließlich geht es im Ausschuss auch noch um die optimale Akustik im neuen Veranstaltungssaal im Obergeschoss; denn bei unterschiedlichen Bühnenpositionen und Bestuhlungs-Varianten soll das Publikum gleichermaßen gut hören, weshalb bereits verschiedene Simulationen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden ebenfalls am Donnerstag vorgestellt.
Was in der restliche Bauzeit noch alles passieren soll, darüber will die Verwaltung den Schloss-Ausschuss dann bei seiner nächsten Sitzung im Mai detailliert informieren. Nach drei Jahren Bauzeit soll Friedbergs Wahrzeichen im kommenden Jahr wieder in neuem Glanz erstrahlen. Den Kostenrahmen hatte der Stadtrat bereits vor sieben Jahren festgelegt, um eine möglichst breite Unterstützung für das Projekt zu sichern.

Auch das Museum soll neu konzipiert und 2018 wieder eröffnet werden. Seit mehr als 130 Jahren ist es mit seiner stadt- und kunstgeschichtlichen Sammlung im Wittelsbacher Schloss untergebracht. 1886 hatten 20 Friedberger Bürger einen historischen Verein (heute Heimatverein Friedberg) gegründet, dessen Ziel es war, kunstgeschichtlich und lokalgeschichtlich bedeutende Objekte in einem Museum zu vereinen. Das Herzstück des Museums bildete bisher die „Schatzkammer“ mit wertvollen Uhren.

Denn im 17. und 18. Jahrhundert war Friedberg eine bedeutende Uhrmacherstadt, aus der ganz Europa beliefert wurde. Preziosen wie Tisch-, Wand- und Stutzuhren sowie Kutschenuhren zeugen von der einst europaweit gerühmten Kunstfertigkeit der Uhrmacher. Die Sammlung umfasst darüber hinaus Fayencen der im 18. Jahrhundert im Schloss ansässigen Manufaktur.

Die historischen Grundlagen dieses Erfolgs liegen im 16. Jahrhundert. Damals förderten die Bayernherzöge die Ansiedlung talentierter Kunsthandwerker und machten sich dabei die strengen Zunftregeln des benachbarten Augsburg zu Nutze. Zum eigenen und dem Wohl Friedbergs siedelten sie Handwerker an, die in der Nachbarstadt kein Aufenthalts- und Meisterrecht bekommen hatten.

Vorgestellt werden soll im Museum auch nach dem Umbau die Geschichte des Schlosses. Mehrmals zerstört und wiederaufgebaut, zeigt sich die Vierflügelanlage heute weitgehend im Stil der Renaissance. Der arkadengesäumte Innenhof bot in der Vergangenheit den idealen Rahmen für Märkte, Konzerte und viele andere Veranstaltungen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.