Bürgerstiftung sucht Mitstreiter

Über das Jubiläum freuten sich (von links) Vorstandsvorsitzender Wolfgang Rockelmann, die Stiftungsvorstände Julia Heinzelmeier und Günter Schreier, Stiftungsrats-Vorsitzender Peter Bergmair, Bürgermeister Roland Eichmann und stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender Kurt Müller. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Festakt im Rathaus zum zehnjährigen Bestehen.

Peter Stöbich
Friedberg. Mit einem Stehempfang im historischen Rathaussaal feierte die "Bürgerstiftung Sozialstation Friedberg" ihr zehnjähriges Bestehen. Gründungsmitglieder, Förderer, Stadträte und Bürgermeister Roland Eichmann waren unter den Gratulanten, die vom Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Rockelmann über die Entstehung und aktuelle Arbeit informiert wurden.
"Die Hilfe für Mitmenschen hat in Friedberg eine lange Tradition", sagte er in seiner Rückschau. Schon im Jahr 1906 fanden sich auf Einladung des Kaufmanns, Bürgermeisters und späteren Ehrenbürgers Robert Hartl und des Stadtpredigers Weichelöck über 500 Bürger im Gasthaus zum Hohen Glas ein und riefen den Verein für Ambulante Krankenpflege ins Leben - eine frühe Bürgerinitiative.
"So modern und vorausschauend die Gründung damals war, so wichtig ist nach wie vor
unsere Aufgabe", stellte Rockelmann fest. 2007 trafen sich wieder sieben engagierte Friedberger und riefen die Bürgerstiftung Sozialstation ins Leben. "Sie ist die 450. Stiftung im Raum Augsburg und Bayerisch-Schwaben und dokumentiert damit die Bedeutung des Stifterwesens in unserer Region."
Gedacht war die Stiftung in erster Linie als weiteres wirtschaftliches Standbein der Sozialstation, die in den Jahren zuvor immer wieder erhebliche Defizite erwirtschaftet hatte. Bei der Beurkundung im November 2007 betrug das Stiftungskapital 150.000 Euro; Margareta Königsdorfer, Christa Westermeir, Kurt Müller und Peter Treffler hatten zusammen diesen Betrag aufgebracht, der neben einer ererbten Immobilie den Grundstock der Stiftung bildete.
Nach dem Beschluss des Fördervereins, das Defizit der Kurzzeitpflege nicht weiter zu decken, wurde zum 30. September 2011 ihre Schließung beschlossen. Doch die Vorlage eines Sparkonzepts durch die Mitarbeitervertretung konnte den Verein zur weiteren Unterstützung der Kurzzeitpflege bewegen; so entschied der Stiftungsvorstand, sie weiter zu betreiben. Die Stadt leistete dazu einen jährlichen Zuschuss von 25.000 Euro.
Anfang 2013 erfolgte die Fusion der Ambulanten Pflege mit Hochzoll zur "Sozialstation Augsburg, Hochzoll, Friedberg und Umgebung - Ökumenische Ambulante Pflege". Im Jahr darauf rang sich der Stiftungsrat dann endgültig zur Schließung der Kurzzeitpflege durch und der Pflegevertrag wurde gekündigt.
Seit kurzem gibt es in der Friedberger Sozialstation an der Hermann Löns-Straße 18 Tagespflegeplätze (wir berichteten).
Der Geschäftsführerin Gudrun Jansen, den Mitgesellschaftern sowie allen Gönnern dankte Stiftungsrats-Vorsitzender Peter Bergmair für ihre Arbeit und Unterstützung; er stellte fest "Grundsätzlich sind wir offen für alles, was das gemeinschaftliche Zusammenleben aller in der Stadt und in der Region Friedberg fördert". Mehr als 70.000 Euro seien bisher in Ausbildungsplätze, Fortbildungen sowie Zusatzleistungen für sozial schwache Senioren oder Schulungsmaßnahmen für häusliche Dienstleistungen geflossen.
Rockelmann sagte "Wir wünschen uns noch viele neue Mitglieder in der Stiftergemeinschaft"; er deutete an, dass man sich zum zehnjährigen Bestehen Gedanken über ein interessantes neues Projekt mache, das aber noch nicht spruchreif sei.
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