Die Friedberger Malerin Monika Mendat zeigt ihre Werke

Ihre Bilder nennt Monika Mendat "Ankunft" und "Flucht". Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Wenn Monika Mendat ihre aktuelle Ausstellung "Sehnsucht nach Heimat" nennt, dann meint sie damit keinen geografisch definierten Fixpunkt. "Für mich sind Beziehungen zu Menschen eine Art innere Heimat", stellt die sympathische Künstlerin aus Friedberg fest. Rund 20 ihrer Bilder in ganz unterschiedlichen Techniken präsentiert sie bis Anfang Oktober in Augsburg; dort sind sie im Café "Samocca" in der Hermannstraße zu sehen.
Geboren in der Nähe von Danzig, ist sie als kleines Kind mit ihren Eltern 1977 geflohen. "Meine beiden Großmütter waren aus Polen, die Opas Deutsche", erzählt sie. Auf Umwegen über Stockholm und Köln - eigentlich wollten die Eltern nach Neuseeland - kam sie nach Augsburg. "Dort habe ich ein musisches Gymnasium besucht, mein Abitur gemacht und ein Hochbegabten-Stipendium bekommen." Heute lebt und arbeitet sie mit ihrer Familie in der Nähe des Friedberger Schlosses.
Monika Mendat studierte unter anderem Malerei, denn schon in ihrer Kindheit hat sie die ersten Werke produziert - "eigentlich, seit ich meinen Ursprungsort verlassen musste". Heute macht sie auch Auftragsarbeiten für Büroräume oder Arztpraxen, doch die aktuelle Ausstellung dreht sich im Wesentlichen um das Thema Heimat, was auch in Bildertiteln wie "Ankunft" oder "Flucht" zum Ausdruck kommt. Im Augsburger Café sind kleine Aquarelle ebenso zu sehen wie großformatige Acryl-Malereien, Collagen, Kreide- und Tuschezeichnungen sowie andere Techniken.
Ihrem kreativen Schaffensdrang läßt die Künstlerin freien Lauf und legt ihre Werke im Garten auch mal in den Regen, was spannende Farbeffekte und -strukturen ergibt. "Bis auf die Portraits entstehen alle meine Bilder ohne Vorlage", sagt sie. Manchmal scheinen die Farben auf der Leinwand regelrecht zu explodieren, so dass der Betrachter die enorme Emotionaliät der Malerin spüren kann. Auch Heimat ist für sie eher ein Gefühl als ein bestimmter Ort, "und wer sie verläßt, dem bleibt die Sehnsucht".
Auf die Aktualität des Ausstellungs-Themas wies auch Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr in ihrem Grußwort hin. Monika Mendat ist selbst ein Flüchtlingskind - bemerkenswert, dass sie bei ihrer Ankunft kein Deutsch konnte und als Kommunikations-Beraterin neben ihrer Kunst heute beruflich am meisten mit Sprache zu tun hat.
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