Die Schlossbrücke kommt zum Schluß

Das Friedberger Schloss soll im Juli 2018 eingeweiht werden. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Nutzungskonzept für Friedbergs Wahrzeichen

Peter Stöbich
Friedberg. Mitte kommenden Jahres soll es endlich soweit sein: Mit einem Festakt für geladene Gäste sowie einem Tag der offenen Tür für alle Bürger will die Stadt Friedberg das sanierte Wittelsbacher Schloss einweihen. Die Gesamtkosten für den Umbau wurden in der jüngsten Sitzung des Schlossauschusses auf knapp über 20 Millionen Euro beziffert.
Als letzte der umfangreichen Maßnahmen ist die Neupflasterung der Brücke vorgesehen, danach wird es im Juli ein großes Festwochenende geben; auch der Sommerempfang 2018 soll im Schloss stattfinden. Die Zeitspanne bis zum Beginn der Landesausstellung im Jahr 2020 will man als wichtige Erprobungs- und Anlaufphase nutzen; die gesammelten Erfahrungen werden ausgewertet und den Stadträten vorgestellt.
Vermietet werden im Schloss laut Nutzungskonzept unter anderem die Remise und der 175 Quadratmeter große Rittersaal, der Schlosshof und große Saal sowie die Stuckräume Nord und Süd. Grundsätzlich sollen aber nur Veranstaltungen erlaubt sein, die zum Stil des denkmalgeschützten Schlosses passen. Der Ausschuss beschloss eine vorläufige Gebührenordnung, die zwischen privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Jubiläen und kulturellen Angeboten unterscheidet. Um dem Anspruch eines Bürgerschlosses gerecht zu werden, soll es einen Sondertarif für Veranstalter aus Friedberg geben. Für die Räume im Schloss einigte sich der Ausschuss auf folgende Bezeichnungen: Unverändert bleiben Schlosshof, Schlossturm, Rittersaal und Remise. Die beiden Stuckräume im ersten Stock des Westflügels werden nach Herzogin Christina und Herzog Ludwig benannt, der Verbindungsgang heißt Fürstengalerie. Der Veranstaltungssaal im Obergeschoss des Nordflügels trägt den Namen Großer Saal.
Als neue Schlossmanagerin wird die 44-jährige Sonja Weinfurtner Mitte November ihre Arbeit beginnen. In Friedberg bietet sich den Besuchern Gelegenheit, ein ehemals von Herzog Ludwig II. als Grenzveste erbautes Denkmal mit wechselvoller Geschichte zu erleben. Im Schloss wird eine Blütezeit der Stadtgeschichte wieder lebendig. Die Anlage ist 1559 im Renaissance-Stil wieder errichtet worden, nachdem ein Brand den Vorgängerbau 1541 zerstört hatte. 1568 erwählte es Herzogin Christine von Lothringen zum Witwensitz.
Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens in Bayern. Die romanische Grundanlage entstand 1257. Ursprünglich umzogen die Burg zwei Mauerringe mit Wehrgängen, Zinnen und Schießscharten. Im Inneren befand sich eine Wehrmauer mit drei Türmen. Vom oberen Ring führte ein Steilhang zum unteren Mauergürtel mit einem verdeckten Abstieg an der Westseite. Der äußere Ring war umgeben von zwei starken Rundtürmen. Im nördlichen Turm befand sich das Verlies, im Volksmund "Köpfhäusl" genannt.
Im Westen zur Lechebene hin wurde der Steilhang in einem Winkel von 50 Grad abgetragen. Im Norden, Osten und Süden wurde um das Schloss ein zehn m tiefer Graben ausgehoben, von dem noch gut sichtbare Reste vorhanden sind. Die obere Grabenbreite betrug 25 bis 30 Meter und an seiner tiefsten Stelle im Osten befand sich die Zugbrücke, die von der fest gebauten Brücke, die heute ins Schloss führt, abgelöst wurde. Die heutigen Grundmauern und die Toreinfahrt bestehen bereits seit der Gründerzeit.
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