Diese Siedlung gilt als Vorbild: In Hügelshart entstehen 13 Energiespar-Häuser

Die Häuser in Hügelshart sollen im Frühjahr 2017 bezugsfertig sein. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Richtfest für eine ganz besondere Siedlung konnte jetzt im Friedberger Stadtteil Hügelshart gefeiert werden: Sie gilt als erste in Deutschland, die nach strengen Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Bau erstellt wird. Am Richtfest nahmen unter anderem auch Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Landrat Dr. Klaus Metzger und Friedbergs dritte Bürgermeisterin Martha Reißner teil.
Das Projekt der asset Grundbesitz- und Vermögensverwaltung GmbH in Kooperation mit der BayWa AG steht beispielhaft für die Serienreife von energieeffizienter und wirtschaftlicher Bauweise: Die neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften produzieren mehr Energie als deren Bewohner im Jahresdurchschnitt verbrauchen.
„Das hat Vorbildcharakter“, bescheinigte Pschierer den Projektpartnern. Er gratulierte allen künftigen Hausbesitzern zu ihrer Investition in Energieeffizienz, innovative Technik und hohe Lebensqualität. „Die Energiewende ist keine reine Stromwende. Auch Wärme spielt eine sehr große Rolle, und eine moderne Bauweise kann einen erheblichen Beitrag zur Wärmewende leisten“, betonte der Staatssekretär.
Es sei ein Projekt, das im Einklang mit der Friedberger Stadtplanung stehe, sagte Reißner. „Diese Siedlung ist richtungsweisend für das energieeffiziente Bauen in Gemeinden.“ Dabei unterstütze der Bau das regionale Handwerk, Dienstleister, Handel und die Industrie. In Friedberg kam das Energiekonzept der Siedlung gut an: Vier Häusereinheiten wurden über das Einheimischen-Modell vergeben.
Die Ziegelhäuser in Hügelshart erfüllen bereits heute die Anforderungen, die nötig sind, um die Baustandards 2020 zu erreichen. Konkret heißt das: ein niedriger Energieverbrauch auf der einen Seite und eine hohe solare Deckung über die eigene Energieerzeugung gepaart mit einem intelligenten Energiemanagement auf der anderen Seite. Auf das Gesamtjahr betrachtet, können sich die Häuser so selbst mit Energie versorgen und überschüssigen Strom ins Netz einspeisen. Bei den Autarkie-Berechnungen für Hügelshart wurde auch der Haushaltsstrom mitberücksichtigt. Er beträgt bei gut gedämmten Gebäuden etwa die Hälfte der gesamten Energiekosten.
Die Häuser sind auch nach den Kriterien der Wohngesundheit gebaut. Aufgrund von immer dichter werdenden Gebäudehüllen erhöht sich die Konzentration von Schadstoffen in der Raumluft. Um eine gesunde Raumluft zu garantieren, werden in der Siedlung ausschließlich geprüft schadstoffarme Baumaterialien in den Innenräumen verwendet. Der Einsatz dieser Baustoffe und deren richtige Verarbeitung tragen zu einem gesunden Raumklima bei.
Herzstück der Wärmeerzeugung ist die Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit sogenannter Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die vorrangig mit Strom aus der PV-Anlage betrieben wird, erwärmt das Wasser im Speicher für die Heizungsanlage. Eine Klimadecke, die sowohl wärmen als auch kühlen kann, verteilt die Wärme im Haus und nutzt dabei das Prinzip der Strahlungswärme, ähnlich wie die Sonne: Die auf Wände und Boden treffende Strahlungsenergie erwärmt die Bauteile. Da solarer Strom nicht durchgängig verfügbar ist, wird die Wärme auch über ein ausgewogenes System aus Heizkreispuffer- und Batteriespeicher erzeugt. Das Warmwasser wird ebenfalls mit Hilfe der Wärmepumpe erzeugt und in einem Speicher mit 235 Liter bevorratet.
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