Ein Jahr nach dem Tod von Fred Rai: Westerncity blickt optimistisch in die Zukunft

Vier Alpakas bilden die neueste Attraktion in der Dasinger Westerncity. Fotos: Monika Grunert Glas


Noch zu Lebzeiten hat Fred Rai alles geregelt. Seine Freundin Tessa Bauer solle sich um das Bundeszentrum für Rai-Reiten kümmern, das die von ihm propagierte gewaltfreie Reitweise lehrt. Gabi Amrhein hingegen legte er die Westernstadt und seine Ranch in Arizona ans Herz. Gemeinsam mit Volker Waschk, der die Öffentlichkeitsarbeit stemmt, sind die beiden Frauen auf einem guten Weg. Am 30. April startet die neue Saison, vom 25. Juni bis 18. September steht bei den süddeutschen Karl-May-Festspielen Winnetou II auf dem Plan.

Den Winter nutzten die Cowboys und Cowgirls, um die Westernstadt an der Autobahn herzurichten. Gebäude wurden umgebaut und erstrahlen in leuchtenden Farben. "Tja, wie geht es ohne Fred? Wir haben gar nicht erst versucht, ihn zu ersetzen. So ein Unikat kann man ohnehin nicht ersetzen", erklärt Volker Waschk. Man sei bestrebt, die drei Säulen des Lebenswerks des Mannes, der vor einem Jahr, am 24. April, während eines Reitausflugs an den Folgen eines Schlaganfalls starb, zu erhalten.

Die drei Säulen sind die Westernstadt, die Karl-May-Festspiele und das Rai-Reiten: "Wir treten in seine Fußstapfen, aber wir entwickeln sein Lebenswerk auch weiter." Ein Stück weit habe man sich neu erfunden. Neue Shows und Angebote gibt es. Zum Beispiel sind vier Alpakas eingezogen, mit denen man Wandertouren organisieren möchte. Götz Beck vom Regio-Tourismusverband meint, die Westerncity sei aus dem Wittelsbacher Land nicht mehr wegzudenken.

Er sprach von einer Steigerung der Gästezahlen um 14,5 Prozent und der Übernachtungen im Jahr 2015 sogar um 15,4 Prozent. Landrat Klaus Metzger ergänzte, der Landkreis sei stolz auf die Westernstadt, die einer der größten Publikumsmagnete sei. Er lobte den Enthusiasmus, mit dem das Team an die Arbeit gehe. "Das Erbe wird bestmöglichst verwaltet, aber zugleich blickt man mit Mut und Optimismus in die Zukunft." Dasings Bürgermeister Erich Nagl sicherte die Unterstützung der Kommune zu.

Fred Rais Lebensgefährtin Tessa Bauer reitet nun nicht nur sein Pferd Spitzbub, sie hält auch an seiner statt die Vorlesungen an der Uni, in denen es um die Gefühle der Pferde geht. Außerdem tritt sie mit Spitzbub auf, um zu zeigen, wie gewaltfreies Reiten geht. Entsprechende Seminare kann man ebenfalls in Dasing besuchen.

Seit Jahrzehnten schwärmen vor allem Stadtkinder von den Ferien, die sie unter Cowboys und Indianern verbringen durften. Fred Rai war es ein besonderes Anliegen, Kindern die Liebe zur Natur und den Tieren nahe zu bringen. Bei Gesprächen am Lagerfeuer gewann er ihr Vertrauen. Die Ferienangebote werden nun sogar ausgebaut. Als Kooperationspartnerin wurde Sandra Gehring von der Organisation "Kinderlachen" gewonnen. Mit ihrem Team an 18 Betreuern gestaltet sie abwechslungsreiche Programme in den Pfingst- und Sommerferien. "Wir sind jeden Tag drei Stunden vor Ort." Man zeigt den Sieben- bis 14-Jährigen, dass man auch ohne Handy sinnvoll spielen und sich in der Natur zurechtfinden kann. "Sie lernen auch, sich in eine Gruppe zu integrieren", erklärt sie den sozialpädagogischen Ansatz.

- Am 30. April ist Saisonstart mit dem Tanz in den Mai. Dazu spielen die Red Roses auf. Heuer will man mit geänderten Öffnungszeiten punkten. So beginnt der Wochentag in der Westerncity nun erst um 12 Uhr mit der ersten Show. Sonn- und Feiertage enden dafür erst um 21 Uhr.

- Am Pfingstmontag, 16. Mai, tritt die Why-Not-Band auf.

- Stefan Keil interpretiert an Fronleichnam, 26. Mai, Neil Young.

- Die Band Wicked Wildcats gastiert am Freitag, 3. Juni, in der Westerncity.

- Am Samstag, 4. Juni, tritt die Couplet AG aus München mit ihrem Programm "Perlen für das Volk" auf.

- Am Samstag, 18. Juni, feiert die Band Nevada aus der Schweiz in Dasing ihre 20-jährige Bühnenpräsenz.

- Die Festspiele starten am 25. Juni in ihre zwölfte Saison. "Winnetou II" wird jeden Samstag um 16 und 20 Uhr sowie sonntags um 17 Uhr gespielt. Neu hinzugekommen ist eine Matinee am Himmelfahrtstag 15. August um 11 Uhr. Regisseur Peter Görlach verspricht einen gelungenen Mix aus Spannung und Action mit außergewöhnlichen pyrotechnischen Effekten. In seiner Paraderolle als Winnetou tritt Matthias M. auf und wirbt um die Gunst der schönen Ribanna. Als Old Shatterhand ist Helmut Urban dabei, und in die Rolle des Old Firehand schlüpft Peter Bechtel, der 2015 für Fred Rai einsprang, welcher für die Rolle des Bösewichts vorgesehen war. Peter Görlach selbst mimt den weißen Häuptling Parranoh. ( Monika Grunert Glas )
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