Ein kleiner Umweg kann sich lohnen: Erstklässler erhalten in Friedberg Warnwesten

Ob mit dem Roller, dem Schulbus oder zu Fuß: Das richtige Verhalten müssen Kinder üben, am besten gemeinsam mit ihren Eltern. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Auf ihren täglichen Schulweg machen sich im Landkreis Aichach-Friedberg jeden Morgen mehr als 1100 Erstklässler. Damit sie sicher zum Unterricht und wieder zurück nach Hause kommen, ziehen ADAC, Eltern, Landkreis, Polizei und Verkehrswacht an einem Strang. Bei einer gemeinsamen Aktion wurden leuchtend gelbe Warnwesten verteilt; außerdem gaben die Erwachsenen den Mädchen und Buben Tipps, wie sie sich zum Beispiel an der Schulbus-Haltestelle richtig verhalten.
Wichtig ist für die Kinder: Sie müssen lernen, mit gefährlichen Situationen umzugehen. Erstklässler bewegen sich unsicher im Straßenverkehr, weil sie noch nicht über parkende Autos hinweg schauen oder Entfernungen und Geschwindigkeiten von Fahrzeugen schwer einschätzen können. Deshalb fordert die Verkehrswacht alle Autofahrer auf, jetzt besonders aufmerksam zu sein, vorausschauend und rücksichtsvoll zu fahren.
Vertreter des staatlichen Schulamts aus Aichach und des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord erläuterten, dass es nicht auf einen möglichst schnellen, sondern den sichersten Weg zur Schule ankommt. Oft sind es unvernünftige Eltern selbst, die im morgendlichen Gedränge keine Rücksicht auf die Umstände und Halteverbote nehmen.
"Ein kleiner Umweg kann sich lohnen, wenn er von einem Schülerlotsen betreut wird oder eine Straße an einer Ampel überquert werden kann", sagte Helmut Beck, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht. Er appellierte an die Eltern, sich als Schulweghelfer zu engagieren, von denen es im Bereich des Präsidiums Schwaben-Nord bereits 2600 gibt.
Ein Erfolg der jährlichen Aktion "Sicher zur Schule, sicher nach Hause" ist die niedrige Zahl an Unfällen: In den vergangenen Jahren gab es in unserem Landkreis jeweils weniger als zehn Unfälle mit Kindern, bei denen niemand schwer verletzt wurde. Damit das so bleibt, hier einige wichtige Tipps der Verkehrswacht:
Eltern sollten ihr Kind früh genug zur Schule schicken, damit es den Weg in Ruhe zurücklegen kann. Helle Kleidung ist besonders bei schlechtem Wetter nötig, damit die Schüler gut gesehen werden. Dabei können auch Reflektoren an Jacken und Schulranzen helfen.
Wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringt, muss für jedes einzelne ein geeignetes Rückhaltesystem haben. Er sollte so parken, dass das Kind die Schule gefahrlos erreicht und keine anderen gefährdet werden.
Bevor Erstklässler allein gehen dürfen, sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder vor jeder Straße anhalten, den Blickkontakt mit Autofahrern suchen und ihre eigene Absicht deutlich zeigen. Helmut Beck: "Lassen Sie Ihr Kind unter Aufsicht selbständig Lösungen und Verhaltensweisen vorschlagen. Unterstützen Sie es mit Lob, korrigieren Sie mit Geduld und geben Sie ein gutes Beispiel." Zur Schule sollten Kinder erst dann radeln, wenn sie die Fahrradprüfung in der vierten Klasse bestanden haben.
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