Ein wunderschöner Abend mit Willi Astor

Sehr persönlich gestaltete Willi Astor die Begrüßung des Publikums bei seinem Auftritt in der vollbesetzten Friedberger Stadthalle.
Friedberg: Stadthalle | Für den Münchner Kabarettisten und Musiker Willi Astor war sein Auftritt unter dem Motto „Reim Time“ in der Friedberger Stadthalle einer seiner schönsten Abende. Die Besucher in der vollbesetzten Stadthalle waren begeistert von seinem Programm, das sich nicht nur aus humorvollen Kabaretteinlagen, sondern auch aus nachdenk-lichen Liedern und träumerischen Instrumentalsongs auf der Gitarre zusammen-setzte. Der 54-jährige Künstler, der im Jahr 2015 sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte, bot seinen Zuhörern, die unter tosendem Beifall eine Zugabe forderten, sogar noch wertvolle Tipps für den Heimweg für "ihre Bereitschaft, sich zu amüsieren".

Besonders freute sich Claudia aus Augsburg auf die Vorstellung, für die sie bei einem Gewinnspiel im Internet zwei Karten gewonnen hatte. Sie durfte den Münchner Künstler, der seit den 90er Jahren vermehrt in Radio und Fernsehen zu hören ist, zum ersten Mal live auf der Bühne erleben und ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Aus demselben Grund hatte sich auch Helena Steinhart aus Hörmannsberg eine Eintrittskarte gekauft. Sehr persönlich und mit bissigen Spitzfindigkeiten begrüßte Astor sein wartendes Publikum. Für Waltraud in der Glitzerjacke stellte er sein Gedicht „Waltraud traut sich nicht in den Wald“ vor, erfreut zeigte er sich über die jungen Zuhörer Kilian und Jonathan, die mit ihrer Oma seinen Auftritt dem Bayernspiel vorgezogen hatten. „Ich sehe lauter fröhliche Gesichter und denke, dass Sie schon länger nimmer fort waren“, richtete sich Astor an das kichernde Publikum. Das Begrüßungslied „Friedberg du wundervolle Stadt“ bestand leider nur aus dieser einen Zeile, aber Astor verteilte dafür Stücke von seiner Pizza, auf die er fast eineinhalb Stunden gewartet hätte und die er zur Stär-kung für den Auftritt bräuchte. „Lachen ist das beste Hausmittel“, kommentierte er die Reaktionen der Zuschauer über die Geschichte seines Krankenhausaufenthaltes in Meran. Ein Russe hätte ihn angefahren, als er in den Buckel pisste und nur so habe er die Bekanntschaft eines Klodeckels machen können: seines Zimmernach-barn Claude Eckel. Um diese gekonnten Wortspielereien sofort verstehen zu können oder alle Prominenten der Berliner WG zu erkennen, mussten sich die Zuhörer sehr genau auf die Texte konzentrieren. Den weiblichen Fans mit einem „geringen Gefahren-Gen“ widmete er den humorvollen Song „My lovely wife“ mit Tipps für mehr Vorsicht im Leben. Für das ältere Publikum sang er das „Seniorenmedley“, bei dem er seine Texte in bekannte Pop-Melodien verpackte. Informativ und witzig waren seine Tiergedichte von der Wespe im Wattebausch oder der Taube Joachim, die nach Palermo flog. Auch in seine vor zwei Jahren entstandene CD „Kindischer Ozean“ mit Geschichten und Musik für Kinder gewährte der Komiker Einblick. Den Song „Pupertier is in the House“ richtete er an sein jugendliches Publikum und erhielt für diesen komischen Beitrag besonders viel Applaus.

Für einen wunderschönen Abend in Friedberg bedankte sich Astor mit seinem „kubanischen Volkslied mit Salsa“ und freute sich über ein Publikum, das auch „bei bedrohlicher Nachrichtenlage noch für Schabernack offen sei“. Zum Schluss sang er sein erst im Dezember verfasstes, nachdenkliches Lied „Einfach sein“, in dem er den Kaufrausch vor Weihnachten ansprach. Mit der romantischen Instrumentalnummer „Nautilus“ aus seinem Werk „The Sound of Islands“, begleitet von Lichteffekten an der Decke, gab er den Zuhörern die Gelegenheit, vor dem Heimweg noch ein wenig zu träumen und zeigte ihnen sein außergewöhnliches Talent des Gitarrespiels.
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