"Einer muss den Hut aufhaben" - Personalkonzept für das Friedberger Schloss steht

Für das Friedberger Schloss wird es sechs Vollstellen geben. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Über das künftige Personalkonzept für das Friedberger Schloss gab es in der jüngsten Stadtratssitzung eine lange und lebhafte Debatte. Beschlossen wurde am Ende die Schaffung von sechs Vollstellen, wie sie der Schlossausschuss empfohlen hatte. Über die Organisationsstruktur wurde im Ratsgremium aber kontrovers diskutiert.

In der Abteilung Gebäudewirtschaft sollen zwei Hausmeister sowie zweieinhalb Reingungskräfte und eine halbe Verwaltungskraft angesiedelt sein. Damit konnte sich Bürgermeister Roland Eichmann durchsetzen, der die Verantwortlichkeiten im Rathaus behalten will, um Synergien zu nutzen und möglichst flexibel zu bleiben.
Ein Eigenbetrieb, wie ihn Peter Feile vorgeschlagen hatte, würde mehr Personal erfordern und Reibungsverluste mit sich bringen, gab Kommunalreferent Wolfgang Basch zu bedenken. Der Kultur- und Museumsbetrieb im Schloss sollen völlig unabhängig voneinander funktionieren, die Belegung von Räumen für Veranstaltungen muss jeweils im Rathaus angemeldet werden.
Die Verwaltung denkt an eine Art Probebetrieb, um bis zur Landesausstellung Erfahrungen zu sammeln. "Nachjustieren können wir immer noch", sagte Eichmann im Stadtrat. Auch Thomas Kleist meinte in der Diskussion "Wir müssen langsam anfangen und die Vor- und Nachteile abwägen!"
Das gilt besonders für die Arbeit des künftigen Schlossmanagers, von dem man sich zündende Ideen und ein hohes Maß an Kreativität erhofft. Denn mit dem Wittelsbacher Schloss besitze die Stadt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, so Roland Fuchs. "Wir wollen kein Kulturprogramm von der Stange", betonte auch der Bürgermeister, denn in Gersthofen, Neusäss oder Stadtbergen gebe es bereits genügend Tourneetheater.
Damit das Angebot in Friedberg wirklich hochwertig wird, soll der neue Manager nicht mit Kleinkram wie Saalplänen oder Terminvergaben belastet werden, sondern sich mit wichtigeren Aufgaben wie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit befassen. Mehrere Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, dass er völlig eigenständig agieren soll. "Einer muss den Hut aufhaben und sagen: Da geht's lang!", argumentierte Peter Feile. Eichmann pochte jedoch auf klare Hierarchien und stellte fest, dass die Organisation und Struktur der Verwaltung Sache des Bürgermeisters sei.
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