Er kennt die Wunder der Natur: Michael Fischer aus Friedberg geht mit seiner Kamera auf die Pirsch

Der Friedberger Hobby-Fotograf Michael Fischer findet seine Motive überall im Wittelsbacher Land. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg |

Ob bei klirrender Kälte am Friedberger Helenensee oder an einem schönen Sommertag am Kissinger Weitmannsee - das ganze Jahr über geht Michael Fischer auf die Jagd nach Eisvögeln, Graugänsen, Reihern und anderem Getier. Dabei bleibt seine Beute aber unversehrt, denn der 54-jährige schießt mit seiner professionellen Ausrüstung nur faszinierende Fotos. "Meine ersten Erfahrungen habe ich im schon Analog-Zeitalter mit einer Rollei SL 35 gesammelt und dabei unzählige Dias produziert", erzählt er, "aber ganz ehrlich: Es gibt nichts Grausigeres als einen langweiligen Dia-Abend mit dem mühsamen Aufbau von Leinwand, Projektor und tausend mittelmäßigen Aufnahmen!"

Das Mittelmaß hat der ambitionierte Hobbyfotograf aus Friedberg längst hinter sich gelassen. Zusammen mit seinem Freund Patrick Pfaller aus Aichach veröffentlicht er die besten Bilderserien auf einer eigenen Internetseite, mit der die beiden aber keinerlei kommerziellen Absichten verfolgen. "Das Ganze ist ein guter Ausgleich zu meinem eher nüchternen Beruf als Polizist", sagt er.
Denn Fotos transportieren Gefühle, sei es ein stimmungsvoller Sonnenuntergang oder ein farbenprächtiger Schmetterling. Fischer gerät ins Schwärmen, wenn er vom speziellen Licht am Morgen, den vielen Wundern der Natur oder der meditativen Ruhe beim Warten auf ein gutes Motiv erzählt. "Als Tierfotograf braucht man viel Geduld und muss den perfekten Moment finden!"
Durch den Sucher der Kamera lerne man, viele vertraute Dinge mit ganz anderen Augen zu sehen wie zum Beispiel einen zerplatzenden Wassertropfen. Solch experimentelle Fotografie erprobt Fischer aber nur, "um zu testen, was ich technisch alles machen kann". Von Makroaufnahmen winziger Insekten bis zu rasanten Sportfotos hat er viele Interessen, ist bei Bergrennen ebenso unterwegs wie im botanischen Garten in Augsburg, lichtet Blumen, Pilze oder die verschneite Landschaft im Wittelsbacher Land ab.
Nachdem seine Familie mit den beiden Töchtern etliche Jahre lang Vorrang vor dem geliebten Hobby hatte, erwachte Fischers Leidenschaft wieder, als gute Digitalkameras zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kamen. "Das Fotofieber hat mich mit dem Kauf einer Canon EOS 400 D voll erwischt und von Jahr zu Jahr wuchsen die Begehrlichkeiten, was die Ausrüstung betrifft." Heute ist er stolzer Besitzer einer Canon EOS 1 D Mark III, zweier EOS 5 D (Mark II und III) und einiger guter Linsen - allein das 600er Teleobjektiv kostet einen fünfstelligen Betrag.
"Da haben es reine Knipser mit ihrem Smartphone schon leichter", stellt er fest, denn samt Stativ schleppt er mit seinem Equipment gut und gern 30 Kilo durch die Gegend. Es reizt ihn, verborgene Naturwunder sichtbar zu machen und die Schönheit der Schöpfung zu dokumentieren: "Manchmal kann ich nur demütig staunen, wie filigran und perfekt Insekten sind!"
Wenn das Wetter zu schlecht für Fotostreifzüge ist, optimiert er seine Ausbeute daheim in Friedberg mit einem Bildbearbeitungsprogramm. "Mehrere Festplatten sind schon voll, aber ich tu mich schwer, weniger gelungene Aufnahmen endgültig zu löschen." Viele neue werden auch heuer wieder bei Ausflügen mit seiner Frau Birgit dazukommen, zum Beispiel im Nationalpark Bayerischer Wald. Und vielleicht erfüllt sich eines Tages auch noch Michael Fischers großer Traum: "In Südafrika auf Foto-Safari zu gehen, das wäre die absolute Krönung meines Hobbys!"
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