Erfolg für junge Talente: Friedberger Gitarrenschüler sahnen ab

Spielerisch lernt auch Stefan Schmidts Tochter Emma. Foto: Stöbich
Friedberg: Friedberg | Kultur/ Friedberger Gitarrenschüler dominieren internationalen Wettbewerb
Peter Stöbich
Friedberg. Bei dem mit 6000 Euro dotierten Heinrich-Albert-Gitarrenwettbewerb in Gauting gingen fünf der neun Hauptpreise an Schüler aus der Klasse des Friedberger Gitarrenlehrers Stefan Schmidt. Am internationalen Wettbewerb für Gitarrenmusik des deutschsprachigen Raums, so der offizielle Titel, konnten Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre teilnehmen.
Der Namensgeber war Anfang des 20. Jahrhunderts der einflussreichste deutsche Gitarrenpädagoge und verbrachte einen Großteil seines Lebens in der Stadt. In drei Altersstufen wurden je drei Hauptpreise ausgelobt. Auch aus der Schmidts Gitarrenklasse spielten fünf Schüler für die Altersgruppe bis 13 Jahre und vier für die der 14- bis 16-Jährigen mit. Die 12-Jährige Nina Bernert aus Friedberg wurde mit dem ersten Preis in der Altersgruppe I ausgezeichnet. Dass Linda, die neun Jahre alte Schwester von Nina, in Konkurrenz zu den bis zu vier Jahre älteren Teilnehmern mithalten konnte und ihr Spiel auch noch mit einem dritten Preis ausgezeichnet wurde, verblüffte nicht nur die Juroren.
Für den ebenfalls aus Friedberg kommenden Cedric Penn (13) war es der erste internationale Wettbewerb und er wurde mit einem zweiten Preis belohnt. In der zweiten Altersgruppe dominierte die 14-jährige Germeringerin Leonora Spangenberger, die seit dreieinhalb Jahren Unterricht bei Stefan Schmidt nimmt. Zum ersten Mal nahm Aydin Pfeiffer bei einem internationalen Wettstreit teil. Der 16-jährige Gitarrist, der nahe Regensburg lebt, kommt einmal im Monat zum Unterricht nach Friedberg und konnte neben dem zweiten Preis auch einen Sonderpreis für seine Interpretation der von ihm für Gitarre bearbeiteten Klaviervariationen von Anton Webern gewinnen.
"Ehrgeizig war ich schon immer", sagt der Friedberger Gitarrist Schmidt. "Ich wollte besser als mein älterer Bruder Gitarre spielen und obwohl ich erst mit zwölf Jahren angefangen habe, ist mir das auch bald gelungen." Heute zählt er zu den erfolgreichsten privaten Gitarrenlehrern in Deutschland: Seine Schüler räumen seit vielen Jahren hochrangige Wettbewerbspreise gleich im Dutzend ab, sowohl auf internationaler Ebene als auch beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert".
Um das Talent der jungen Musiker optimal zu fördern, arbeitet Schmidt mit psychologischem Feingefühl statt mit hartem Drill. "Denn ein Schüler wird nur dann wirklich gut, wenn er sich ohne Druck von außen dazu entscheidet!" So hat er unter anderem eine Unterrichtsmethode des "unterstützten Lernens" entwickelt, mit der er das Lerntempo in hohem Maß beeinflussen kann und die auch seiner kleinen Tochter Emma ihre Anfänge auf der Gitarre erleichtert. Durch Mitdirigieren, -singen und andere nonverbale Techniken lernen die Nachwuchstalente schnell, ein Lied fehlerfrei zu spielen. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern führt auf den Erfolgsweg, den mehr als 50 Preise auf Bundes- und internationaler Ebene säumen.
Am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg ist Schmidt seit fünf Jahren Dozent für Didaktik und Methodik für Gitarre, außerdem Juror bei Wettbewerben im In- und Ausland sowie ein gefragter Dozent für Fortbildungen zwischen Hamburg und Linz. Kein Wunder also, dass manche seiner Schüler weite Anreisen bis aus Regensburg oder Österreich in Kauf nehmen, um von Schmidts Können und Wissen zu profitieren.
Fast die Hälfte seiner Schützlinge ist hochbegabt, etliche sind heute bereits selbst virtuose Profis. "Aber auch ältere Menschen sollten noch ein Instrument lernen", empfiehlt er, "denn Musizieren bereichert den Alltag und schult das Konzentrationsvermögen."
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