Farbenfroh und nachdenklich

Mit ihrem Paar "Maria und Mohammed" stellte Christiane Sandler aus Kissing aktuelle Bezüge her. Foto: Stöbich


Von 236 eingereichten Werken aus den Bereichen Bilder, Plastiken und Objekte hatten es 85 in die jüngste Friedberger Kunstausstellung geschafft, die zahlreiche Besucher in die Stadthalle lockte. "Qualität und Vielfalt waren für unsere fünfköpfige Jury die wichtigsten Kriterien", so die Organisatorin und Kunstarbeiterin Rose Maier Haid; für sie sind Kultur und Kunst vor allem in schwierigen Zeiten besonders wichtig. Die Palette der präsentierten Werke reichte vom Wasserfall im Hochgebirge über einen fröhlichen Trachtlertanz als Scherenschnitt bis zu brandaktuellen Themen. So hatte Christiane Sandler aus Kissing ihre Holzfiguren "Maria und Mohammed" genannt - ein ausdrucksstark gestaltetes Flüchtlingspaar, das seine Kinder in eine ungewisse Zukunft trägt. Auch andere Künstler hatten sich Gedanken zum Thema Asyl und Flucht gemacht und entsprechende Werke gestaltet wie zum Beispiel Rita Maria Mayer; ihre Installation in der Stadthalle mit dem Titel "Paradies verfehlt" zeigte Ruder und einen Strick als Überreste eines gekenterten Bootes. Und Ingeborg Preis versprach mit ihrem Werk aus Messing "Wir schaffen das!" Solche aktuellen Bezüge stimmten manchen Besucher zwar nachdenklich, trotzdem bot die 36. Kunstausstellung keinen Grund zum Traurigsein - die Arbeiten waren sehr vielseitig und auch farbenfroh wie Helene Mitters Acrylbild "Das Wiedersehen". Großformatige Farbstimmungen kontrastierten mit Miniformaten und machten anschaulich, wie viele unterschiedliche Talente es in unserer Region gibt. Das honorierten sachverständige Käufer auch, denn schon bald nach Eröffnung der Ausstellung klebten an etlichen Werken die roten Punkte mit dem Signal "Verkauft".

(Peter Stöbich )
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